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Vorpommern Usedom Sport Usedom Greifswalder fordern Weltklasseteam heraus
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14:43 23.05.2019
Das Wettkampfteam des Greifswalder Schachvereins (v.l.n.r.): Wilko Stubbe, Max Weber, Hannes Leisner, Rüdiger Kürsten.
Das Wettkampfteam des Greifswalder Schachvereins (v.l.n.r.): Wilko Stubbe, Max Weber, Hannes Leisner, Rüdiger Kürsten. Quelle: Jörg Wiegel
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Wolfhagen

Am vergangenen Wochenende ging für die Spitzenspieler des Greifswalder Schachvereines ein Traum in Erfüllung. Nach dem sensationellen Einzug ins Halbfinale um den Deutschen Schach-Pokal, das im hessischen Wolfhagen ausgetragen wurde, zogen die Vorpommern das große Los - ein Halbfinale gegen die OSG Baden Baden, die in der wohl stärksten Schachliga der Welt gerade zum zwölften Mal Deutscher Meister geworden waren.

Gegner traten mit Profi-Ensemble an

Die Badener taten den Norddeutschen dann auch den Gefallen, mit einem internationalen Profi-Ensemble anzutreten. Gegen die vier Freizeitspieler vom Ryck spielten die Großmeister Arkadij Naiditsch aus Aserbaidschan, Michael Adams aus England und Sergej Movsesian aus Armenien sowie die Nummer drei der deutschen Rangliste, Großmeister Jan Gustafsson. Die übermächtigen Gegner ließen keinen Zweifel an ihren Siegesambitionen. Der Greifswalder Kapitän Rüdiger Kürsten musste gegen Gustafsson nach drei Stunden aufgeben. Äußerst spannend war die taktisch geprägte Partie von Hannes Leisner gegen Naiditsch. Nach knapp vier Stunden konnte Leisner schließlich mit Hilfe eines Springeropfers die gegnerische Königsstellung aufreißen, der Großmeister konnte einem Dauerschach nicht mehr ausweichen. Die Partie endete remis. Max Weber und Wilko Stubbe konnten ihren lange Zeit ausgeglichen gestalten. Beide wurden aber von den Meistern ihres Faches für kleinste Ungenauigkeiten bestraft. Nach fast viereinhalb Stunden Kampf mussten die Greifswalder die Überlegenheit der Großmeister schließlich akzeptieren. Das Match endete 0,5:3,5. Im anderen Halbfinale setzte sich der Ausrichter des Halbfinales und Finales, Bad Emstal/Wolfhagen gegen den Zweitbundesligisten SK Zehlendorf ebenfalls mit 3,5:0,5 durch.

Remispunkte im kleinen Finale

Das am Sonntag ausgetragene „kleine Finale“ lautete Greifswalder SV gegen den Zweitligisten SK Zehlendorf. Am unterhaltsamsten war hier sicher die Partie Stubbe gegen Lagunow, bei welcher der Greifswalder eine Qualität (Tausch Turm gegen Läufer) opferte und schließlich eine Punkteteilung durch Zugwiederholung erreichte. Auch Kürsten erspielte sich einen halben Punkt, er konnte sein Turmendspiel mit einem Bauern weniger in eine Remisstellung abwickeln. Doch die Berliner Spitzenspieler setzten sich schließlich durch. Weber wurde in einem komplexen Endspiel überspielt und Leisner, der gegen Großmeister Jakob Meister lange eine schwierige Stellung verteidigte, musste sich schließlich in Zeitnot geschlagengeben. Das Match endete somit 1:3. Im Finale besiegte Ausrichter Bad Emstal/Wolfhagen etwas überraschend den Favoriten OSG Baden Baden mit 2,5:1,5 und wurde neuer Deutscher Pokalsieger.

Auch Greifswalder Nachwuchs erfolgreich

Damit endet für das GSV-Team die bisher erfolgreichste Pokalsaison. Mit Ausnahme der Boddenstädter selbst hat es zuvor noch nie ein Verein aus Mecklenburg-Vorpommern geschafft, ein Viertelfinale auf Bundesebene zu erreichen. Dazu passt dann auch der Erfolg des Nachwuchses. So konnte bei der Landesvereinsmeisterschaft die U 19 des Greifswalder SV einen weiteren Landestitel erringen, verbunden mit dem Aufstiegsrecht in die Jugendbundesliga.

Ralf Kriese

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