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Usedom Sprachnachricht vom Mörder: So erfuhr Kevin vom Tod seiner Freundin Maria K.
Vorpommern Usedom Sprachnachricht vom Mörder: So erfuhr Kevin vom Tod seiner Freundin Maria K.
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06:49 30.08.2019
Kevin, Partner der ermordeten Maria K. Quelle: Cornelia Meerkatz
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Stralsund

„Ich dachte immer, so etwas gibt es nur im Film.“ Kevin, 17 Jahre, kann das alles noch immer nicht fassen. Der Jugendliche ist der Freund von Maria K. aus Zinnowitz, die im März diesen Jahres brutal in ihrer Wohnung ermordet wurde. Und er wäre auch der Vater ihres gemeinsamen Kindes geworden. Maria, 18 Jahre alt, war im dritten Monat schwanger, als sie am 18. März erstochen wurde.

Als mutmaßliche Täter müssen sich derzeit Nicolas K. (19 Jahre) und Niko G. (21 Jahre) vor dem Landgericht in Stralsund verantworten. Am Donnerstag fand der vierte Prozesstag statt. Der Jüngere hat den Mord bereits zu Beginn der Verhandlung gestanden, der Ältere will nur dabei gewesen sein. Beide gehörten zum Freundeskreis von Maria und Kevin.

Sprachnachricht vom mutmaßlichen Mörder

Kevin, der von Anklam nach Stralsund gezogen ist und vorher in einer betreuten Wohngruppe lebte, verfolgte am Donnerstag als Besucher den Prozess. Für ihn ist das Geschehene „unreal“, wie er sagt. Er habe persönlich von Nicolas K. über WhatsApp erfahren, dass Maria K. ermordet worden sein soll. In einer Sprachnachricht weinte demnach der mutmaßliche Mörder von Maria ins Telefon, dass seine beste Freundin tot sei. Heute kann Kevin nicht glauben, dass er mit zwei Mördern befreundet gewesen sein soll.

Maria habe er auf dem Ausflug eines Bildungsträgers nach Rostock kennengelernt, hier hätten sich die beiden ineinander verliebt. „Nein, die Schwangerschaft war nicht geplant“, sagt er. Er sei dagegen gewesen, dass sie das Kind austrägt. Doch Maria habe es so gewollt – und das habe er akzeptiert.

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Von Cornelia Meerkatz

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