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Usedom Neuer Museumsleiter in Wolgasts Geschichte zu Hause
Vorpommern Usedom Neuer Museumsleiter in Wolgasts Geschichte zu Hause
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10:16 31.01.2019
Das Bild zeigt Stefan Rahde während eines archäologischen Einsatzes 2015 auf dem Wismarer Marktplatz. Quelle: Vanessa Kopp
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Wolgast

Stefan Rahde aus Jatznick soll künftig die kulturellen Einrichtungen der Stadt Wolgast leiten. Der 38-Jährige setzte sich in einem Feld von insgesamt 15 Bewerbern durch. Wie Ralf Fischer, Leiter des Fachbereiches Zentrale Dienste im Wolgaster Rathaus, auf Anfrage weiter informierte, soll es am 1. Februar ein Vorgespräch und in Kürze auch das Einstellungsgespräch mit Stefan Rahde geben. „Sein Arbeitsbeginn ist der 11. Februar“, so Fischer.

Rahde tritt die Nachfolge von Museumsleiterin Dr. Barbara Roggow (64) an, die seit 1995 die musealen Stätten der alten Herzogstadt leitet und Ende Juni 2019 in den Ruhestand gehen wird. Eine mehrmonatige Einarbeitungszeit, die sie sich für ihren Nachfolger stets gewünscht hatte, ist also gesichert.

Wie zu erfahren war, handelt es sich bei Stefan Rahde um einen versierten Fachmann. Er hat von 2000 bis 2007 an der Universität Greifswald Geschichtswissenschaften, Kunstgeschichte sowie Ur- und Frühgeschichte studiert und ist gegenwärtig in Pasewalk als Betreuer archäologischer Grabungen im Bereich der Denkmalpflege für das Land MV tätig.

Auch in Wolgast ist Rahde kein Unbekannter. Er war dabei, als im Dezember 2008 bei Ausgrabungen auf dem nördlichen Teil der Schlossinsel unter Leitung von Giannina Schindler der fast vollständig erhaltene Sockel eines Treppenturmes des alten Wolgaster Herzogschlosses aus dem 16. Jahrhundert freigelegt wurde. Es handelte sich um den ersten entdeckten größeren Komplex und das erste strukturelle, substanzielle Mauerwerk der einstigen Schlossanlage.

Legten im Dezember 2008 auf der Schlossinsel den Treppenturm-Sockel des einstigen Wolgaster Herzogschlosses frei: Stefan Rahde, Dr. Jörg Ansorge, Wiebke Schrader und Giannina Schindler (von links). Quelle: Alexander Loew

Rahde gilt als ein Kenner der früheren Wolgaster Herzogsresidenz. Bereits im Dezember 2007 hielt er im hiesigen Museum einen kunsthistorischen Vortrag mit dem Titel „Eine Schlossinsel ohne Schloss?“. Hierfür griff er auf seine auf die Baugeschichte des Schlosses ausgerichtete Magisterarbeit „Die Wolgaster Residenz der Pommernherzöge an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit“ zurück. In deren Rahmen hatte er archäologische und historische Quellen ausgewertet und Verbindungen zu baugeschichtlich relevanten Gebäuden hergestellt. Anhand alter Bilddokumente zeichnete er während des Vortrags in der „Kaffeemühle“ die Etappen der 550-jährigen Platzkontinuität der Wolgaster Herzogsresidenz nach.

Den Kunsthistoriker erwartet in Wolgast ein umfangreiches Aufgabenfeld. Laut Ralf Fischer soll er sich als Angestellter der Regionalgesellschaft Usedom-Peene einerseits um die musealen Einrichtungen, wie Stadtmuseum, Runge-Haus, St. Gertrud-Kapelle und – in Kooperation mit dem federführenden Förderverein – um das Fährschiff „Stralsund“ kümmern. „Andererseits gehört zu seinen künftigen Aufgaben auch der Veranstaltungsbereich, der laut einem Grundsatzbeschluss der Stadtvertretung zum 1. Januar 2020 ebenfalls in die Regionalgesellschaft überführt werden soll“, erläutert Fischer.

In diesem Zusammenhang mahnt der Fachbereichsleiter, „um unsere kulturellen Einrichtungen zukunftsfähig zu machen“, eine gedeihliche Mitarbeit der Mitglieder des städtischen Sozial- und Kulturausschusses an. „Wir brauchen Personen, die mitgestalten“, so Fischer. „Bisher kommt da einfach zu wenig.“

Tom Schröter

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