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Usedom Baustellenchaos auf Usedom: Vollsperrung und 63 Kilometer Umleitung
Vorpommern Usedom Baustellenchaos auf Usedom: Vollsperrung und 63 Kilometer Umleitung
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17:41 19.09.2019
Anfang November muss die Zecheriner Brücke für drei Tage gesperrt werden. Quelle: Tilo Wallrodt
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Ahlbeck/Zecherin/Zirchow

Den Kraftfahrern in der Region stehen Wochen mit Verkehrseinschränkungen und Umwegen bevor. Drei große Bauvorhaben sind jetzt abgesteckt, die am Donnerstag vom Straßenbauamt Neustrelitz im Usedomer Rathaus öffentlich vorgestellt wurden.

Auf der Bundesstraße 110 soll die Fahrbahn zwischen dem Abzweig Mellenthin (Knoten B 110/B 111) und Zirchow (Abzweig Kreisstraße VG 43 / Flugplatz Heringsdorf) erneuert werden. Die Straße muss deshalb voraussichtlich für fünf Wochen gesperrt werden. Die geplante Bauzeit liegt bei zehn Wochen – vom 23. September bis 13. Dezember. Der Verkehr soll über die B 111 und die L 266 über Ahlbeck weiträumig umgeleitet werden.

Noch in diesem Jahr soll die Straße zwischen Zirchow und Kreuzung Mellenthin saniert werden. Dazu gehört auch der Abschnitt zwischen Zirchow und Görke. Quelle: Henrik Nitzsche

Zecheriner Brücke für drei Tage dicht

Drei Tage im November wird auf der Zecheriner Brücke nichts gehen. Vom 4. bis 6. November wird die Südzufahrt nach Usedom voll gesperrt, weil an der Zecheriner Brücke die Hubzylinder ausgetauscht werden müssen.

Auf eine Bauzeit von vier Jahren müssen sich dagegen die Ahlbecker einstellen. Von März 2020 bis Dezember 2023 soll die Ortsdurchfahrt in Ahlbeck – von der Schulstraße bis zur Ecke Rewe-Markt – einschließlich des Umbaus des Knotens L 266/Swinemünder Chaussee zu einem Kreisverkehr ausgebaut werden.

Fahrbahnerneuerung auf 8,5 km

Zurück nach Mellenthin: Aufgrund der Größe der Fahrbahnerneuerungsmaßnahme – etwa 8,5 Kilometer – erfolgt der Ausbau in drei Bauabschnitten. Wie Jens Krage, Leiter des Straßenbauamtes, informiert, wird am Knoten Mellenthin mit dem ersten Bauabschnitt bis etwa Höhe Abfahrt Dargen begonnen. Daran schließt sich Teil zwei von Abfahrt Dargen bis Görke an.

„Der letzte Abschnitt verläuft von Görke nach Zirchow“, so Krage. Die Baukosten liegen bei rund 2,6 Millionen Euro, die vom Bund getragen werden. „Der morgendliche Schülerverkehr ist mit den ÖPNV-Betreibern abgestimmt“, so Krage. Alle Bushaltestellen in dem Bereich sollen barrierefrei gestaltet werden.

Die Baustelle in Ahlbeck Quelle: Benjamin Barz

Schülerverkehr – das war laut Krage für alle Beteiligten eine logistische Herausforderung im Zusammenhang mit der geplanten Baumaßnahme auf der Zecheriner Brücke. Das Straßenbauamt Neustrelitz hat den Austausch der Hubzylinder an der Zecheriner Brücke beauftragt.

Der Austausch der Hubzylinder – Kosten um die 600 000 Euro – ist nur unter Vollsperrung der Brücke beziehungsweise der Bundesstraße 110 von Montag, 4. November, um 0.00 Uhr bis Mittwoch (6. November) 24 Uhr zu realisieren. Für die Skipper kommt es noch dicker: Die Brücke wird für die Schifffahrt vom 28. Oktober bis 10. November nicht passierbar sein.

63 km langer Umweg über Wolgast

Der Termin der Bauarbeiten mit den Sperrungen wurde bewusst außerhalb der Herbstferien und Feiertage gewählt. „Zur Terminfindung wurden sämtliche Träger öffentlicher Belange einbezogen. Wir haben auch mit Vertretern des Dehoga und der Tourismusverbände der Region gesprochen“, sagt Krage. Für die drei Tage Vollsperrung bedeutet das für die Kraftfahrer einen 63 Kilometer langen Umweg über Wolgast von und zur Insel Usedom.

Der Schülerverkehr ist in der Zeit abgesichert. „Im Stundentakt tagsüber wird es eine Fährverbindung zwischen Kamp und Karnin geben“, so Krage. Die Fähre könnten auch Bürger mit dem Fahrrad kostenlos nutzen. Weiterhin ist ein individueller Schülerverkehr mit Taxis möglich.

Langfristig Neubau der Brücke geplant

Im Anschluss an den Austausch der Hubzylinder sind Taucheruntersuchungen zur Feststellung von Rissen an den Unterbauten der 1931 errichteten Brücke geplant. Laut Straßenbauamt soll es eine Planung für die Ertüchtigung der 325 Meter langen Brücke geben, um den Betrieb in den nächsten 15 bis 20 Jahren sicherzustellen. „Langfristig planen wir den Neubau der Brücke, die auf Dauer dem steigenden Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen ist“, so Krage.

Von so einer geringen Bauzeit können die Ahlbecker nur träumen, die ab dem nächsten Jahr mit einer Vier-Jahres-Baustelle (Baukosten rund fünf Millionen Euro/Straßenbau drei Millionen Euro) klarkommen müssen. „Wir planen den Ausbau der L 266 Ortsdurchfahrt Ahlbeck einschließlich einer Neugestaltung der Nebenanlagen bestehend aus Rad- und Gehwegen sowie teilweise Längsparkbuchten. Dazu soll der Knotenpunkt L 266/Swinemünder Chaussee zu einem Kreisverkehr mit einem Außendurchmesser von 35 Metern umgebaut werden“, sagt Rayk Langer, Sachbearbeiter für Verkehrstechnik beim Straßenbauamt.

Die Ausbaulänge beträgt rund 840 Meter zuzüglich 110 Meter Gemeindestraße für den Kreisverkehrsast Swinemünder Chaussee. Mit im Boot sind die Gemeinde, der Wasser-Zweckverband, die Gasversorgung Vorpommern und die e.dis AG.

Ahlbeck: Arbeiten unter halbseitiger Sperrung

Der Ausbau ist in fünf Bauabschnitten „unter Aufrechterhaltung des Verkehrs vorgesehen. Größtenteils erfolgen die Arbeiten unter halbseitiger Sperrung des Verkehrs“, so Langer. Die lange Bauzeit begründet er u.a. mit der Ferienreiseverordnung M-V. Demnach darf es in den Sommermonaten Juli und August zu keiner Verkehrsraumeinschränkung kommen. „Alle wichtigen innerörtlichen Ziele, wie Schule, Bahnhof, Busbahnhof sowie Einkaufsmärkte, sollen über die gesamte Bauzeit hinweg erreichbar bleiben“, so Langer.

Seit Jahren warten die Ahlbecker auf den Ausbau der Kreuzung zum Kreisel an der Swinemünder Chaussee. Quelle: Henrik Nitzsche

Baustart soll im März 2020 sein: Der erste Bauabschnitt (bis September 2020) reicht von der Waldstraße bis zur Bahnhofstraße, der zweite Bauabschnitt (September bis April 2021) von der Bahnhofstraße bis zum geplanten Kreisverkehr am Rewe-Markt. Dann folgen Abschnitt drei (Bau Kreisverkehr), vier (Kreisverkehr bis Bahnübergang in Richtung Korswandt) und fünf (Schulstraße bis Waldstraße).

Von Henrik Nitzsche

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