Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Fledermäuse sollen Jagd auf Blutsauger machen
Vorpommern Usedom Fledermäuse sollen Jagd auf Blutsauger machen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:17 13.05.2019
Eine Nisthilfe für Fledermäuse. Die Flugsäuger sollen helfen, die Mückenplage in und um Swinemünde auf natürlichem Weg abzuschwächen. Quelle: Radek Jagielski
Swinemünde

Die Sommersaison steht kurz bevor und auch in Swinemünde rückt das Thema Mücken wieder zunehmend ins allgemeine Blickfeld. Die Stechmücken sind ein echter Albtraum für die Bewohner und Gäste der Kurstadt. Die Stadt tut Einiges dagegen: Für die Mückenbeseitigung auf chemischem Wege gibt Swinemünde zehnmal so viel Geld aus, wie die Großstadt Stettin.

Doch der Kampf gegen die Plagegeister ist in Swinemünde nicht effektiv. Schließlich liegt die Stadt in der Nähe des Wolliner Nationalparks, wo Insekten nicht bekämpft werden dürfen, jedoch am häufigsten auftreten. Natürliche Methoden sind daher gefragt, um der Mückenplage Herr zu werden. Vögel, und hier vor allem Mauersegler, sowie Fledermäuse sind eifrige Insektenvertilger.

Viele Gebäudeverwalter zögern noch

In Swinemünde wurden an einigen Gebäuden bereits Nisthilfen für Mauersegler aufgehängt. Die Kästen reichen jedoch nicht aus. Viele Gebäudeverwalter möchten keine Häuschen anbringen, da sie fürchten, die Vögel könnten die Fassaden verschmutzen, was jedoch nicht stimmt.

Zur Überraschung vieler Zeitgenossen beteiligt sich das Unternehmen Polskie LNG, welches das Gasterminal am rechten Ufer der Swine verwaltet, an folgender Aktion: LNG kaufte mehrere Dutzend Nistkästen für Fledermäuse. In Abstimmung mit bekannten Fledermausforschern, den so genannten Chiropterologen, wurden die Nistplätze entlang von Wegen aufgehängt, die in der Nähe von Vermehrungsgebieten der Mücken im östlichen Stadtteil verlaufen.

Sechs Fledermausarten in Swinemünde zu Hause

„Das Anbringen von Fledermausboxen wird greifbare Vorteile für die Bürger bringen, ohne die Umwelt zu schädigen, und zugleich die Denkweise der Öffentlichkeit über Fledermäuse ändern“, sagt Michał Szklarski, Spezialist für Umweltschutz bei Polskie LNG. „Denn: Diese fliegenden Säugetiere sind ein natürlicher Feind der lästigen Insekten.“ Untersuchungen von Polskie LNG zufolge überwintern sechs der insgesamt 26 in Polen vorkommenden Fledermausarten in Swinemünde. Dabei handele es sich um das Große Mausohr, das Braune Langohr sowie die Wasser-, Fransen-, Teich- und die Zwergfledermaus.

Michał Szklarski, Spezialist für Umweltschutz im Unternehmen Polskie LNG, mit einem Nistkasten für Fledermäuse. Quelle: Radek Jajielski

 

Die „Zusammenarbeit“ mit den Fledermäusen kann den Einsatz von Insektiziden, die auch für Bienen und Schmetterlinge tödlich wirken, deutlich senken helfen. Darauf haben bereits in den vergangenen Jahren die Swinemünder Naturforscher hingewiesen. Eine einzige Fledermaus könne Tausende Insekten innerhalb einer Nacht verspeisen, darunter viele Mücken. „Die Initiatoren, die für die Installation der Nisthöhlen gesorgt haben, hoffen, dass die Flugsäuger diese zeitnah annehmen und darin sogar bald ganze Fledermaus-Familien wohnen“, fügt Szklarski hinzu.

Gleichzeitig fordert Polskie LNG die Bewohner Swinemündes auf, ähnliche Häuschen zu kaufen und in Privatinitiative an geeigneten Stellen zu platzieren. In der betreffenden Region könnten auch Nisthilfen für Schwalben und Mauersegler angebracht werden, die gleichsam Insekten jagen. „Je mehr natürliche Feinde gegen die Blutsauger, desto besser“, betont auch Piotr Piwowarczyk, Direktor des Museums für Küstenverteidigung in der Swinemünder Gerhard-Festung, in deren Nähe ebenfalls einige Nistboxen befestigt wurden. „Wir können bestätigen, dass jede weitere Fledermaus für die Besatzung der Festung und unsere Besucher eine Erlösung ist.“

Polskie LNG plant demnächst auch interaktive Kurse für Kinder und Jugendliche unter Beteiligung von Wissenschaftlern und Fledermaus-Liebhabern, um zusätzlich das Augenmerk auf die natürlichen Insektenjäger zu richten.

Radek Jagielski

Die Polizei hat ein Wohnhaus in Neu Sallenthin bei Heringsdorf auf Usedom durchsucht. Ermittelt wird gegen eine Frau, die kurz vor dem Tod von Dag S. mit ihm zusammen gewesen sein soll.

13.05.2019

Die Sowjetunion und Nazideutschland stellten Kautschuk aus Löwenzahn her. Dafür wurde auch im Konzentrationslager Auschwitz geforscht. Die Idee wird jetzt in Anklam unter anderen Bedingungen verfolgt.

13.05.2019

Fischer und Funktionäre forderten vor 140 Jahren Zoll auf frischen Fisch

12.05.2019