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Usedom Stadtpräsident zum „Swinetunnel“: „Kein Lkw kann nach Deutschland“
Vorpommern Usedom Stadtpräsident zum „Swinetunnel“: „Kein Lkw kann nach Deutschland“
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16:26 22.11.2018
Janusz Zmurkiewicz, Stadtpräsident von Swinemünde. Quelle: FOTO: R. JAGIELSKI
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Swinemünde

Stadtpräsident Janusz Zmurkiewicz äußert sich im Interwiev zu seiner Wiederwahl und zum Swinetunnel.

Sie wurden für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Welche Priorität wird der Bau des Tunnels haben?

Janusz Zmurkiewicz: Diese Aufgabe war für mich bereits im Jahr 2002 die wichtigste, als ich die Arbeit in der Kommunalverwaltung anfing. Nach 16 Jahren konnte mit dieser Investition begonnen werden. Die Finanzierung ist gesichert, der Auftragehmer wurde ausgewählt, wir haben auch alle erforderlichen Dokumente.

Wie schätzen Sie die bevorstehende Projektphase ein?

Jetzt wird es schwierig. Es finden in Swinemünde regelmäßige Treffen mit dem Auftragnehmer und dem Vertragsingenieur statt. Die ersten Probleme müssen gelöst werden. Das Ganze wird mit Sicherheit nicht leicht sein. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass wir in vier Jahren den Bau dieses Tunnels beenden werden.

Was wird bei der Umsetzung dieser Investition am schwierigsten sein?

Am schwierigsten wird der Baubeginn sein und so die Baustelle vorzubereiten, dass die Tunnelbaumaschine unter den Boden kommt. Wenn die Maschine mit dem Bohren beginnt und im Prinzip mit dem Bau des Tunnels, da sie sofort das gesamte Gehäuse montiert, wird er definitiv beendet. Das Anhalten der Maschine ist überhaupt keine Option.

Wann wird es dazu kommen?

Die Bohrungen sollten in einem Jahr beginnen, d.h. um die Jahreswende 2019/2020. Wir haben sogar die Idee, eine Kamera auf der Baustelle zu installieren, die den Arbeitsfortschritt anzeigt. Wir möchten, dass die Bewohner und alle Interessierten sehen, wie der Tunnel entsteht.

Die Investition wird definitiv die gesamte Insel Usedom beeinflussen. Beiderseits der Grenze gibt es Menschen, die vor einem zunehmenden Auto, - und Lastwagenverkehr warnen. Verstehen Sie die Ängste?

Es stimmt, dass eine unbegrenzte Anzahl von Autos den Tunnel passieren kann. Das Problem ist ein völlig anderes. Wenn tausende Lastwagen den Tunnel passieren, muss die Frage gestellt werden, wohin diese fahren werden? Denn an den beiden Grenzübergängen Garz und Ahlbeck ist der Fahrzeugverkehr auf bis zu 10 Tonnen beschränkt. Dies liegt daran, dass das Straßennetz auf der anderen Seite der Grenze nicht bereit ist, Transit aufzunehmen. Kein LKW aus Swinemünde wird auf die deutsche Seite gelangen. Warum sollten Lastwagen den Tunnel passieren, wenn sie nicht weiter fahren können? Nur diejenigen, die Waren in Lagerhäuser und auf Baustellen liefern, kommen nach Swinemünde. Der gesamte Transit wird weiterhin durch Stettin und Pomellen fortgesetzt. Nach der Tunnelentstehung, werden einige deutsche Touristen definitiv die Entscheidung treffen, weiter nach Kolberg, Misdroy oder Stettin zu fahren. Der Verkehr wird somit in beide Richtungen erfolgen. Die Befürchtung, dass Autos Swinemünde, Ahlbeck oder Heringsdorf blockieren werden, ist nicht gerechtfertigt. Natürlich muss man etwas mit der Straßeninfrastruktur machen und wir bereiten uns darauf vor. Leider sehe ich es nicht auf der deutschen Seite. Ich denke, wenn sie den Verkehr dort reduzieren wollen, sollten sie Beschränkungen für die Brücke in Wolgast und Anklam einführen, denn von dort kommen die Autos und nicht von Swinemünde. Wir haben ein Parkprogramm für die nächsten vier Jahre entwickelt. Es wird nicht nur Usedom umfassen. In Warszów auf Wollin werden wir ein großes Parksystem einrichten, welches dazu anregen wird, das Auto auf der Insel Wollin zu lassen und Linienbusse zu benutzen. Wir sind uns bewusst, dass nach der Tunneleröffnung ein größeres Verkehrsaufkommen herrschen wird, aber nicht in solchen Mengen, die eine Kommunikationslähmung der Stadt verursachen wird.

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