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Usedom Berühmter Pommernteppich in Potsdam
Vorpommern Usedom Berühmter Pommernteppich in Potsdam
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15:21 15.06.2019
Der Jagd-Gobelin, den wahrscheinlich Herzog Philipp I. seinem Hofmeister Achim von Platen-Parchow schenkte Quelle: Sammlung von Platen
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Wolgast

Ein Teppich aus dem Wolgaster Schloss der Pommernherzöge befindet sich in guter Obhut in Potsdam, informierte der Vorsitzende der Historischen Kommission für Pommern, Haik Thomas Porada. Er wurde aus dem Besitz der Familie von Platen, Parchen auf Rügen im September 1964 durch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Potsdam von der Gräfin Pourtales aus Prien am Chiemsee erworben. Die nötigen 28.000 DM stellte die Deutsche Klassenlotterie zur Verfügung.

Poradas lange Suche auf Anregung von Hans-Henning von Platen war damit von Erfolg gekrönt (die OZ berichtete). Den Gobelin schmücken Darstellungen der Jagd und der biblischen Geschichte. Der Teppich entstand wahrscheinlich spätestens 1560 und schmückte vermutlich das Wolgaster Schloss. Laut einer um 1980 entstandenen Biografie Carl Gustav von Platens (1887-1974) schenkte der pommersche Herzog Philipp I. (1515-1560) den Gobelin seine „Frauenzimmerhofmeister“ Achim von Platen. Ursprünglich sollen es zwei Teppiche gewesen sein. Im Wolgaster Schloss gab es im 16. und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts 50 bis 60 großformatige Bildteppiche. Das Gebäude selbst verfiel nach dem Dreißigjährigen Krieg. Im Jahre 1798 verkauften die schwedische Regierung die Schlossreste an die Stadt Wolgast als Steinbruch. Wohl um 1820 Stand oberirdisch nichts mehr.

Laut Porada ist es indes nicht sicher, dass der Teppich, über den Hans-Henning von Platens Onkel Carl Gustav von Platen verfügte, zur großartigen Ausstattung des pommerschen Residenzschlosses gehörte. Es sei auch möglich, dass von Platen ihn bei Kriegsende aus Bergen mitnahm, um ihn zu schützen. Dorthin hatte den Adligen sein bewegtes Leben geführt (die OZ berichtete). Er war zehn Jahre Generalbevollmächtigter der Herrschaft Putbus. 1935 bis 1945 wirkte er in dieser Funktion. Im Oktober 1945 musste er Putbus wegen „Gefährdung der Bodenreform“ verlassen.

Der von Hans-Henning von Platen gesuchte Teppich wurde jedenfalls laut der Chronik nach dem Zweiten Weltkrieg in der Wohnung von Platens in Helmstedt verwahrt. Hans-Henning von Platen geht von einem Verkauf des Kunstwerks durch seinen Onkel aus. Ob der gleich an die Gräfin Pourtales erfolgte, ist unklar.

eob

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