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Usedom Theater Salomé: Nicht alle Träume konnten reifen
Vorpommern Usedom Theater Salomé: Nicht alle Träume konnten reifen
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00:00 19.08.2017
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Heringsdorf

Träumen sollte man immer dürfen. Erst recht, wenn man romantisch veranlagt ist oder eine künstlerische Ader hat. Doch die wirtschaftlichen Realitäten stoßen sich mitunter an den ach so kühnen Visionen. Nicht anders ist es dem im deutschen Westen bestens bekannten Traumtheater Salomé ergangen, das in diesem Sommer sein Usedom-Debüt gefeiert hat. 50 Vorstellungen im Kaiserbädersaal vor möglichst ausverkauften Rängen aufzuführen, erwies sich dann doch als zu schwerer Bilanz-Ballast. Dennoch, Harry Owens, künstlerischer Leiter, ist nicht unzufrieden. „Wenn Sie den Menschen hautnah begegnen, die glücklich das Forum Usedom verlassen, deren Augen glänzen und die dankbar sind, dann können sie nicht so viel falsch gemacht haben“, zieht der 72-Jährige sein Resümee.

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Harry Owens vor dem Forum Usedom, wo eine bunte Werbung zu „Salomé“ lockt. Quelle: Foto: Steffen Adler

Nächste Vorhaben

Von November bis Januar plant Owens ein sechswöchiges Gastspiel mit einem Spiegeltheater, vielleicht in Köln oder Mannheim.

Eine Deutschlandtournee ist für den März in Vorbereitung. Dach steht erneut Usedom auf dem Wunschzettel.

Und tatsächlich, die Eintragungen im Gästebuch sprechen Bände: „So schön haben wir es nicht erwartet!“, „Ich fand es mega schön, spannend und sehr aufregend, ein fantastisches Erlebnis“ und „Keiner hat mich so verzaubert wie heute Salomé“. Wenn Owens und seine Künstler dies lesen, sei es mehr Dank als eine zum Bersten gefüllte Abendkasse. Aber natürlich wird auch die gebraucht, um Kosten zu begleichen und Gagen zu zahlen. „Wir sind ziemlich kurzfristig auf die Insel gekommen und konnten daher auch nur begrenzt in Marketing und Werbung loslegen“, blickt der Chef, der nur ungern so genannt wird, zurück. Noch gibt es im schönsten Saal der Insel bis zum 27. August weitere Vorstellungen der Tänzer, Akrobaten und des Magiers, doch längst gehen die Gedanken auch in die Zukunft.

Er will nur allzu gern wiederkommen, um die Gäste, besonders aber die oft sehr zurückhaltenden Einheimischen zu verzaubern. Allein, dem Miteinander auf Usedom, zwischen verschiedenen Ensembles, Künstlern und Touristikern, würde er gern mehr Leben einhauchen. „Es gibt Leute mit Seele, es gibt Macher und Unterstützer, aber so ein richtiger Runder Tisch, an dem nach dem Motto ’Wir sind Usedom

Absprachen getroffen und Impulse gegeben werden, daran mangelt es“, konstatiert Owens. Und der Mann hat Erfahrung, war sein ganzes bisheriges Leben unterwegs, nachdem er mit 14 Jahren von zu Hause weggelaufen und durch die halbe Welt getingelt ist. Köln sei schon irgendwie seine Stadt, aber heimisch fühle er sich überall, wo er Freunde hat; in Berlin, Mannheim, Frankfurt oder im ägyptischen Assuan. Hier geht eine Stiftung auf ihn zurück.

In Architekt Gerd Seele und Maritim-Hotelchef Ralf Cloppenburg habe er wohlwollende Mitstreiter auch auf Usedom gefunden, deshalb sollten der Kaiserbädersaal und das Forum Usedom schon die Heimstatt der „Traumtänzer“ bleiben. Einen guten Untertitel brauche die Location, denn viele trauten sich gar nicht in das vornehm wirkende, gläserne Foyer, andere wüssten damit nichts anzufangen. „Forum der schönen Künste“ kann sich Owens gut vorstellen.

Sein großer Traum bleibt indes eine schwimmende Theaterbühne à la Bregenz auf dem Bodensee, hier optimalerweise auf dem Schloonsee. Natürlich weiß er um die formell-bürokratischen Hindernisse und die gültigen Eigentumsrechte. Doch sieht der Theaterprofi eine große Chance in dem Vorhaben: „Wir könnten doch gemeinsam zeigen, was uns in den Kaiserbädern und auf Usedom insgesamt lieber ist: Eine Erdgasförderstätte oder ein Theater, das seine Besucher im wunderbarsten Sinne verzaubert.“ Von daher freut sich Owens auch darauf, bei einer Abschlussrunde in der nächsten Woche noch einmal mit den Verantwortlichen sprechen zu können, um Gutes wie Verbesserungsbedürftiges auszuwerten.

Steffen Adler

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