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Usedom Tiefenwärme soll Haushalten in Heringsdorf einheizen
Vorpommern Usedom Tiefenwärme soll Haushalten in Heringsdorf einheizen
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00:00 25.03.2017
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Heringsdorf

Die Gemeinde Ostseebad Heringsdorf setzt auf Erdwärme, auch Geothermie genannt. Am Donnerstagabend haben die Abgeordneten mehrheitlich beschlossen, mit der Firma Disa energy- Gruppe einen Konzessionsvertrag einzugehen, der bis zur Mai-Sitzung vorliegen soll. Aus einer Tiefe bis zu 1000 Metern soll in den Kaiserbädern künftig Erdwärme gefördert werden.

„Mit jeder Bohrung sparen wir 9000 Tonnen des Klimagases CO2.Gerd-Michael Burow, RWE-Manager

So funktioniert es:

Die warmen Tiefengrundwässer werden mit Bohrungen angezapft. Mittels einer Pumpe steigt das Wasser. Über einen Wärmeübertrager wird die Wärme in den Heizkreislauf gebracht. Das abgekühlte Wasser fließt über eine zweite Bohrung wieder zurück.

Seit 2008 hat sich das Unternehmen als Inhaber des Bergrechts bemüht, in der Gemeinde Heringsdorf das Projekt „Ökovision Usedom“ umzusetzen und die Warmwasser- und Wärmeversorgung auf Basis der Nutzung heimischer geothermischer Energie langfristig zu sichern. „Diese Lösung gilt als nachhaltig, umweltfreundlich, kostengünstig und kostenstabil. Mit jeder Bohrung sparen wir 9000 Tonnen des Klimagases Kohlendioxid im Jahr“, sagte Gerd-Michael Burow, Projektmanager bei RWE Essen, bei der Vorstellung des Vorhabens. Disa hat 2015 den Energieversorgungskonzern RWE für das Projekt mit ins Boot geholt.

16 Millionen Euro will Disa in das Fernwärmenetz in der Gemeinde Heringsdorf investieren. Allein für die Bohrung mit Bohrplatz und einem „30 bis 60 Meter hohen Bohrturm“, so Burow, sind rund acht Millionen Euro geplant. Ein Grundstück für den Bohrplatz gebe es noch nicht.

Die erste Bohrung soll in Heringsdorf erfolgen. „Als Haupttrasse für die Leitungen unseres Netzes planen wir die Delbrückstraße. Im Zuge der bevorstehenden Sanierung der Straße können die Leitungen schon jetzt verlegt werden, ohne dass eine Bohrung beginnt“, ging der RWE-Manager auf planerische Inhalte ein. Auf Nachfrage des Abgeordneten Helmut Friedrich (UWG) nach einem möglichen Anschlusszwang für die Heringsdorfer, antwortete Burow: „Es gibt keinen Anschlusszwang. Wir gehen in den Wettbewerb mit dem Gasversorger.“

Grundlage für die Wirtschaftlichkeitsberechnung seien die in Aussicht gestellten Fördermittel – Disa rechnet mit 50 Prozent – und vor allem die Abnehmer der Erdwärme. „Wir haben jede Menge Interessensbekundungen bekommen, die uns nochmals bestätigt haben, das Projekt umzusetzen“, so Disa-Geschäftsführer Olaf Kurtze. Dass auch kommunale Gebäude und Einrichtungen des Eigenbetriebes angeschlossen werden, ist zwar aus dem Beschluss herausgenommen worden, gilt aber als sicher. Schließlich will Heringsdorf in Sachen Klimaschutz an der Ostseeküste Vorreiter sein und hat dazu im vergangenen Jahr einen Klimabeirat gegründet.

Der Abschluss mit den Kunden laufe laut Kurtze so: „Nach der Interessensbekundung folgt ein Vorvertrag und dann der Vertrag.“ Auf die Frage, ob in Spitzenzeiten die Erdwärme ausreicht, antwortete Burow. „Nein. Dann benötigen wir auch Gas. Zusätzlich haben wir aber Notkessel und Wärmespeicher.“

Apropos Erdgas: Die Firma Engie E & P Deutschland GmbH hält auch weiter an ihren Plänen fest, vor der Küste der Kaiserbäder Erdgas fördern zu wollen. Dort lagern rund elf Milliarden Kubikmeter Erdgas, die das Unternehmen über einen Zeitraum von etwa 30 bis 40 Jahren fördern will.

Für Gemeindevertreter Sven Brümmel (InKa) stellt sich da die Frage: „Hier wollen zwei bohren. Kann man das Geothermie-Projekt vor die Erdgasförderung stellen?“ Darauf Alexander Kattner vom Bergamt Stralsund: „Es gibt keine Bevorzugung von Gas oder Erdwärme. Wir haben eine Gleichstellung, zu der wir verpflichtet sind.“

Henrik Nitzsche

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