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Usedom Sicheres Domizil für verletzte Tierseelen
Vorpommern Usedom Sicheres Domizil für verletzte Tierseelen
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13:06 03.06.2019
Das Bild zeigt Tierhof-Leiterin Bärbel Leistner (l.) mit dem Schäferhund-Mischling Blacky und Hundetrainerin Maja Löschhorn mit dem Stafford-Boxer-Mix Kira. Quelle: Tom Schröter
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Wolgast

20 Jahre Wolgaster Tierhof – die Bilanz der Einrichtung im Tannenkamp kann sich sehen lassen: In den vergangenen zwei Jahrzehnten durchliefen etwa 1400 Fundhunde die Auffangstation; 40 Prozent von ihnen konnten den Haltern wieder übergeben und fast alle übrigen Vierbeiner an neue Herrchen oder Frauchen vermittelt werden. Hinzu kommen 780 Fundkatzen, die zu 99 Prozent in neue Hände gegeben werden konnten.

„Was die Katzen angeht“, so hat Tierhof-Leiterin Bärbel Leistner festgestellt, „werden, anders als bei Hunden, nur ganz selten diejenigen gefunden, die vermisst werden.“ Aktuell werden im Tierhof 21 Fundkatzen und 13 -hunde betreut. „Unser wichtiges zweites Standbein ist unsere Tierpension, die über Pfingsten und in der Ferienzeit oft voll belegt ist“, erklärt die 61-jährige Chefin.

Vertragspartner aus den Ämtern erwartet

Das 20-jährige Jubiläum soll am Sonnabend zünftig gefeiert werden. Zur Eröffnung der Party um 10 Uhr hat sogar Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) sein Kommen zugesagt. Erwartet werden zudem Vertreter der Vertragspartner aus den Ämtern Am Peenestrom, Usedom Nord und Züssow sowie viele ehrenamtliche Helfer und Freunde der Einrichtung. Der Handels- und Gewerbeverein der Stadt will eine 1000-Euro-Spende überreichen.

Interessierte sind am Samstag herzlich willkommen. Achtung: Motorisierte Besucher werden gebeten, ihre Autos auf dem Tierpark-Parkplatz abzustellen. Auf die Gäste wartet ein vielfältiges Programm (Siehe: Info-Kasten).

Auch Dog Dancing wird vorgeführt. Diese Aufnahme entstand während des Tierhof-Festes 2018. Quelle: Tilo Wallrodt

Hinter den eingangs erwähnten Zahlen verbergen sich ebenso viele tierische Einzelschicksale, von denen Bärbel Leister und ihrem Mitarbeiter Andreas Schille manche noch heute stark zu Herzen gehen. Unvergessen bleibt zum Beispiel der Spitz-Mischling „Dicky“ aus dem Raum Züssow, der – vergessen hinter einem Sofa – wochenlang in der Wohnung eines Verstorbenen zubrachte und gerade noch rechtzeitig gerettet und im Tierhof wieder aufgepäppelt werden konnte. Noch drei glückliche Jahre verbrachte die Promenadenmischung, die heute unter anderem die Werbe-Buttons des Tierhofs ziert, im idyllisch am Rande der alten Herzogstadt gelegenen Vierbeiner-Asyl.

Veranstaltungsprogramm zum Jubiläum

Die Gäste dürfen sich am Sonnabend auf ein interessantes Programm freuen. Hier einige Auszüge:

10 Uhr: Eröffnung durch Tierhof-Leiterin Bärbel Leistner; Begrüßung des Landwirtschaftsministers Till Backhaus und Vertreter der Vertragspartner

ab 10.30 Uhr: Hundevorführungen des Schäferhundevereins, Dog Dancing, Schlittenhundführung, Arbeit mit Tierhofhunden

ab 11 Uhr: Kinderschminken mit Fanny, Kutschfahrten

ab 12 Uhr: Tierarzt-Sprechstunde (Beratung)

ab 13 Uhr: Kettensägen-Künstler Jörg Duschek in Aktion

Begleitprogramm: Torwandschießen, Riesenmikado, Hüpfburg, Steak/Bratwurst vom Grill, Kaffee/Kuchen, Getränke, Eis, Große Tombola mit attraktiven Preisen.

Drei Wochen auf Balkon zugebracht

Wenn Bärbel Leistner an „Sissy“ denkt, verdrückt sie unweigerlich ein, zwei Tränen. „Die Stafford-Hündin verbrachte drei Wochen auf dem Balkon eines Wohnblocks in der Maxim-Gorki-Straße in Wolgast, während seine Halterin in Zinnowitz im Urlaub war“, erzählt sie. Irgendwann erbarmte sich ein Nachbar über den erst acht Monate alten Hund, der sich mit Schnee den Durst löschte, anfangs noch seinen eigenen Kot fraß, um nicht zu verhungern, und sich vor Verzweiflung die Krallen an der verschlossenen Balkontür abkratzte. Rund 13 Jahre lebte die traumatisierte Hündin anschließend im Tierhof.

Aber nicht nur Hund und Katz trafen im Tierdomizil unweit des Tierparks ein. Auch sechs, in der Nähe des Aldi-Marktes ausgesetzte Hamster, ein in einen Briefkasten gestopftes Meerschweinchen und ein Mini-Kaninchen, das an Myxomatose litt und in einen Altkleider-Container entsorgt worden war, fanden im Tierhof zeitweisen Unterschlupf. Hinzu kommen diverse Igel und Vögel: „Ein im Famila-Markt gefangener Wellensittich kam brav im Schuhkarton zu uns“, schildert die Leiterin.

Im Tierhof sind Fundtiere und Pensionstiere gut und sicher aufgehoben.

Tonnenweise Futter verabreicht

Beeindruckend ist übrigens auch, was die Fundtiere so verdrücken. In den zurückliegenden 20 Jahren wurden im hiesigen Tierhof 58400 Kilogramm Hunde-Trocken- und 21900 Kilogramm -Nassfutter verfüttert. Hinzu kamen 14600 Kilogramm Katzen-Trocken- und 7300 Kilogramm -Nassfutter. Ungezählte Operationen und medizinische Behandlungen wurden ermöglicht, wobei diese oft dank der freigiebigen Facebook-Gemeinde des Tierhofs finanziert wurden. „Dabei“, so berichtet Bärbel Leistner, „haben wir festgestellt, dass in jüngerer Zeit aggressive Viruserkrankungen deutlich zugenommen haben.“

Tom Schröter

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