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Usedom Toter Türsteher Dag S.: Polen hält toxikologisches Gutachten geheim
Vorpommern Usedom Toter Türsteher Dag S.: Polen hält toxikologisches Gutachten geheim
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15:01 25.06.2019
Dag S. (60) wurde am 8. Mai tot in einem Swinemünder Waldstück aufgefunden. Seitdem ermitteln die polnischen Behörden. Die Staatsanwaltschaft Stralsund wartet immer noch auf Untersuchungsergebnisse. Quelle: privat
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Swinemünde

Zum Tod des bekannten Usedomer Türstehers und Inhabers einer Sicherheitsfirma, Dag S. (60), werden aktuelle Erkenntnisse der polnischen Ermittler unter Verschluss gehalten. Zwar seien die Ergebnisse der toxikologischen und chemischen Untersuchungen bei Dag S. bereits bekannt, doch die Staatsanwaltschaft Swinemünde will die Ergebnisse aus untersuchungstaktischen Gründen nicht preisgeben.

In der Öffentlichkeit hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Viagra und Betablocker als Todesursache von Dag S. eine Rolle gespielt haben könnten.

Rechtshilfeersuchen aus Deutschland

Der Staatsanwaltschaft in Stralsund liegen nach Aussage ihres Sprechers Martin Cloppenburg noch keine neue Erkenntnisse vor. Die Behörde hat Anfang Juni ein Rechtshilfeersuchen an Polen gestellt, damit einerseits endlich der Leichnam überführt wird und andererseits die deutschen Behörden Auskunft erhalten.

Dag S. war am 8. Mai in einem Waldstück eines Stadtteils von Swinemünde tot aufgefunden worden. Seitdem ermitteln federführend die polnischen Behörden, da der Tatort in Polen liegt.

Leichnam darf überführt werden

Von der Staatsanwaltschaft in Swinemünde gab es nun die Nachricht, dass der Leichnam von Dag S. nach Deutschland überführt werden darf. Die Zustimmung zur Übergabe an die deutsche Seite sei bereits am 14. Juni erteilt worden, heißt es. Allerdings verwies der stellvertretende Staatsanwalt Mariusz Gajewski darauf, dass das Verfahren in diesem Fall länger dauere, da alle Unterlagen erst ins Deutsche übersetzt werden müssen.

Mariusz Gajewski gab auch an, dass es noch keine Gutachten der Sachverständigen zur direkten Todesursache des Mannes gibt. „Die Experten hatten versprochen, bis Ende Juni eine Stellungnahme abzugeben. Aufgrund des enormen Arbeitsvolumens muss diese Frist jedoch verlängert werden.“ Die Überführung des Leichnams von Dag S. nach Deutschland könne aber stattfinden, so Mariusz Gajewski.

Martin Cloppenburg, Sprecher der Stralsunder Staatsanwaltschaft, sagte am Dienstag auf OZ-Nachfrage, dass außer der Eingangsbestätigung auf das Rechtshilfeersuchen von polnischer Seite noch keine weiteren Informationen vorliegen würden. Nach wie vor werde auf Ergebnisse der gerichtsmedizinischen und der toxikologischen Untersuchung gewartet.

Tod durch unbekannte Substanzen?

Besonders vom toxikologischen Gutachten erhoffe man sich Aufschlüsse darüber, ob der Mann vor seinem Tod unbekannte Flüssigkeiten oder Substanzen zu sich genommen hat. Denkbar wäre laut Staatsanwaltschaft aber auch, dass der Tod des bekannten Türstehers natürliche Ursachen hat bzw. unbekannte Erkrankungen der Auslöser waren. Laut Cloppenburg sei es denkbar, dass nach der Überführung des Leichnams in Deutschland noch einmal eine gerichtsmedizinische Untersuchung erfolge, um sichergehende Erkenntnisse zu haben.

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