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Usedom Trassenheide: Klinik-Personal geht in den Warnstreik
Vorpommern Usedom Trassenheide: Klinik-Personal geht in den Warnstreik
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11:28 17.05.2019
Holger Kötzsch, kaufmännischer Geschäftsführer des Hauses, fährt am Morgen mit Vertretern des Controllings und der Personalabteilung an den Mitarbeitern vorbei. Für einen kleinen Augenblick steigen alle aus und begrüßen kurz die Kollegen. Quelle: Hannes Ewert
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Trassenheide

Eigentlich hört man am Trassenheider Kreisverkehr in den Morgenstunden die Vögel zwitschern, mit etwas Glück die Ostseewellen rauschen oder das ein oder andere Tier läuft über den Weg. Am Donnerstagmorgen war die Situation komplett anders: Rund 60 Angestellte der MediClin Dünenwaldklinik legten zwischen 6 und 9 Uhr die Arbeit nieder und gingen in einen Warnstreik. Die Frühschicht wurde nur über einen Notdienst besetzt. Ein lautes Pfeifkonzert, welches von Rasseln und dem Schwenken von Gewerkschaftsfahnen begleitet wurde, hallte durch den Wald. In gelben Westen standen die Mitarbeiter am Kreisverkehr und jedes vorbeifahrende Auto wurde auf ihre prekäre Situation aufmerksam gemacht.

Rund 60 Männer und Frauen, die in der Dünenwaldklinik Trassenheide angestellt sind, legten am Donnerstagmorgen die Arbeit nieder und machten ihren Forderungen Luft.

Die Forderungen der Mitarbeiter: Mehr Geld und einen Tarifvertrag, der die manteltariflichen Regelungen des Tarifvertrages Öffentlicher Dienst (TVöD) übernimmt und Löhne/Gehälter stufenweise auf das Niveau des TVöD anhebt.„Wir wollen vor allem erreichen, dass es keine finanzielle Spaltung in der Belegschaft gibt. Wenn jemand mehr Geld bekommt, dann alle“, erklärt Gewerkschaftssekretärin Martina Hartung, die die Fäden des Warnstreiks am Donnerstagmorgen in der Hand hielt. „Es kann nicht sein, dass es für gleiche Arbeit in der Region einen Lohnunterschied von 30 Prozent gibt. Das sind für einige Mitarbeiter schon mehrere hundert Euro“, betont sie. Sie verglich die finanzielle Situation der Mitarbeiter mit anderen Häusern auf der Insel oder dem Festland.

Unter den streikenden Mitarbeitern waren Diätassistenten, Mitarbeiter der Verwaltung, Therapeuten, des Qualitätsmanagements, Schreibkräfte, aber auch Disponenten. Wie Martina Hartung berichtet, war dies der erste große Streik an der MediClin-Dünenwaldklinik in Trassenheide.

Ein Höhepunkt des Warnstreiks war die Ankunft von Holger Kötzsch, dem kaufmännischen Geschäftsführers des Hauses. Zusammen mit Rita Wanninger von der Personalabteilung aus Offenburg und einem Mitarbeiter des Controllings, stieg das Trio aus dem Wagen, um kurz mit den Angestellten zu sprechen. Ein paar Mitarbeitern wurde die Hand geschüttelt, dann ging es weiter. Ab 9 Uhr begannen die Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und dem Arbeitgebern.

Bei Kaffee und Musik endete für die Mitarbeiter der Streik um 9 Uhr. Zu den abgespielten Songs gehörte „Das Geld muss weg“ vom Rostocker Rapper „Marteria“. In dem Song geht es vor allem darum, dass die Leute ihr Geld ausgeben sollen. Sie sollen damit das Leben genießen, Freude haben und so viel kaufen, wie sie ertragen können. Für viele Mitarbeiter der Klinik bleibt dies wahrscheinlich ein Wunschgedanke, wenn sie viel weniger verdienen als ihre Kollegen in anderen Bundesländern, obwohl sie die gleiche Arbeit verrichten.

Einige Mitarbeiter berichteten gegenüber der OZ, dass sie nebenbei sogar „aufstocken“ mussten, um die Familie zu ernähren.

Keine Einigung erzielt

Nach Nachmittag gab Martina Hartung bekannt, dass keine konkrete Einigung erzielt werden konnte. „Zwei Erfolge konnten wir dennoch verbuchen: Den erfolgreichen Warnstreik und die Aussage von den Arbeitgebern, dass alle Branchen gleich behandelt werden. Bei einer Erhöhung soll niemand benachteiligt werden“, sagt sie.

In Sachen Tarifvertragseinigung seien alle Partien noch meilenweit entfernt. „Es geht ja nicht darum, dass man ein Gehalt für Fachkräfte knapp über dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn anbietet. Dafür bracht man kein Tarif. Niemand sollte unter zehn Euro brutto pro Stunde nach Hause gehen“, betont Hartung. Es müsse noch jede Menge passieren, damit es eine Einigung gibt.

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 3. Juni angesetzt. Ob es seitens von Ver.di weitere Warnstreiks oder andere Aktionen gibt, ist noch offen.

Hannes Ewert

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