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Usedom Trinkwasser kontra Erdgas: Seebad will Schutzzone am Schloonsee
Vorpommern Usedom Trinkwasser kontra Erdgas: Seebad will Schutzzone am Schloonsee
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07:39 26.02.2018
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Heringsdorf

Die Seebadgemeinde schmiedet Pläne, um Erdgas-Erkundungsbohrungen im Bereich des Schloonsees ein für alle Mal zu blockieren. „Wir wollen, dass die Gegend am Schloonsee zum Wasserschutzgebiet wird, auch, um neue Trinkwasserreservoire zu sichern“, betonte Bürgermeister Lars Petersen in der jüngsten Sitzung des zeitweiligen Ausschusses „geplante Erdgasförderung in der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf“.

Am Schloonsee, erklärte Petersen, sei der einzig noch verfügbare Standort, an dem die Gemeinde einen Trinkwasserbrunnen bohren lassen könne. Um die vorhandenen Trinkwasserschutzzonen zu sichern und die Schutzzone zwischen Bansin und Neuhof zu erweitern, habe man sich im Januar mit Vertretern des Zweckverbandes Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Insel Usedom getroffen.

Die Fläche, um die es Petersen geht, liegt zwischen dem Schloonsee und der Feuerwache. Um die Realisierbarkeit der Bohrung zu prüfen, soll die Firma Umweltplan GmbH nun eine hydrologische Berechnung anstellen. „Das wird bis Mitte März passiert sein“, schätzt Petersen. Obwohl die infrage kommende Fläche am Schloonsee der Gemeinde gehört, gibt es doch einen Haken. Der Eigentümer der angrenzenden Flächen, das Erdgasunternehmen Neptune Energy, müsste der Ableitung des Wassers zustimmen. Wie in der OZ berichtet, konzentriert sich das Unternehmen im Moment auf die Erdgasgewinnung an einem Standort in der Gemarkung Korswandt.

Für Wolfram Wirth, Vorsitzender des zeitweiligen Gemeindeausschusses, ist die Sache klar. „Wenn sich das Unternehmen sicher gewesen wäre, dass es in Heringsdorf durchkommt, dann hätte es die Gaserkundungsbohurng in Heringsdorf gemacht. So aber ist es auf Korswandt ausgewichen.“ Wirth, der im vergangenen halben Jahr mit Petersen schon viele Behördengespräche zur Erdgasförderung geführt hat, findet: „So eine Anlage gehört an einen Industriestandort und nicht in ein Tourismusgebiet.“ Allerdings hätten sich bislang die zuständigen Ministerien bedeckt gehalten. Wirth hofft indes auf Rückendeckung seitens der anderen Inselgemeinden. Er fände es gut, wenn alle Insel-Bürgermeister beim bevorstehenden Raumordnungsverfahren (ROV) ihre Stellungnahme als Träger öffentlicher Belange aus touristischer, wasserrechtlicher und umweltrechtlicher Sicht abgeben würden. Gleiches gelte für die Reha-Kliniken.

Der Antrag auf Eröffnung des Raumordnungsverfahrens wurde laut Wirth bereits von Neptune Energy eingereicht. Er rechnet damit, dass bis Ende März alle Unterlagen beim Amt für Raumordnung vorliegen werden und dann die Antragskonferenz vorbereitet wird. Wirth beruft sich dabei auf eine Aussage von David Szponik vom Amt für Raumordnung in Greifswald. Für Ausschussmitglied Karl-Heinz Stachowiak gibt es „keine Not, Gas zu fördern“, da ja Nordstream 2 gebaut werde und das mit Unterstützung der Bundesregierung. „Wir brauchen das Gas nicht“, so der Bansiner. Wolfram Wirth rechnet vor: „Wir haben einen Bedarf von 80 Milliarden Kubikmetern pro Jahr. Rund 10 Prozent davon werden in Deutschland gefördert. Nordstream 1 und 2 hätten eine Kapazität von 110 Milliarden Kubikmetern pro Jahr. Im Verhältnis zu dem, was in Deutschland gefördert wird, betragen die zu erwartenden 250 Mio. Kubikmeter auf Usedom nur 2,8 Prozent.“ Letztendlich entscheide die Politik, meint Wirth. Das Ganze sei ein Abwägungsprozess, die Ministerien hätten das letzte Wort.

D. Pühler

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