Trockenheit: Usedoms Buchen haben gelitten
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14:00 25.11.2019
Forstamtsleiter Felix Adolphi schaut sich am Verbindungsweg zwischen Schmollensee und der Ostsee einen Buchenwald an, der verjüngt wurde. Quelle: Henrik Nitzsche
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Neu Pudagla/Stagnieß

Dem Wald in Deutschland geht es nicht gut. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatte im September angekündigt, die deutschen Wälder nach schweren Schäden durch Trockenheit, Stürme und Borkenkäfer mit Millionenhilfen wieder aufzuforsten. Auch im Nordosten setzen die Klimaveränderungen den Wäldern spürbar zu.

„Wir haben viele Ausfälle auf Flächen zu beklagen, die wir im vergangenen Jahr aufgeforstet haben“, sagt Felix Adolphi, Leiter des Forstamtes Neu Pudagla. Bis zu 40 Prozent der jungen Bäume sind teilweise wegen der Trockenheit abgestorben. Dennoch, so Adolphi, ist der Wald auf Usedom im Vergleich zu vielen Forstämtern auf dem Festland noch besser aufgestellt. „Wir hatten in diesem Jahr zum Teil noch weniger Niederschläge als andere Forstämter, doch durch die Ostsee und die höhere Luftfeuchtigkeit konnten die Bäume das Niederschlagsdefizit ausgleichen. Es gibt aber keine Garantie bei der Aufforstung“, sagt Adolphi.

Im Revier Usedom muss jetzt auf einer rund ein Hektar großen Fläche eine Wiederaufforstung erfolgen. 2017 wurde dort Bergahorn in den Boden gebracht. Von den rund 5000 Pflanzen haben 2000 die beiden trockenen Jahre nicht überstanden. Noch in diesem Jahr soll dort erneut gepflanzt werden.

„Die Buche hat in diesem Jahr enormen Schaden erlitten. Die Blätter sind kleiner als sonst. Die vielen Bucheckern an den Ästen sind ein Zeichen von Stress. Fichte und Eiche kränkeln ebenfalls. Die Kiefer kommt dagegen mit der Trockenheit sehr gut klar“, so Adolphi.

Ausgetrocknete Bäume sterben ab und sind ein gefundenes Fressen für Schädlinge. Von einer Borkenkäferplage will der Forstmann aber nicht reden. „Da haben wir auf Usedom in den letzten Jahren keine erhöhte Anzahl gehabt.“ Damit sich Schädlinge nicht massiv ausbreiten können, gibt es die Käfer- und Schmetterlingsüberwachung. Dazu hat das Forstamt Pheromonfallen aufgestellt. Mittels eines Sexuallockstoffs wird beispielsweise bei Nonnen (Schmetterling) die Anwesenheit von Weibchen imitiert, um so die Männchen zu fangen. Das Ergebnis wird für Hochrechnungen genutzt. Auf einigen Verjüngungsflächen im Forstamt kommen sogar Mausefallen zum Einsatz.

Holzabsatz ist eine Herausforderung

Die Waldschäden haben in vielen Forstämtern zu massiven Holzeinschlägen geführt. Die Folge: Die Zwangsfällungen würden den Holzmarkt überschwemmen. Der Holzabsatz wird zu einer Herausforderung. „Das Angebot ist hoch, die Nachfrage wie immer da. Das führt dazu, dass der Preis sinkt“, so der Forstamtsleiter. Weiterer negativer Effekt: Nach Kahlschlägen folgt die Wiederaufforstung. „Die immer weniger werdenden Baumschulen können nicht mehr genügend Jungpflanzen zur Verfügung stellen“, sagt Adolphi.

Dass die Usedomer, die in fünf Revieren 12 000 Hektar bewirtschaften, mit 15 000 Kubikmeter geschlagenem Holz in diesem Jahr unter ihrem Plan geblieben sind, ist kein Problem für den Forstamtsleiter. „Wir hatten nicht den Zwang wie andere Forstämter.“

Vier Treibjagden bis Jahresende

Apropos Plan: Weil der Abschussplan für das Jagdjahr (April bis März) noch nicht erreicht ist, soll es laut Adolphi bis Jahresende noch vier Treibjagden geben. Bis zu 70 Schützen pro Jagd werden in den Bereichen Usedom, Korswandt, Stagnieß und Kamminke auf der Lauer liegen. 70 von geplanten 100 Stück Schwarzwild sind bereits erlegt. „Beim Rotwild haben wir bereits 90 Prozent erfüllt, beim Damwild sind es erst 50 Prozent. Die Wildbestände bei uns sind zu hoch. Das ist weder gut für den Wald, für die Landwirtschaft und die Tiere selbst, weil irgendwann die Nahrungsgrundlage nicht mehr ausreicht“, sagt Adolphi.

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Mehr zum Autor:

https://www.ostsee-zeitung.de/Mehr/OZ-Redaktion/OZ-Autor-Henrik-Nitzsche 

Von Henrik Nitzsche

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