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Usedom Umweltverband stellt sich gegen neue Brücke nach Usedom
Vorpommern Usedom Umweltverband stellt sich gegen neue Brücke nach Usedom
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14:30 21.12.2018
Entwurf für die neue Usedom-Brücke: Sie soll südlich der Peene-Werft verlaufen und eine Durchfahrtshöhe von 42 Metern haben. Quelle: DEGES
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Schwerin

Der Umweltverband BUND stellt sich gegen den Bau einer neuen Brücke zur Insel Usedom. Der gigantische Brückenbau bei Wolgast für mehr als 100 Millionen Euro, dessen Bau 2020 beginnen soll, diene nur dem Autoverkehr und löse die Verkehrsprobleme der Insel nicht, sagte BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag am Freitag in Schwerin. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens können Träger öffentlicher Belange, darunter auch Umweltverbände, ihre Einwendungen und Stellungnahmen zum Bauprojekt bis Anfang Januar einreichen. Die Brücke, die südlich von Wolgast über den Peenestrom führen soll, durchschneide zwei Vogelrastgebiete von internationaler Bedeutung. Dieser Eingriff sei nicht ausgleichbar, sagte Cwielag.

Mit dem Bau der insgesamt 6,5 Kilometer langen Ortsumgehung inklusive Brücke soll der Verkehr flüssiger auf die Insel und zurück rollen. Die geplante Brücke hat eine Durchfahrtshöhe von 42 Meter und muss deshalb nicht mehr wie die derzeit bestehende Brücke über den Peenestrom für Schiffe geöffnet werden. Gerade durch diese regelmäßigen Brückenöffnungszeiten bauen sich die Staus auf der Insel und in Wolgast im Tagesverlauf auf. Kritik am BUND kam von der Insel. Es sei prinzipiell gut, dass man sich um Tiere kümmere, sagte der Heringsdorfer Bürgermeister Lars Petersen (CDU). Aber man dürfe den Menschen dabei nicht vergessen. Die Dauerstaus im Sommer seien eine enorme Belastung für die Einwohner von Wolgast.

Der BUND geht davon aus, dass der Brückenbau die Insel noch stärker für den Auto- und Schwerlastverkehr öffnen wird und zusätzliche Staus auf die Insel verlagert werden, vor allem durch den Bau des Swinetunnels, der auf polnischer Seite bis 2022 gebaut wird. Der Verband fordert deshalb ein integriertes Verkehrskonzept, bei dem Bahn, Bus und Autoverkehr sowie Radfahrer und Fußgänger gemeinsam betrachtet werden. Auch Petersen stimmt dieser Forderung des BUND zu. Ein funktionierendes Verkehrskonzept müsse her – allerdings zusätzlich zum Brückenbau.

Der Bürgermeister von Wolgast, Stefan Weigler (parteilos) hofft, dass 2019 und Anfang 2020 alle nötigen Ausschreibungen und Vorbereitungen für die neue Brücke realisiert werden können. Er brachte einen feierlichen Baubeginn zum 30. Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2020 ins Gespräch. Die neue Usedom-Brücke, die der 2007 eröffneten Rügenbrücke ähneln würde, ist das letzte Großprojekt aus dem Programm Deutsche Einheit.

Martina Rathke und Alexander Loew