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Usedom Usedom: Darum soll auf dem Golfplatz „Balmer See“ ein neues Waldgebiet entstehen
Vorpommern Usedom

Usedom: Auf Golfplatz „Balmer See“ soll ein neues Waldgebiet entstehen

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17:00 28.10.2021
Der 82-jährige Volker Otto aus Dewichow hat für den Golfplatz in Balm 700 Bäume gestiftet: „Ich will dem Klimawandel etwas entgegensetzen“, begründet der Präsident des Golfclubs seine Aktion.
Der 82-jährige Volker Otto aus Dewichow hat für den Golfplatz in Balm 700 Bäume gestiftet: „Ich will dem Klimawandel etwas entgegensetzen“, begründet der Präsident des Golfclubs seine Aktion. Quelle: Ingrid Nadler
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Balm

Am Mittwoch hat Volker Otto aus Dewichow das Startzeichen für ein neues Waldstück auf dem Golfplatz „Balmer See“ gegeben. Der 82-Jährige ist langjähriger Präsident des dortigen Golfclubs und fühlt sich, als jemand, der während seiner Berufstätigkeit viel durch die Welt geflogen ist, moralisch dazu aufgefordert, auch selbst etwas gegen den Klimawandel zu tun.

Er hat 700 Laubbäume gestiftet. Gemeinsam mit Andreas Krichel, der mit seinen Mitarbeitern für die Instandhaltung und Bewirtschaftung des 120 Hektar umfassenden Golfparks verantwortlich ist, ist die erste Winterlinde in den Boden gebracht worden. Insgesamt werden es 100 solcher Linden sein, eine Baumart, die 2016 in Deutschland Baum des Jahres gewesen ist. „Die Linde kommt mit der Bodenbeschaffenheit auf dem Golfplatzgelände gut zurecht“, versichert Krichel. Außerdem gehören zur Spende 50 Rotahorn, 275 Gewöhnliche Eschen und 275 Weißahorn. Die Pflanzen sind siebenjährig, was ihnen eine gewisse Widerstandskraft vor Wildverbiss geben soll.

Anlage ist eine Augenweide

Die Trockenheit der vergangenen Jahre hat insbesondere dem Kieferbestand zugesetzt, der von Borkenkäfern heimgesucht worden ist. Vier Gärtner und 18 sogenannte Greenkeeper kümmern sich um die Anlage, die tatsächlich eine Augenweide ist und ganz sicher der Hauptgrund dafür, dass sich Golfer aus ganz Deutschland und darüber hinaus ihre Hotelübernachtung schon lange im Voraus buchen.

Die Gärtner David Tomkowiak (l) und Stephan Wolf mit Andreas Krichel (Mitte). Sie und ihre Kollegen tragen mit ihrer Arbeit wesentlich zur Beliebtheit des Golfplatzes am Balmer See bei Quelle: Ingrid Nadler

„Das für die Beregnung unseres Golfplatzes benötigte Wasser beziehen wir aus eigenen Brunnen und Regenzisternen“, berichtet Krichel, der in den vergangenen zwei Jahren ein interessantes Phänomen beobachtet hat: „Wir bekommen an unserem Standort hier am Balmer See deutlich weniger Regen als die Region ringsum.“ Ob dies mit der besonderen Lage beziehungsweise Topografie des Geländes zu tun hat, sei bisher unklar. „Auf jeden Fall bemühen wir uns“, so betont Krichel, „mit dem Wasser für die Beregnung möglichst effizient umzugehen.“

Erst seit Juni wieder im Vollbetrieb

Die coronabedingte Schließzeit ist im Golfhotel für die Sanierung und geschmackvolle Umgestaltung des Restaurants genutzt worden. „Erst im Juni konnten wir im Vollbetrieb für unsere Besucher wieder öffnen“, schildert Andreas Krichel, der für die Monate August und September „eine sehr gute Belegung“ bilanziert. Seit zwei Wochen sei der Gästestrom etwas abgeflaut. „Aber in der nächsten Woche starten wir wieder mit einem neuen Extraangebot, so dass die Belegung dann wieder steigen wird.“

„Damit der Golfplatz mit seinen 45 Bahnen auch bei zunehmender Trockenheit grünt, haben wir eine neue Computersteuerung für die Bewässerungsanlagen angeschafft“, erklärt Volker Otto eine wichtige Investition. Seine Bäume werden nun auf einer etwa vier Hektar großen Fläche Wurzeln schlagen. Insgeheim heißt die Neuanpflanzung schon „Präsidentenwald“.

Von Ingrid Nadler