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Usedom Usedom Cross Country: Die Gute-Laune-Tour des Till Demtrøder
Vorpommern Usedom Usedom Cross Country: Die Gute-Laune-Tour des Till Demtrøder
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18:28 08.09.2019
Schauspieler Till Demtrøder lud am ersten September-Wochenende zu "Usedom Cross Country" - der unblutigen Schleppjagd durch das Usedomer Achterland ein. Promis verfolgten das Spektakel aus sicherer Entfernung. Quelle: Hannes Ewert
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Mellenthin

Gerit, hier unten“, ruft ein Fotograf. Der andere ruft noch lauter: „Karsten, hier oben“. Ein anderer Fotograf fragt, ob mal jemand das Pferd beiseite nehmen kann, damit das Schild vom Sponsor besser zu sehen ist. Und die nächste schreit laut aus der ersten Reihe, ob mal bitte alle Promis in ihre Kamera schauen können. Aber bitte direkt rein, nicht daneben! Dieses Prozedere wiederholt sich immer wieder – mehrere Minuten, bis wirklich das beste Foto im Kasten ist. Und ganz wichtig: lächeln, irgendetwas hochhalten, auf irgendetwas zeigen oder auf etwas setzen. Ansonsten einfach nur gerade stehen und lächeln. Das reicht auch schon. Die Promis sind Teil von „Usedom Cross Country“ – der unblutigen Schleppjagd zugunsten der Welthungerhilfe. Bereits zum fünften Mal lud Schauspieler Till Demtrøder Prominente aus Film- und Fernsehen ein, die mit ihm über die Felder des Achterlandes reiten und ziehen.

Zum fünften Mal lud Schauspieler Till Demtroeder am Wochenende zu „Usedom Cross Country“ ein. Start- und Zielpunkt der unblutigen Schleppjagd war das Wasserschloss Mellenthin.

Mit dem Hanomag und den Traktoren über die Felder

Und die Fotos sind wichtig. Nicht nur für die Fotografen, die damit ihr Geld verdienen, sondern auch für die Promis und den Veranstalter. Eine Win-Win-Situation für alle. Die Fotografen und Promis kennen sich von etlichen anderen Anlässen. Es entstehen Fotos von Promis auf einem Hanomag und einem Traktor, Kuschelbilder von Gerit Kling und ihrem Mann vor der Holländerwindmühle in Benz, einer Meerjungfrau, die von Karsten Speck von einem Stein am Fischpalast Neppermin geholt wird, oder auch dem Schauspieler XYZ, der mit einem ihm zugeteilten Pferd posiert. In den kommenden Wochen greifen die „bunten Blätter“ das Thema auf und schreiben darüber, wie schön es auf Usedom ist. Tausende Leser werden die Berichte inhalieren. Und das ist es, was Veranstalter Till Demtrøder möchte: Zeitgleich für den guten Zweck – die Welthungerhilfe – Geldspenden einwerben, auf der anderen Seite schöne Bilder vom Event verbreiten. Beste Werbung für die Insel Usedom. Seit fünf Jahren geht das schon so. Dafür braucht er allerdings große Sponsoren.

Monatelange Vorbereitung für die Crew

Für Demtrøder bedeutet so ein Event monatelange Vorbereitung. „Man denkt sich den Tag ewig vorher aus, fährt über Felder, Wiesen, Wälder und klärt mit jedem Landwirt alles ab“, sagt er. Es ist sein Theaterstück. Und er ist der Regisseur. Er liebt diesen Job.

Großes Theaterstück für Gäste und Zuschauer

Ausgangspunkt dieses „Theaterstückes“ war das Wasserschloss Mellenthin. Ein Tross von rund 100 Leuten (Sponsoren, Fotografen, Promis) folgte den Reitern in geländegängigen, historischen Fahrzeugen, in mit Stroh beladenen Anhängern von Oldtimer-Traktoren und Geländewagen an der Strecke. Immer wieder gab es Zwischenstopps, an denen sich die Zuschauer ein Bild von der Jagd machen konnten. Die 50 Hunde folgen dabei einer künstlich gelegten Duftspur.

Die Schleppjagd ist unblutig, es geht nur um das Zusammenspiel von Mensch

Schauspieler Till Demtroeder fand die Resonanz auf „Usedom Cross Country“ überwältigend. Aus vielen Teilen Deutschlands kamen die Reiter, um die Schleppjagd mitzumachen. Quelle: Hannes Ewert

und Tier. Mit von der Partie waren unter anderem Karsten Speck („Hallo Robbie“), Gerit Kling („Rote Rosen“ und „Notruf Hafenkante“), Wanja Mues („Ein Fall für zwei“) und der Sänger Mehrzad Marashi.

Ein Reiter stürzt kurz vor Benz

Nach rund fünf Stunden sind alle wieder am Ziel. Ein Reiter hat es leider nicht geschafft. Er fiel vom Pferd und musste mit dem Rettungshubschrauber abgeholt werden. Wie eine Sprecherin informiert, zog er sich keine ernsthaften Verletzungen zu. Am Abend lädt Demtrøder zur „Cross Country Night“ ins Wasserschloss Mellenthin ein. Am Sonntag gab es zwischen Ahlbeck und polnischer Grenze eine kleine Schauschleppjagd. Natürlich waren auch dort etliche Fotografen dabei, die die Bilder an ihre Agenturen verteilen.

Hoffen auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr

Demtrøder hofft, dass er nächstes Jahr wieder nach Usedom kommen kann. Das hängt allerdings davon ab, wie viele ihn und sein Projekt unterstützen. Die Kaiserbäder hat er auf jeden Fall im Boot. Kurdirektor Thomas Heilmann: „Wir unterstützen das Event sehr gerne, weil ,Usedom Cross Country’ ein toller Werbebotschafter für die Welthungerhilfe ist. Und uns, die wir hier auf Usedom leben und Urlaub machen dürfen, geht es vergleichsweise sehr gut. Wir sind auf der Sonnenseite des Lebens und ich finde es schön, dass wir mit der eingenommenen Kurtaxe Menschen unterstützen können, denen es nicht so gut geht“, sagt er. Und es gibt Bilder von Usedom, die es sonst nicht gibt. Der Promifaktor zählt eben.

Von Hannes Ewert

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