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Usedom Usedom: So wollen Influencer und Filmemacher die Insel in Szene setzen
Vorpommern Usedom

Usedom: Influencer und Filmemacher setzen die Insel in Szene

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13:05 05.10.2021
Zusammen haben beide mehr als 400 000 Anhänger in den sozialen Netzwerken: Influencerin Stefanie Hufnagel aus Bayern und Fotograf Leo Thomas aus Köln. Trotz Regenwetter senden beide in den sozialen Netzwerken schöne Bilder von Usedom in die Welt hinaus.
Zusammen haben beide mehr als 400 000 Anhänger in den sozialen Netzwerken: Influencerin Stefanie Hufnagel aus Bayern und Fotograf Leo Thomas aus Köln. Trotz Regenwetter senden beide in den sozialen Netzwerken schöne Bilder von Usedom in die Welt hinaus. Quelle: Hannes Ewert
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Die Arbeit von Influencern gibt es in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Die einen berichten in den sozialen Medien, wie wunderbar ihr Essen schmeckt, andere erzählen von toller Kleidung und die nächsten sagen, wie atemberaubend schön es im Urlaub war. Die Männer und Frauen, die mit ihrem Handy einen Großteil des Alltags begleiten, werden für große Unternehmen und touristische Anbieter immer wichtiger, da die Firmen mit klassischen Medien wie zum Beispiel der Zeitung, Fernsehen oder Radio zum Teil gar nicht mehr ihr Publikum erreichen. Es ist natürlich kein Zufall, dass sie die Produkte bewerben – viele verdienen damit ihr Geld.

Gute-Laune-Programm in den sozialen Netzwerken

Eine Influencerin, die gerade auf Usedom weilt, ist Stefanie Hufnagel aus Bayern. Auf der sozialen Plattform Instagram nennt sie sich „Ste_fit_anie“ und berichtet ihren mehr als 138 000 Followern aus ihrem Alltag von Reisen, Outfits oder auch Sehenswürdigkeiten im Urlaub. Dazu noch ein bisschen Sport, das tägliche Mamaglück und jede Menge Gute-Laune-Programm. Eine perfekte Instagram-Welt. Die 34-Jährige arbeitet im normalen Leben als Angestellte in einer Bank und ist Mutter von zwei Kindern (neun Monate und fünf Jahre).

Doch dank ihrer Kooperationspartner – die sie mit ihrem Hobby gewonnen hat – kann sie damit ihren Lebensunterhalt bestreiten. „Für mich wurde es in den vergangenen Jahren zu einem großen Hobby. Natürlich mit dem Gedanken, dass es irgendwann auch enden kann“, sagt sie und schätzt die Lage selbstkritisch ein. „Solange es gut läuft, will ich Zeit, Liebe und Herz in die Projekte investieren.“

2. Sunspot-Award auf der Insel Usedom

Dass sie gerade auf Usedom weilt und von hier schöne Fotos in die Welt verteilt, ist natürlich kein Zufall. Die junge Frau ist Teil des 2. Sunspot-Awards. Die Usedom Tourismus GmbH (UTG) und FMD-Filmemacher Deutschland setzen die Marketingkampagne als innovativen Fotowettbewerb fort. Vom 2.-9. Oktober sind zehn ausgewählte Fotografen auf der Jagd nach den besten Inselmotiven.

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„In diesem Jahr stehen die Teilnehmer vor der Herausforderung, innerhalb von 100 Stunden in vier vorgegebenen Kategorien das beste Foto zu schießen und die Motive gleichzeitig im Sinne einer Zukunftsvision künstlerisch digital weiterzuentwickeln“, berichtet UTG-Geschäftsführer Michael Steuer. Und Stefanie Hufnagel nutzt ihre Reichweite, um gute Werbung für die Insel Usedom zu machen. Sie begleitet die Fotografen und dreht viele Videos.

Beinahe täglich bekommt die 34-Jährige Anfragen von Unternehmen, die ihre Produkte in ihren Storys veröffentlichen möchte. Es gibt für sie allerdings auch Grenzen und Tabuthemen. „Politisch kontrovers diskutierte Themen als auch Großteile meines Privatlebens gehören nicht ins Internet. Meine Kinder und meine Partnerschaft halte ich da komplett raus. Ebenso würde ich keine Werbung in der Erotik-Branche machen“, sagt sie.

Marc Bechtold, Sascha Gottschalk, Stefanie Hufnagel, Leo Thomas, und Tyler Cave nehmen beim 2. Sunspot-Award teil. Quelle: Hannes Ewert

Influencer und Kunden müssen erzogen werden

Sascha Gottschalk, der Gründer und Geschäftsführer der Filmemacher Deutschland, kennt mittlerweile so einige Influencer in Deutschland. „Man muss sowohl die Kunden als auch die Influencer erziehen, sonst entsteht in den sozialen Netzwerken totaler Wildwuchs“, erklärt er. Er kennt Beispiele, in denen Influencer mit mehr als einer Million Follower irgendwo in Kenia unterwegs sind und Selfies posten. Das Bild bekam auch jede Menge Zuspruch – aber nicht für das Land oder die Umgebung – nein für den Lippenstift oder das Kleid!“, erklärt er. Manche Postings haben damit ihre Wirkung total verfehlt.

Tourismus setzt zunehmend auf Influencer

„Die Deutschen verreisen zwei Mal im Jahr und bereiten sich vier und sechs Monate auf den Urlaub vor. Sie schauen sich Ziele an, vergleichen Destinationen und gucken, wo es am schönsten ist. Wenn dann authentische junge Leute mit starken Videos und imposanten Fotos um die Ecke kommen, hat dies einen ganz anderen Einfluss auf den Kunden. Und die Influencer erreichen mit ihren Followern ein völlig neues Publikum“, sagt er.

Von Norwegen direkt nach Usedom

Mehr als 200 000 Follower hat Leo Thomas aus Köln. Erst vor wenigen Tagen war er noch in Norwegen, um die Lofoten in Szene zu setzen. Jetzt will er Usedom von der besten Seite zeigen. Doch statt strahlendem Sonnenschein bekam er zur Begrüßung ein paar Regenschauer. „Die Herausforderung ist nun, dass man auf die Details achtet. Einen Sonnenaufgang kann man eigentlich weltweit toll in Szene setzen – das ist ein Geschenk für jeden Fotografen. Bei tristem Wetter und schwierigem Licht ist Kreativität gefragt“, sagt er.

Seit 2016 zeigt Leo Thomas bei Instagram, welche Motive ihm tagtäglich vor die Linse kommen und stellt diese zur Schau. „Durch Instagram habe ich die Fotografie für mich entdeckt. Das direkt erhaltene Feedback in Form von Likes und Kommentaren motivierte mich dann, einfach weiterzumachen. All die Fotos vergammeln dann nicht auf der Festplatte, sondern werden gezeigt – wie in einer Ausstellung. Ich hätte mir nie erträumen lassen können, dass daraus mal ein Beruf wird“, erklärt er. Heute ist er überall unterwegs, um die besten Bilder einzufangen – ob aus der Luft, von Land oder unter Wasser. „Deutschland hat so viele schöne Ecken und gerade jetzt nach Corona sehen viele Menschen, wie schön es hier sein kann. Man muss nicht weit reisen, um gute Natur zu sehen“

Ein nachhaltiges Erlebnis für die Insel Usedom

„Alles was eine Kampagne erhebt – zum Beispiel Content-, Social-Media- und Eventmarketing –, sorgt für eine größere Presseaufmerksamkeit. Dadurch wird es spektakulärer und nachhaltiger. Statt sich ein paar Influencer auf die Insel zu holen, die innerhalb weniger Tage eine hohe Reichweite erzielen und dann wieder abreisen, ist dieser Award sehr nachhaltig“, so Gottschalk.

Von Hannes Ewert