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Usedom Usedom: Wasserwerke stoßen an Grenzen
Vorpommern Usedom Usedom: Wasserwerke stoßen an Grenzen
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00:00 03.08.2018
Schauen sich die Zahlen für den Juli an: Verbands-Geschäftsführer Mirko Saathoff (l.) und sein Stellvertreter Thomas Schnaak.
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Ückeritz/Wolgast

Die anhaltende Hitze und der damit verbundene Bedarf an Trinkwasser ruft jetzt die Wasserversorger auf den Plan. Auf der Insel Usedom stößt das Trinkwassernetz an seine Grenzen. „Mehr geht nicht“, sagt Mirko Saathoff, Geschäftsführer des Zweckverbandes Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Insel Usedom. „Auf der Insel haben wir gegenwärtig einen Trinkwasserverbrauch von rund 17 000 Kubikmetern pro Tag. Die Pumpen laufen 24 Stunden lang. Unsere Kapazität ist damit ausgeschöpft“, sagt Saathoff. Sechs WasserwerkeAhlbeck, Bansin, Garz, Usedom, Zinnowitz und Karlshagen – versorgen das Eiland mit Trinkwasser. Hinzu kommt Hilfe vom Festland: „Vom Wasserwerk Lodmannshagen kaufen wir pro Tag noch 3800 Kubikmeter Wasser, von Wolgast bekommen wir über Mahlzow 650 am Tag“, betont Thomas Schnaak, stellvertretender Geschäftsführer. Zum Vergleich: Im Sommer 2017 lag der tägliche Wasserverbrauch auf Usedom bei rund 12 250 Kubikmetern.

Pro Tag werden 17 000 Kubikmeter Trinkwasser verbraucht / Problem ist Gartenbewässerung

Vergleich: Tagesverbrauch Juli

Wasserwerk Ahlbeck:

2017 (4014 m3); 2018 (4820)

Bansin: 2017 (1815); 2018 (2125)

Usedom: 2017 (986); 2018 (1920)

Garz: 2017 (1072); 2018 (1625)

Zinnowitz: 2017 (802); 2018 (1503)

Karlshagen: 2017 (3257);

2018 (4261)

Zu außergewöhnlichen Ereignisse wie Rohrbrüchen oder großen Waldbränden sollte es jetzt nicht kommen, denn dann drohen Engpässe, wie die Geschäftsführung betont. Dass der Wasserverbrauch pro Gast auf der Insel am Tag bei rund 250 Litern – bei den Einwohnern liegt er im Jahr bei 80 bis 100 – liegt, ist keine Überraschung für die Wasserversorger. „Das Problem ist aber vor allem die gegenwärtige Garten- und Pflanzenbewässerung. Wenn so etwas über die Mittagsstunden passiert, habe ich dafür kein Verständnis. In der prallen Sonne seine Pflanzen zu bewässern, bringt auch nichts“, so Thomas Schnaak, der dies als einen Appell zu verstehen geben will. Wer auf die Gartenbewässerung nicht verzichten will, sollte dies möglichst in den bedarfsschwachen Zeiten erledigen. „Morgens bis 8 Uhr und abends ab 21 Uhr“, rät Schnaak, der mit seinen Kollegen vor allem am vergangenen Wochenende im Dauereinsatz war.

„Da war mehrfaches Umschiebern im gesamten Versorgungsnetz notwendig, damit wir in den Behältern ausreichend Wasser haben, um die Ortsnetze zu versorgen“, sagt André Schiemann. Der 29-Jährige ist mit seinem Kollegen Holger Schulze (53) vor allem im Inselnorden im Einsatz. „In dieser Hitzezeit denkt man nur von Tag zu Tag“, so Schiemann, der beim Wasserverband gelernt hat und demnächst seine Meisterausbildung machen will. „So einen extremen Sommer habe ich hier noch nicht erlebt“, sagt Schnaak, der seit 31 Jahren in der Branche tätig ist.

Damit der Verband künftig auf diese enormen Kapazitäten vorbereitet ist, sind im Trinkwasserkonzept 2030 mehrere Investitionen enthalten. Eine davon ist die Erweiterung der Reinwasserbehälter im Wasserwerk Zinnowitz. Die beiden 500-Kubikmeter-Behälter sollen zurückgebaut und durch zwei 2000-Kubikmeter-Behälter ersetzt werden, kündigt Geschäftsführer Saathoff an. Für einen weiteren Puffer in Spitzenzeiten soll ein zweite Leitung von Lodmannshagen sorgen, die pro Tag 3800 Kubikmeter Wasser auf die Insel pumpen soll. Wie sich der Trinkwasserpreis im Zeitraum von 2019/2020 entwickeln wird, kann Mirko Saathoff gegenwärtig noch nicht sagen. Derzeit liegt der Preis bei 2,11 Euro netto je Kubikmeter. „Wir müssen die nächste Gebührenkalkulation abwarten.“

Einen deutlich höheren Verbrauch im Trinkwasserbereich registriert derzeit auch Christian Zschiesche, technischer Geschäftsführer des Zweckverbandes Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Festland-Wolgast. „An unsere Kapazitätsgrenze sind wir aber noch nicht gestoßen. Diese Belastungsspitzen durch den Tourismus haben wir nicht. Tageweise gehen bei uns normalerweise 2500 Kubikmeter weg, jetzt liegen wir aber auch bei gut 3000. Lediglich bei dem Wasser, was wir aus dem Ortsnetz Wolgast zur Insel geben, sind wir an unsere Grenzen gestoßen“, sagt Zschiesche, der bei der Hitze ein anderes Problem ausgemacht hat. „Die anhaltenden hohen Temperaturen machen unserer Elektronik zu schaffen.“

Henrik Nitzsche

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