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Usedom Usedom: Wer ist „Mitra“ und was wollen die von uns?
Vorpommern Usedom Usedom: Wer ist „Mitra“ und was wollen die von uns?
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05:28 14.08.2019
Um dieses Objekt geht es: Das vom Eigentümer bereits sanierte Bauernhaus in Warthe gehört zu einem Vierseitenhof. Quelle: Ingrid Nadler
Rankwitz

Im Lieper Winkel brodelt es. Der Versammlungsraum im Feuerwehrgebäude war noch nie so voll wie Montagabend zur Gemeindevertretersitzung. Die Einwohner, für die immer mehr Stühle und schließlich Bänke in den Raum getragen werden mussten, wollen Antwort auf brennende Fragen: Was will die „Interkulturelle Pädagogische Gesellschaft Mitra“ bei uns? Und wer ist „Mitra“. Und was weiß die Gemeindevertretung über den Verein, der in Warthe auf einem Vierseitenhof ein deutsch-russisches Bildungscamp für 100 Kinder und Jugendliche errichten will? Warthe hat 98 Einwohner.

Alles, was bisher durchgesickert ist, wissen die betroffenen Einwohner nur aus der OSTSEE-ZEITUNG. Das finden sie unerhört, zumal Land und Kreis demnach bereits Zustimmung signalisiert haben sollen. Wie kann das sein? Gemeindevertreter Karl Sundmacher teilt den Zorn, der langsam in Wut umschlägt und bei nicht wenigen auch Zweifel an der Entscheidungshoheit der Gemeinde aufkommen lässt: „Am 2. April ist uns in einer Bauausschuss-Sitzung lediglich mündlich vorgetragen worden, dass die Absicht besteht, eine solche Bauvoranfrage zu stellen. Weil uns keine qualifizierten Unterlagen zur Verfügung gestellt wurden, konnten wir keine Empfehlung aussprechen. Wenn Mitra was von uns will, soll der Verein zu uns kommen“, so Sundmacher.

Einwohnerin Karin Haschenburger: „Im Dorf gibt es seit Wochen Spekulationen ohne Ende, deshalb haben wir uns zusammengesetzt und Fragen aufgeschrieben, die Mitra uns durch persönlichen Kontakt auf einer öffentlichen Bürgerversammlung beantworten soll.“ Hier ein Auszug: Welche Vereinsstruktur hat Mitra? Wie hoch ist das Investitionsvolumen genau, wo erfolgt die Ausschreibung, welche Auftragsvolumen gehen an Firmen der Region? Welchen Aufwand muss die Gemeinde vorab und später für die Infrastruktur laufend leisten, wie erfolgt zum Beispiel die Abwasserbeseitigung? Reicht die Kapazität der Trinkwasserleitung? Wie hoch werden die jährlichen Gewerbeeinnahmen geschätzt? Und was hat die Gemeinde davon? Wann wird es die schon lange versprochene Verbesserung der Internetanbindung auch für Anwohner geben? Wie sieht das pädagogische Konzept für das Camp bezüglich Tagesstruktur und Aufenthaltsdauer aus? Sind Badeplätze für 100 Kinder eingeplant? Gibt es vergleichbare Standorte und Projekte der Mitra und welche Erfahrungen gibt es?

Wie es heißt, betreibt Mitra gegenwärtig zehn bilinguale Kindergärten in Berlin, Leipzig, Potsdam und Köln. Wie passt nun Warthe in diese Reihe? Den in Rede stehenden Vorwurf, dass der Lieper Winkel bloß nicht in seinem Dornröschenschlaf gestört werden will, empfindet Ulrike Hoffmann aus Reestow persönlich als Beleidigung. „Wir hatten ja noch nicht einmal die Möglichkeit, uns umfassend zu informieren“, erklärt sie.

Von Ingrid Nadler

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