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Usedom Usedomer Keramiker zeigen Experimente am Brennofen
Vorpommern Usedom Usedomer Keramiker zeigen Experimente am Brennofen
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07:15 10.03.2014
Die Kunststudentin Lisa Kotkamp half bereits im dritten Jahr beim Raku-Brand in der Tonwerk-Keramik- Werkstatt von Daniel Graf in Korswandt mit. Quelle: Fotos: Dietmar Pühler
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Insel Usedom

Strand oder Hinterland? Das war am Samstag die bange Frage. Denn bei herrlichem Sonnenschein hatte der Tag der offenen Töpferei starke Konkurrenz durch Strandspaziergang und Gartenarbeit. Das zumindest war die Befürchtung von Susi Erler kurz vor Öffnung ihrer Pommern-Keramik-Werkstatt in Mellenthin. Eine gute Viertelstunde sollte ihre Skepsis Bestand haben, dann strömten die Besucher in Scharen in ihre offene Werkstatt.

Es hat sich offensichtlich herumgesprochen, dass sich die Usedomer TöpferInnen gern über die Schulter schauen lassen, um ihr Handwerk zu erklären und zu demonstrieren. Die Besucher können hautnah miterleben, wie Gefäße bemalt, glasiert und gebrannt werden. Außerdem trifft man in den Töpfereien auf Bekannte und aufgeschlossene Menschen, mit denen es sich bei Kaffee und Kuchen gemütlich klönen lässt.

Dafür haben sowohl Susi Erler als auch ihr Kollege Daniel Graf von der Tonwerk-Keramik-Werkstatt in Korswandt gesorgt. Für sie ist der Tag der offenen Töpferei nicht in erster Linie ein verkaufsoffenes Wochenende, sondern vielmehr eine Gelegenheit, sich einer interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren. „Wir haben die letzten Wochen schon für den heutigen Tag vorproduziert“, verrät Rainer May von der Pommern-Keramik. Er bezeichnet sich gerne als den letzten Töpferbüttel Deutschlands, da er seiner Lebensgefährtin Susi Erler sowie der Keramikmalerin Liane Schwengbeck quasi als „ungelernter Facharbeiter“ zur Seite steht. „Bei uns geht jedes Produkt durch drei Hände“, erklärt er.

Viele Besucher stöbern dort in den Regalen auf der Suche nach der typischen Pommerschen Keramik. Manche bleiben vor einer Vitrine mit Scherben und alter Gebrauchskeramik stehen. Susi Erler holt die Stücke gern heraus und erzählt, dass sie die Scherben von einer Heringsdorferin bekam, die diese im Garten gefunden hatte. Gut zweihundert Jahre alt sind die Keramikbruchstücke mit der typischen blauen Bemalung.

Großer Beliebtheit in der Werkstatt auf dem Morgenitzer Berg erfreut sich die Möglichkeit, selbst die vorbereiteten Gegenstände zu bemalen. Tassen, Vasen oder auch österliche Keramikrohlinge stehen zur Auswahl. Bereits am Freitag kamen viele Stammgäste, die alljährlich ihre selbstgemachte Kollektion erweitern. Erstmals war die fünfjährige Marika mit ihrer Großmutter gekommen. Das Mädchen aus Gahlkow bei Lubmin bemalte in aller Ruhe eine Henne, die einen Platz im Osterkörbchen finden wird. In Korswandt demonstrierte Töpfer Daniel Graf währenddessen in seiner Werkstatt den Aufbau eines Keramikgefäßes, während seine Besucher Kaffee und Kuchen genossen.

Später zeigten er und Lisa Kotkamp, die auf Burg Gibichenstein Kunst studiert, wie ein Rakubrand hergestellt wird. Im selbstgebauten Raku-Brennofen wird die Keramik auf bis zu 950 Grad Celsius erhitzt. „Eine gute Stunde benötigt der Brand. Dann kommt die Keramik in die Sägespäne, wo sich das Brenngut mit Kohlenstoff vollsaugt“, erklärt die angehende Töpferin. Dadurch werden die gebrannten Gegenstände schwarz. Während dieses Vorganges reißt die Glasur durch das Abkühlen schneller als der Scherben und so entstehen Risse, in die der Kohlenstoff eindringen kann.

Für Lisa Kotkamp ist es immer wieder spannend, zu sehen, was nach dem Entfernen der schwarzen Kohlenstoffschicht zum Vorschein kommt, denn das Ergebnis lässt sich nie vorhersehen. Der experimentierfreudige Töpfer Daniel Graf hatte darüber hinaus in seinem Garten einen zweiten selbstgebauten Brennofen in Betrieb, wo er erstmals einen Holzkohlebrand ausprobierte. Auf das Resultat muss er allerdings 24 Stunden warten.

Rakubrand
Ein Rakubrand wird in der Regel im Freien in einem Gas- oder Holzofen duchgeführt. Das Brenngut wird nach Erreichen der Temperatur (in der Regel zwischen 900 und 1000 Grad Celsius) direkt aus dem Feuer genommen und im noch heißen Zustand reduziert.

Vor dem Herausnehmen lässt sich hierbei beobachten, ob die Glasur ausgeschmolzen ist. Zum Reduzieren können Materialien wie Sägemehl, Laub oder Papier verwendet werden.

• Internet: www.glasur-labor.eu



Dietmar Pühler

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