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Usedom Usedomer Stifter hat junge Talente im Fokus
Vorpommern Usedom Usedomer Stifter hat junge Talente im Fokus
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12:30 29.08.2019
Die Achterkerke-Stiftung ist seit vielen Jahren auch ein treuer Unterstützer von Jugendprojekten und der Nachwuchsförderung im Rahmen des Usedomer Musikfestivals. Rechts im Bild Heinz-Egon Achterkerke und links Festival-Intendant Thomas Hummel. Quelle: Antje Enke
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Insel Usedom

Chancengleichheit und soziale Kompetenz gelten als die Leitgedanken der Achterkerke-Stiftung, die vor nunmehr elf Jahren in Heringsdorf ins Leben gerufen wurde. Initiator Heinz-Egon Achterkerke feiert am 7. September seinen 75. Geburtstag. Aufgewachsen ist er in Loxstedt bei Bremerhaven. Als typisches Arbeiterkind wurde er von fremden Menschen gefördert und gefordert. Die frühe Erkenntnis, dass Eigentum auch verpflichtet, hat ihn geprägt.

Inzwischen ist Achterkerke ein einflussreicher Magnat der Stahlbranche. Die Achterkerke GmbH hat sich auf die Verarbeitung von Edelstahl spezialisiert, insbesondere auf die Produktion von Edelstahl-Trichtern und -Behältern. Sie fertigt aber auch Baugruppen und ist Zulieferer für den chemischen Anlagenbau, die Lebensmittelindustrie und den Kunststoffmaschinenbau.

Heinz-Egon Achterkerke Quelle: privat

Seit 2008 Jahren engagiert sich der Jubilar auf der Insel Usedom. „Ich stamme von der Küste und fühle mich auf der Insel wohl. Wir wollten hier bürgerliches Engagement fördern und ein Teil des Vermögens schon zu Lebzeiten einbringen. In Braunschweig gibt es 142 Stiftungen, auf Usedom waren wir die ersten, die eine Stiftung gegründet haben“, erzählt er. Das Projekt solle möglichst lange Bestand haben. „Daher ist es auch mein Ziel, aus der Achterkerke-Stiftung eine Bürgerstiftung werden zu lassen.“

„Jedes Kind hat ein Talent, man muss es nur erkennen.“

In den elf Jahren hat sich die Stiftung vielfältig engagiert und einen Schwerpunkt auf die Begabtenförderung von Kindern aus gering verdienenden Familien bzw. von allein erziehenden Elternteilen gelegt. Heinz-Egon Achterkerke ist grundsätzlich davon überzeugt, dass jedes Kind ein Talent habe, dass es nur zu erkennen gelte. Und: „Kinder aus armen Verhältnissen sollen die gleichen Chancen bekommen, wie jene aus wohlhabenden Familien.“ Das zweite Ziel sei die Förderung der sozialen Kompetenz, was wiederum der Allgemeinheit zugute komme.

Achterkerke weiß motivierte Mitstreiter an seiner Seite, so zum Beispiel im Kuratorium als Ehrenamtler Tilo Braune (Staatsekretär a.D.) und Grit Vehreschild (Schulleiterin), im Vorstand Nora Pagels (Geschäftsführerin) und die Konservatoren Mathias Brodkorb (SPD, MdL) und Lorenz Caffier (Innenminister von MV).

An dieser Stelle seien beispielhaft einige bisherige Projekte der Stiftung erwähnt. In den Genuss der Begabtenförderung kamen unter anderem Nele Schlötzer, Julia Petz, Nora Pagels, Virginie Paul, Lena Bade und Aminah Mhana. Im Rahmen des Usedomer Musikfestivals ist 2018 bereits zum fünften Mal der mit 3000 Euro dotierte Achterkerke-Musikpreis vergeben worden. Erste Plätze belegten das Klavierduo Edvard Salvesen (16) und Leander Brand (16) sowie die Flötistin Diren Duran (20). Auch das „Junge Usedomer Musikfestival“ haben die Förderer im Fokus.

Waldaktien und Baumpflanzaktionen gefördert

2010/2011 förderte die Stiftung Umweltprojekte mit Grundschülern in den Wäldern der Ferieninsel. Gemeinsam mit dem damaligen Neu Pudaglaer Forstamtsleiter Norbert Sündermann unterstützte man zum Beispiel den Kauf von Waldaktien und Baumpflanzaktionen der Kinder. „Das ist eine wunderschöne Wiese”, heißt ein Lesebuch, das Grundschulklassen zur Verfügung gestellt wurde. Darin wird den Mädchen und Jungen auf anschauliche Weise vermittelt, welche negativen Folgen eine ungezügelte Bebauung zuvor unberührter Naturräume hat.

Auch der lokale Sport und diverse Vereine profitierten von der Achterkerke-Stiftung. In den vergangenen Jahren durften sich zum Beispiel die Judokas in Bansin, Katzow und Wolgast, der Handballsportverein Insel Usedom und die Eishockeyspieler aus Heringsdorf sowie die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Zinnowitz über finanzielle Zuwendungen freuen. „Die Vereine betreiben wichtige Kinder- und Jugendarbeit und holen so die Kinder von der Straße“, verdeutlicht der Stifter.

Während des 5. Usedomer OZ-Balls im März 2018 in Heringsdorf stand die Förderung des Ehrenamtes in unserer Region im Mittelpunkt des Geschehens. Zum vierten Mal verliehen die Achterkerke-Stiftung und die OZ seinerzeit den mit 4000 Euro dotierten Ehrenamtspreis. Dieser ging an die Abteilung Judo des SV Motor Wolgast. Im Bild (v.l.): Stifter Heinz-Egon Achterkerke, Abteilungsleiter Holger Bähr, Trainer Mario Schult, Landes-Justizministerin Katy Hoffmeister und OZ-Chefredakteur Andreas Ebel. Quelle: Hannes Ewert

Alljährlich vergibt die Achterkerke-Stiftung gemeinsam mit der Ostsee-Zeitung Ehrenamtspreise an Vereine, Einzelpersonen oder Gruppen der Region, die sich in ihrer Freizeit in außerordentlicher Weise für Jugendliche einsetzen. Ein weiteres Vorzeigemodell der Achterkerke-Stiftung ist die Schülerzeitung „Ückeritzer Welle“ der Ostseeschule Ückeritz. Seit fünf Jahren werden die jungen Redakteure jeweils mit einem stattlichen Betrag finanziert. Die Jungjournalisten konnten überregional punkten, gewannen vier Siegerpreise in MV und holten bundesweit als Achtplatzierte den von der Provinzial-Versicherung ausgeschriebenen Preis der Küstenländer. Auch stattete die Stiftung die Redaktionsräume der Mitarbeiter der Zeitung „Firlefanz“ in der Behindertenwerkstatt Garz aus.

Und noch ein Wort zur Villa der Achterkerke-Stiftung in Heringsdorf: Diese wurde 1845 erbaut und ist damit die älteste Villa der Bäderkultur der Insel. Achterkerke: „Sie ist das Herzstück der Stiftung und bietet mit Meerblick Urlaubern Erholung und der Stiftung Kapital für junge Menschen, die gefördert werden sollen.“

Von Rainer L. Hein

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