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Usedom Usedom steht vor riesigen Herausforderungen
Vorpommern Usedom Usedom steht vor riesigen Herausforderungen
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10:54 09.12.2018
Nadine Riethdorf, Kurdirektorin von Koserow, leitet auch den Tourismusverband Insel Usedom. Quelle: Steffen Adler
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Koserow

Die Sonneninsel Usedom und ihre erfolgreiche Tourismusbranche sehen sich mittel- und kurzfristig vor enormen Herausforderungen: Wenn sie weiter an der deutschen Spitze der Feriendestinationen sowie im internationalen Wettbewerb bestehen wollen, bedarf es nicht nur größerer Anstrengungen der Wirtschaftsunternehmen, sondern auch endlich eines engeren, solidarischen und uneitlen Zusammenwirkens von öffentlichen sowie kommunalen Institutionen und touristischen Betrieben. Hinzu komme die Digitalisierung aller Bereiche.

Die Überzeugung, dringend weiter zulegen zu müssen, um gut im Rennen zu bleiben, hat sich auch bei der jüngsten öffentlichen Info-Veranstaltung des Tourismusverbandes Insel Usedom (TVIU) offenbart. Es war die erste unter Leitung der neugewählten Vorsitzenden Nadine Riethdorf. Im Hauptberuf als Kurdirektorin von Koserow erfolgreich, sieht sie ihren Verband wie die gesamte Destination „vor einem der größten Umbrüche seit dem Aufkommen des Badelebens sowie der politischen und wirtschaftlichen Veränderungen in den Jahren 1989/90.“

Usedomer Tourismus in Reifephase

Nach zweieinhalb Jahrzehnten Wachstum der Urlaubskapazitäten befinde sich der Usedomer Tourismus in einer Reifephase, die allerdings von inhaltlichen wie finanziellen Schwierigkeiten geprägt werde. Stichworte: Zu viele Bettenkapazitäten, infrastrukturelle Defizite, mitunter schmerzhafte Eingriffe in die Inselnatur, knapper werdende Haushaltsmittel und Erschwernisse durch doppelte Versteuerung. „Damit laufen wir Gefahr, uns der eigentlichen Arbeit am Gast nicht genug widmen zu können“, bemängelt Riethdorf. Gerade dieser Aspekt aber sei enorm wichtig und hebe Usedom aus der Fülle anderer Anbieter bislang positiv heraus. „Freundlichkeit muss sein, Herzlichkeit kann man sich nicht kaufen“, umschreibt TVIU-Vize Michael Raffel (Ex-Chef der Hanse-Kogge Koserow) diesen Komplex.

Blick über den Tellerrand nötig

Auch wenn das gedeihliche sowie uneitle Miteinander von Wirtschaft und kommunaler Hand, Verbänden und Vereinen sowie Interessengruppen die einzig mögliche Variante für weiteren Erfolg darstellt, wissen alle Beteiligten aus der jüngeren Vergangenheit, wie schwer manchem Akteur gerade dies fällt. Noch immer engt der eigene Tellerrand die Sichtweise viel zu oft ein; egal ob diese Teller in einem kleinen Bürgermeisterbüro einer winzigen Gemeinde oder im Vorzimmer des Direktors eines Hotels mit etlichen Sternen steht. Riethdorf und Raffelt schöpfen indes aus den guten Erfahrungen im Bernsteinbad Koserow Optimismus.

Vieles in der TVIU-Debatte drehte und dreht sich um die Ergebnisse der Masterarbeit eines klugen Kopfes aus der Region: Matthias Pens hat die Akzeptanz des Tourismus unter den Einheimischen analysiert und rund 700 Probanden befragt. Dabei tauchen bis heute immer wieder Allgemeinplätze auf: „Hier wird alles nur für die Urlauber und viel zu wenig für Einheimische getan.“ Das ist einseitig und widerspricht den Realitäten: Vieles im Strand- und Promenadenbereich an Kultur und Gastronomie wird auch von Insulanern und Menschen aus dem Umland genutzt. Schwerpunkte bilden bei den Befragten aber Themen, die Insulaner und Gäste gleichermaßen umtreiben – und das seit vielen Jahren. So die Straßenverkehrs- und Parkplatzsituation und die Zerstörung natürlicher Biotope. Positiv hingegen werden häufig genannt: die Ruhe und Erholungsmöglichkeiten auf Usedom, die abwechslungsreichen gastronomischen Einrichtungen sowie die deutlich schöner gewordenen Ortsbilder.

Probanden geben nur Note 3

Insgesamt haben die Probanden der Insel die Note 3,05 gegeben, bei möglichen Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend). „Wir wollen und können damit nicht zufrieden sein“, konstatiert Riethdorf und kündigt an, dass es im Verband immer wieder offene, themengebundene Aussprachen zu den Problemen und Stolpersteinen der Insel geben werde. Auch externe Fachleute sollen beteiligt werden. So zum großen Zukunftsthema E-Mobilität. Stetiges Ringen um bessere Resultate tue auch deshalb not, da vorübergehend abgetauchte internationale Mitbewerber im Feriengeschäft wie Türkei, Ägypten und andere nordafrikanische Länder inzwischen wieder auf die Agenda zurückgekehrt sind. Und das zu bemerkenswert tiefen Preisen.

Steffen Adler

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