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Usedom Usedoms neuer Hafen bald fertig
Vorpommern Usedom Usedoms neuer Hafen bald fertig
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13:57 23.04.2019
Bürgermeister Jochen Storrer (l.) erklärt sein Herzensprojekt. Im Juli soll der Hafen eröffnet werden. Quelle: Ingrid Nadler
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Usedom

„Das wird richtig schön“, freut sich Monika Österling nach einem Rundgang über die Hafenbaustelle. Sie und ihr Mann waren Ostermontag der Einladung des Usedomer Bürgermeisters Jochen Storrer gefolgt, der Einwohner und interessierte Gäste in Sachen Hafen auf den neuesten Stand bringen wollte. Rund 70 Besucher hörten seinen Ausführungen gespannt zu.

Der erste Rammschlag liegt nun fast drei Jahre zurück. Nicht nur der Hafen ist kaum wiederzuerkennen. Fast vergessen ist der damals unmögliche Zustand der Straße und der Streit um die hintere Anbindung des Hafens. „Gut, dass wir damals so entschieden haben“, sagt Jochen Storrer. „Stellen Sie sich vor, die ganzen Schwerlasttransporte wären durch die Peenestraße gerollt.“ Die einstige Baustraße ist inzwischen asphaltiert und wird öffentlich gewidmet.

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Im Hafen selbst ist der Pontonsteg nach Paske beinahe fertig. Die vorderen Segmente mussten aus Sicherheitsgründen noch einmal entfernt werden, weil Kinder darauf gespielt hatten. Was noch fehlt, ist neben dem einseitigen Geländer eine kleine Klappbrücke, die für die Passage der Bootsanlieger vom künftigen Hafenmeister (die Stelle wird noch ausgeschrieben) geöffnet werden muss. Für die 30 Dauerliegeplätze liegen bereits 37 Anträge vor. „Die werden wir bevorzugt an Usedomer vergeben“, versichert der Bürgermeister. Die Jahrespacht soll zwischen 600 und 700 Euro liegen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Stegs wird darüber hinaus Platz für 64 Gastlieger sein. Für wesentlich größere Schiffe wird ein 60 Meter langer, sogenannter Fingersteg in den See gerammt.

Wie Jochen Storrer erklärt, gibt es Interessenbekundungen von sieben Fahrgastunternehmen. So könnten sich die Usedomer und ihre Gäste über den schönen Anblick des Seglers „Weiße Düne“ freuen, auf das Anlegen zweier Flussschiffe oder von unterschiedlich großen Fahrgastschiffen aus Rankwitz, Ückeritz und Bansin. Das im Großen und Ganzen fertige Sanitär- und Hafenmeistergebäude entspricht mit WC und Duschen und mit Waschmaschinen ausgestatteten Räumen den heute üblichen Erwartungen. „Sie sehen, wir haben hier keine goldenen Türklinken verbaut und uns keine luxuriösen Sonderwünsche erfüllt“, kommt Jochen Storrer auf die explosionsartig gestiegenen Kosten auf dem europäischen Markt zu sprechen. War man anfangs von einer Investitionssumme von rund 16 Millionen ausgegangen, so liegen die Kosten inzwischen bei annähernd 20 Millionen.

Dass sich die Stadt durch eine notwendig gewordene Kreditaufnahme damit weiter verschuldet, ist im Wahlkampf gerade ein beliebtes Thema. Olaf Hagemann, Stadtvertreter der Unabhängigen Bürgerliste, hält dagegen: „Wir haben das Geld ja nicht verschleudert, im Gegenzug sogar Millionen an Fördermitteln zuerkannt bekommen. Das kann jeder am Stadtbild sehen. Wir haben das Rathaus saniert, eine neue Sporthalle und einen tollen Kindergarten gebaut. Außerdem rechnen wir damit, dass uns das Land auch weiterhin für den Hafen zur Seite steht und unseren Antrag auf Co-Finanzierung positiv entscheidet.“

Im Juli soll das Band feierlich durchschnitten werden. Bis dahin wird das noch unvollständige Pflaster komplettiert und ein Spielplatz sowie eine entsprechende Außenmöblierung zum Verweilen einladen. Was noch Zeit zur Verwirklichung braucht, ist indes die Hafengastronomie. Dafür wird es Eis- und Imbissangebote aus zwei ebenfalls geplanten Pavillons geben.

Ingrid Nadler