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Usedom Ambulantes Versorgungszentrum für Kinder
Vorpommern Usedom Ambulantes Versorgungszentrum für Kinder
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14:35 19.12.2018
Schauten sich die Räume der künftigen Kinderarztpraxis an: Dr. Frank Niemann, Dr. Susanne Schober, Wirtschaftsminister Harry Glawe und Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. Reno Basner (v.l.). Quelle: Cornelia Meerkatz
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Wolgast

Eine Million Euro – das ist das Weihnachtsgeschenk von Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) für das Wolgaster Kreiskrankenhaus. Das Geld ist bestimmt für ein Zukunftsprojekt: Mit den Fördermitteln soll ein ambulantes Versorgungszentrum für die Kindermedizin entstehen. „Wir sichern damit nicht nur die ambulante Versorgung der Kinder ab, sondern durch die Einbindung niedergelassener Fachärzte auch die übergreifende Notfallversorgung von Kindern und Jugendlichen in der Portalpraxisklinik“, betonte der Minister. Damit werde nicht nur die Kinderportalpraxisklinik vorangebracht. Das Projekt rufe bereits deutschlandweites Interesse hervor. Das Modellprojekt überwinde die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Behandlung.

Wie soll das ambulante Versorgungszentrum funktionieren? Die erfahrenen Kinderärzte Dr. Susanne Schober und Dr. Elisabeth Walter, die bisher im Wolgaster Ärztehaus praktizierten, werden mit ihrer Praxis im kommenden Spätsommer ins Krankenhaus ziehen. Sie wird sich im ersten Obergeschoss des Ostflügels des Krankenhauses befinden, in dem früher die ambulante Physiotherapie ansässig war. Für den barrierefreien Zugang wird ein Außenfahrstuhl ans Gebäude angebaut. In den Räumen können dann bis zu drei Fachärzte praktizieren.

Neue Erfordernisse in Kinder- und Jugendmedizin

„Ich sehe das als ganz große Chance und als Verpflichtung für Wolgast, denn damit wird das Krankenhaus wieder ein Haus für Jung und Alt. Zugleich reagieren wir auf die heutigen Erfordernisse in der Kinder- und Jugendmedizin. Durch die gute Impfsituation sind in den allermeisten Fällen bei den Kindern keine langen Krankenhausaufenthalte mehr nötig. Das Gros der Kinder kommt mit Erkrankungen der oberen Atemwege, Magen-Darm-Infekt oder Viruserkankung zur Behandlung zu uns und kann zu Hause gesund werden“, betont die erfahrene und in Wolgast sehr beliebte Kinderärztin. Für die Beobachtung über mehrere Stunden oder für einen Tag bei einer ernsteren Erkrankung bzw. bei der Vorstellung der Kinder in der Notaufnahme stehe dann im Haus die Portalpraxisklinik zur Verfügung, ergänzt Dr. Frank Niemann. Er arbeitet ab 1. Januar in der Praxis bei Susanne Schober, da der Stralsunder und seine Demminer Kollegin Dr. Ines Papsdorf Ende kommenden Jahres die Gemeinschaftspraxis Schober/Walter übernehmen.

Regionales Gesundheitszentrum entsteht

Mit dem neuen ambulanten Versorgungszentrum der Kinder- und Jugendmedizin wird zugleich dem Mehrbedarf in den Sommermonaten Rechnung getragen, wenn viele Urlauber auf Usedom sind und damit auch mehr ambulante Fälle bei Kindern auftreten. Das Modellprojekt der Portalpraxisklinik wird deshalb um weitere drei auf sechs Jahre verlängert, betonte Glawe. Mit der konsequenten Öffnung des Kreiskrankenhauses Wolgast für die ambulante und stationäre Versorgung und die Ansiedlung niedergelassener Ärzte an der Klinik lasse sich das Kreiskrankenhaus Wolgast sinnvoll zu einem „Regionalen Gesundheitszentrum“ weiterentwickeln und damit dauerhaft für die Versorgung der ländlichen Regionen erhalten. „Mit Etablierung eines ambulanten Versorgungszentrums profitieren Patienten von der räumlichen Integration der unterschiedlichen Fachbereiche, den flexibleren Öffnungszeiten, geringeren Wartezeiten, einer besserer Ausstattung sowie darüber hinausgehenden Kooperationen“, warb Glawe.

73 Prozent der Eltern sehr zufrieden mit Behandlung

Das Institut für Community Medicine hat erstmals Patientendaten der Kinderportalpraxisklinik von September 2017 bis August 2018 wissenschaftlich ausgewertet und eine Zufriedenheitsuntersuchung durchgeführt. In dem Zeitraum wurden insgesamt 3666 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren betreut. Davon waren 1322 Mädchen und Jungen chirurgische Patienten. 2344 Kinder und Jugendliche wurden in der Kinderportalpraxisklinik behandelt. Die meisten Fälle in der Portalpraxisklinik, jeweils mehr als 300, traten in den Ferienmonaten Juli und August auf. Spitzenzeiten lagen innerhalb der Woche vor allem von 18 bis 19 Uhr und an den Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 11 Uhr. 

Gesundheitliche Probleme gab es hauptsächlich bei akuten Infektionen der oberen Atemwege (184), Magen-Darm-Entzündungen (87) sowie bei Virusinfektionen (70) und akuter Bronchitis (70). In den meisten Fällen war eine weitere Behandlung nicht notwendig oder konnte ambulant fortgesetzt werden. 46 Kinder übernachteten in der Portalpraxisstation. Die kleinen Patienten kamen überwiegend aus Wolgast und der näheren Umgebung (744), von der Insel Usedom (499) sowie aus dem weiteren Umland (254).

Das Angebot wird insbesondere bei einer akuten Erkrankung oder im Notfall genutzt. Von den 388 Befragten äußerten sich 73 Prozent sehr zufrieden mit der Behandlung und 25 Prozent schätzten diese als gut ein.

Umgestaltung beginnt im Frühjahr

Mit der Übergabe der Fördermittel hat das Kreiskrankenhaus Wolgast seit 1990 insgesamt 54 Millionen Euro an Fördermitteln erhalten. Im kommenden Frühjahr soll nach der Ausschreibung mit der Umgestaltung der jetzt noch leer stehenden Räume begonnen werden, erläuterte die Geschäftsführerin des Kreiskrankenhauses, Marie le Claire. Sie sieht im ambulanten Versorgungszentrum eine wichtige Voraussetzung, dass die Portalpraxisklinik vom Modellprojekt in die Regelversorgung überführt werden kann. Der Gesundheitsminister betonte in diesem Zusammenhang erneut, dass das Krankenhaus Wolgast fester Bestandteil der Krankenhauslandschaft in MV ist und bleibt. Ich stehe zu meinem Wort, das ich auch der Bürgerinitiative zum Erhalt des Krankenhauses gegeben habe.“

Cornelia Meerkatz

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