Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Trauerfeier in Zinnowitz: Tränen um Maria K.
Vorpommern Usedom Trauerfeier in Zinnowitz: Tränen um Maria K.
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:41 04.04.2019
Mehr als 100 Menschen, darunter die Familie und Freunde, kamen gestern zum Gedenkgottesdienst für die ermordete Maria gestern in die Evangelischen Kirche von Zinnowitz. Quelle: Tilo Wallrodt
Anzeige
Zinnowitz

Pünktlich 16.25 läuten die Glocken der Evangelischen Kirche Zinnowitz. Fünf Minuten später beginnt in der Kirche an der Bergstraße die Gedenkandacht für die am 19. März tot aufgefundene Maria K. aus Zinnowitz. Die 18-Jährige war an diesem Tag in ihrer kleinen Wohnung in der Waldstraße durch eine Bekannte erstochen aufgefunden worden. Seitdem ermittelt die Polizei mit einem 50-köpfigen Team auf Hochtouren nach dem Täter oder der Täterin.

In der Evangelischen Kirche von Zinnowitz auf Usedom haben viele Trauergäste Platz genommen, um von Maria K. Abschied zu nehmen.

Eine heiße Spur gibt es jedoch noch nicht, deshalb hat die Polizei in ganz Deutschland zu Zeugenhinweisen aufgerufen. Die junge Frau hatte einen großen Freundeskreis und war in sozialen Netzwerken unterwegs. Vielleicht haben ja auch Urlauber etwas am Tag vor Marias Tod gesehen.

Anzeige

In der Evangelischen Kirche haben viele junge Trauergäste Platz genommen, um von Maria K. Abschied zu nehmen. Vorn ist Marias Bild auf einem Holzsockel aufgestellt, drumherum brennen Kerzen in Herzform. Von den 120 Teilnehmern sind zahlreiche noch Jugendliche, die im Zinnowitzer Jugendclub ein und aus gehen. Dort war auch Maria fast täglich zu Gast. Dicht an dicht sitzen sie in der Kirchenbank, mit Blumen in den Händen, und geben einander Halt. Die Mutter, die mit ihren beiden jüngeren Söhnen (zehn und fünf Jahre alt) vom CJD betreut wird, ist ebenfalls zusammen mit der Großmutter von Maria und den beiden Jungen anwesend. An ihrer Seite sind Familienbegleiter des CJD. Vor dem Eingangsportal der Zinnowitzer Kirche hat sich die Polizei mit mehreren Beamten postiert. Sie sollen für Ruhe und Ordnung sorgen, falls das ausgesprochene Foto- und Videoverbot während der Gedenkandacht nicht eingehalten wird. Sie müssen nicht eingreifen.

Pastorin Christa Heinke, Gemeindepädagoge Cord Bollenbach und Peter Usemann, Bürgermeister der Gemeinde Zinnowitz, sprechen während der Gedenkandacht. So erinnert Pastorin Christa Heinke daran, dass die 18-jährige Maria „eine von uns war“. Ihr gewaltsamer Tod mache den Ort ratlos und auch ein Stück weit ohnmächtig. „Seit dem 19. März ist in Zinnowitz nichts mehr wie es war“, sagt Heinke. Gemeindepädagoge Cord Bollenbach spricht Marias Schwangerschaft an. „Bald wäre sie selbst Mutter geworden. Wer auch immer das Verbrechen gegangen hat, er hat zwei Menschenleben auf dem Gewissen“, so Bollenbach.

Klicken Sie hier, um weitere Bilder von dem Angedenken an Maria K. aus Zinnowitz zu sehen, die ermordet aufgefunden worden war.

Maria hat sich im Ort engagiert

Bürgermeister Peter Usemann (Wählergemeinschaft) sprach von einem schwarzen Schatten, der über dem Ort liege. Maria habe er zwar nicht persönlich gekannt, aber im Jugendclub habe man ihm berichtet, dass die junge Frau sehr beliebt war und viele Aktivitäten mitgemacht hat. So sei sie beim Subbotnik dabeigewesen, geholfen habe sie auch bei zahlreichen anderen Veranstaltungen. Um so wichtiger sei es jetzt, der Familie der getöteten jungen Frau Halt und Unterstützung zu geben. Zugleich bittet er die Polizei, alles zu unternehmen, damit der Täter bald gefasst werde und durch die Richter hart bestraft werde. Den Freunden von Maria und auch den Zinnowitzern wurde mit dem Gedenkgottesdienst Gelegenheit gegeben zum Abschied nehmen. Die Jugendlichen zündeten Kerzen an und legten Blumen nieder. Viele ließen ihre Tränen freien Lauf. Vor allem nach der Andacht, vor dem Kirchenportal, liegen vor allem junge Mädchen einander in den Armen und weinen bitterlich um die Freundin, die ihnen genommen wurde. Ihnen ist schmerzhaft bewusst geworden, dass hier ein Abschied für immer stattfindet.

Mutter braucht Hilfe

Auch Marias Mutter, die sich während der Gedenkandacht sehr tapfer hielt, kann ihren Schmerz und ihre Trauer nicht mehr zurückhalten, als die Kerzen aufgestellt werden. Laut klagend weint sie und hält verzweifelt ein Plüschtier fest, mit dem ihre Tochter einst als kleines Kind spielte. Den beiden Söhnen von Steffi K. steht ebenso wie der Oma Angst und Verzweiflung ins Gesicht geschrieben, dass sie ihr Mariechen, wie sie sie liebevoll nannten, verloren haben. Familienbegleiter sind an ihrer Seite und sorgen voller Umsicht für sie.

Spenden für Maria gesammelt

Am Ende der Gedenkandacht spendeten viele Teilnehmer für Marias Beerdigung. Auch Bürgermeister Usemann sicherte der Familie finanzielle Unterstützung der Gemeinde zu, damit die 18-Jährige würdig bestattet werden kann.

Zinnowitz: Der Fall der toten Maria K.

Getötete Maria K. aus Zinnowitz: Polizei hofft jetzt auf Urlauber

Getötete Maria K. aus Zinnowitz: Viele Trauergäste bei Gedenkgottesdienst

Getötete Maria K. aus Zinnowitz: Polizei sucht mit diesen Fotos nach Hinweisen

Zinnowitz trauert – Abschied von getöteter Maria K. (18)

Erstochene Maria: Jetzt spricht die Mutter

Polizei sucht jetzt bundesweit nach Täter

Spurensuche auf dem Wertstoffhof Neppermin

Sechs Tage nach ihrem Tod: Ermittlungen im Fall Maria K. weiter ohne heiße Spur

Gedenken in Zinnowitz: Blumen und Kerzen erinnern an Maria K.

Getötete 18-Jährige: So zeigte sich Maria K. in den sozialen Medien

Maria K. (18): Das ist das Todesopfer von Zinnowitz

Spurensuche in Zinnowitz: Warum musste Maria K. sterben?

So sucht die Polizei nach dem Täter

Ostseebad Zinnowitz steht unter Schock

Obduktionsbericht: 18-Jährige aus Zinnowitz wurde erstochen

Zinnowitz: 18-Jährige tot in Wohnung aufgefunden

Cornelia Meerkatz

Anzeige