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Usedom Kein Signal: Mattscheibe seit fünf Wochen schwarz
Vorpommern Usedom Kein Signal: Mattscheibe seit fünf Wochen schwarz
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19:52 14.08.2019
Christine Hoffmann aus Zinnowitz zeigt auf den Fernseher: Seit fünf Wochen ist lediglich die Schrift „Kein Signal“ zu lesen. Quelle: Cornelia Meerkatz
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Zinnowitz

Christine Hoffmann sieht schwarz, genau wie Johannes Haerter und etliche weitere Zinnowitzer – und zwar auf ihren Fernsehern. Sie alle wohnen in der Straße Hinter den Tannen. In den Fernsehapparaten herrscht seit nunmehr fünf Wochen Dunkelheit. Lediglich ein weißer Streifen ist auf dem Bildschirm zu sehen. Darauf ist zu lesen: „Kein Signal“. Alle haben für den Fernsehempfang einen Vertrag bei Kabel Deutschland und damit bei Vodafone.

Doch trotz unzähliger Anrufe, E-Mails und Einschreiben tut sich nichts, wie sowohl Christine Hoffmann als auch Johannes Haerter schildern. „Das ist weder Service noch kundenfreundlich“, sagt Hoffmann. In den ersten beiden Wochen des Ausfalls habe sie noch täglich mit Vodafone telefoniert, „aber außer ein paar lapidaren und teilweise beleidigenden Antworten kam da nichts“, sagt die Zinnowitzerin.

Vertröstungen ohne Ende

So sei ihr am 16. Juli mitgeteilt worden, dass man sich um die Lösung des Problems kümmern werde, am 19. Juli wurde der Störungsauftrag intern weitergeleitet, am 22. Juli war von einer Netzstörung die Rede, am 29. Juli teilte ihr ein Vodafone-Mitarbeiter mit, dass gar kein Störungsauftrag vorliege. „Er löste deshalb erneut einen Auftrag aus“, schildert Christine Hoffmann. Tags darauf, am 30. Juli, erhielt sie eine Nachricht, dass sich ein Techniker bei ihr melde – darauf wartet sie immer noch. Mittlerweile gab es eine SMS, dass der Auftrag erledigt sei – nur ein Fernsehbild ist immer noch nicht vorhanden. „Ich habe mir jedes Mal genau den Namen des jeweiligen Mitarbeiters geben lassen und alles dokumentiert“, so Hoffmann.

Auch bei Johannes Haerter lief das Prozedere mit Vodafone ähnlich ab. Ihm und anderen Anwohnern Hinter den Tannen wurde dann erklärt, dass eine Firma aus Lübeck mit der Reparatur beauftragt worden sei. Inzwischen heißt es, dass besagte Firma einen neuen Verteilerkasten errichten müsse, da die alte Verteilerstation nicht mehr genügend Kapazität fürs Wohngebiet habe. Allerdings: Der Firma fehlt die Freigabe der Arbeiten durch Vodafone.

Bereits Ende Februar Ärger mit Vodafone

Bereits Ende Februar/Anfang März hatten die Zinnowitzer, die Hinter den Tannen wohnen, schon einmal für mehrere Wochen keinen Fernsehempfang. „Die Telefonate verliefen damals alle ähnlich. Wir wurden mit immer anderen Ausreden vertröstet bzw. gar nicht beachtet“, erinnert sich Christine Hoffmann. Allerdings: Im März waren nach drei Wochen Sendepause die Haushalte wieder ans Fernsehnetz angeschlossen. Schuld war im Frühjahr nach Aussage von Vodafone ein Defekt im konzerneigenen Kabelglasfasernetz.

Ist nun das Kabelglasfasernetz wieder kaputt? Der OZ ist es nicht gelungen, das in Erfahrung zu bringen. Das Telekommunikationsunternehmen reagierte im Zusammenhang mit dem jetzigen Fernsehausfall nicht auf Anfragen der OSTSEE-ZEITUNG. E-Mails an die Pressestelle werden nicht beantwortet, Anrufe so lange weitergeleitet, bis ein automatischer Anrufbeantworter verkündet, dass der Teilnehmer derzeit nicht zu erreichen sei.

Mieter suchen neuen Anbieter

Die Zinnowitzerin Christine Hoffmann hat genau wie weitere vier Mieter in ihrem Haus genug von all den Vertröstungen. „Warum soll ich wie ein Bittsteller agieren, ich bezahle schließlich für eine Leistung – jetzt sogar für eine, die ich nicht erhalte.“ Der Konzern sei sogar so unverschämt und erstatte die Ausfallzeit nur, wenn vom Kunden ein diesbezüglicher Antrag gestellt werde. „Das muss man sich mal vorstellen, meine 92-jährige Nachbarin ist damit völlig überfordert.“ Gerade für ältere gehbehinderte Menschen bedeute der Ausfall des Fernsehnetzes aber ein Abschneiden von der Außenwelt.

Fünf Mietparteien ihres Hauses haben sich nun zum Kauf einer gemeinsamen Satellitenanlage entschieden und mit der Wolgaster Firma AEP Kontakt aufgenommen. „Ein Techniker war vor Ort, die Satellitenanlage kann auf dem Dach montiert werden. Und bei Vodafone kündigen wir fristlos – wegen des wochenlangen Ausfalls des Kabelfernsehens und kundenunfreundlichem Verhalten“, sagt Christine Hoffmann.

Sie rät allen Mietern, die vor dem Abschluss eines Vertrages zum Fernsehempfang stehen, den Anbieter genau unter die Lupe zu nehmen. Sonst könne es leicht passieren, dass man in die sprichwörtliche Röhre schaue – und zwar eine schwarze.

Über die Autorin

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Von Cornelia Meerkatz

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