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Usedom Volksinitiative fordert Kreisverkehre für die Insel
Vorpommern Usedom Volksinitiative fordert Kreisverkehre für die Insel
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00:00 03.08.2017
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Zinnowitz/Heringsdorf

. Von Wolgast bis Ahlbeck und retour – immer eine „runde“ Fahrt! Das ist das Ziel einer gestern gestarteten Volksinitiative mit dem Namen „Kreisverkehre auf Usedom“. Initiatoren sind die Bürgermeister von Heringsdorf, Lars Petersen (CDU), und Zinnowitz, Peter Usemann (parteilos). Sie haben am Mittag auch als erste die Initiative unterschrieben und wollen bei der Landesregierung und im Landtag sowie bei den zuständigen MV-Behörden, wie dem Straßenbauamt Neustrelitz, für gehörig Aufmerksamkeit sorgen.

Bürgermeister wollen Politiker mit 15 000 Unterschriften wachrütteln

„Sie sollen endlich merken, wie die Leute ticken und was ihr Wahlvolk auf Usedom wirklich will. Nämlich Kreisel, damit der Fahrzeugverkehr wieder ungestört fließen kann“, beschreibt Petersen das Ziel der Aktion. „Uns beschleicht seit längerem ein Gefühl der Ohnmacht. Entweder es gibt eine schlimme Ampel-Mafia oder ’die da oben’ regieren komplett an ihrem Volk vorbei“, sagt er weiter.

Damit soll nun aber schnell Schluss sein. 15 000 Unterschriften von in MV gemeldeten Bürgern ab 18 Jahre sind nötig, eine Volksinitiative zum Erfolg zu bringen. Jetzt, knapp acht Wochen vor der Bundestagswahl, sei dafür ein sehr günstiger Zeitpunkt. Und da es zwischen Ahlbeck und Wolgast momentan gern auch mal anderthalb bis zwei Stunden Fahr- und Stillstandszeit dauern kann, ist der Frust der Leute ohnehin bekanntlich groß. Und das bei Einheimischen, die zum dienstlichen Termin wollen, wie bei Feriengästen.

Die beiden Bürgermeister rechnen deshalb damit, die Unterschriften rasch zusammenzubekommen. Die Listen sollen in möglichst allen öffentlichen Einrichtungen ausgelegt sowie online zur Verfügung gestellt werden; in Ämtern und Gemeinden, Hotels und Pensionen, Geschäften, Apotheken und Tankstellen wird man sich eintragen können. „Unsere Hauptschlagader bekommen wir nur mit etlichen Kreisverkehren wieder frei, nicht mit weiteren Ampeln“, fordert Usemann.

Vor dem Hintergrund des geplanten Swinemünder Tunnels, der weiteren Aufstockung von Bettenzahlen auf ganz Usedom und fehlender Transportperspektiven (wie ausreichend E-Mobile) sehen die Kritiker der Schweriner Verkehrspolitik die Insel schon mittelfristig infrastrukturell kollabieren.

Beispiele engherziger und bürokratischer Bewertung von Projekten gibt es viele: Petersen nennt den seit Jahren geforderten Kreisverkehr am Ahlbecker Sky-Markt, Usemann die avisierten zusätzlichen Ampeln auf der Zinnowitzer B 111. „Was in Polen und Dänemark, Schleswig-Holstein, ja sogar in Mecklenburg funktioniert, muss doch auch bei uns gehen“, fordert er. Schließlich habe der Kreisel in Koserow längst seine hohe Funktionalität bewiesen, auch wenn er keine optimalen Ausmaße besitze.

Weitere Details für politische Hinhalte-Ignoranz à la Schwerin und Berlin? Die südliche Bahnanbindung Usedoms, die Ortsdurchfahrt der B 111 durch Zirchow, dessen Einwohner seit Jahren vergeblich um eine Ortsumfahrung kämpfen. Oder die Wolgaster Umgehung, von der inzwischen schon niemand mehr so richtig weiß, wann das Verfahren eigentlich seinen Anfang nahm, und noch viel weniger, wann es endlich zu einem Ergebnis führen wird.

Dabei gebe es auch Beispiele, die verdeutlichen, dass und wie es geht. Den Breitbandausbau, für dessen zeitnahe Umsetzung in den ländlichen Bereichen Petersen Verkehrsminister Pegel ausdrücklich lobt. Warum dies im Straßenbau vermieden wird, bleibe eine offene Frage. Dabei schreiben die Bürgermeister den Landespolitikern einen Ermessens- und Gestaltungs- sowie Beratungsspielraum zu. Was sie tagtäglich erleben müssen, sei aber eine Verhinderungspolitik reinsten bürokratischen Ausmaßes. Und das dürfe nicht so bleiben.

Steffen Adler

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