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Usedom Vorpommern-Greifswald: Wieder Elch in der Region gesichtet
Vorpommern Usedom Vorpommern-Greifswald: Wieder Elch in der Region gesichtet
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15:04 14.08.2019
Erneut wurde ein Elch in Vorpommern gesichtet. Quelle: Screenshot Facebook-Seite Michael Sack
Greifswald

Wie in den Vorjahren zieht auch in diesem Sommer wieder ein Elch durch den Landkreis Vorpommern-Greifswald. Aus dem Brandenburgischen querte das Tier in der Nacht bei Pasewalk die Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern.

„Nach Fotos, welche Autofahrer von dem imposanten Wildtier machen konnten, handelt es sich um ein starkes männliches Jungtier. Elche sind heutzutage in Mecklenburg-Vorpommern seltene Besucher, die aus der Republik Polen und aus Brandenburg zu uns kommen“, erklärte Kreissprecher Achim Froitzheim.

Tiere bitte nicht streicheln!

Wichtig sei, dass Elche über enorme Kräfte verfügen und keine Streicheltiere sind. „Man sollte sich ihnen also nicht unmittelbar nähern. Autofahrer tun gut daran, Vorsicht walten zu lassen“, sagte der Sprecher. Gleichzeitig, so Froitzheim, dürften sie von Jägern nicht geschossen werden. Die genauen Eckdaten der Sichtungen nimmt der Landkreis gerne als Meldung unter 038 34 / 876 032 10 (Herr Weier) entgegen, bat der Sprecher.

Elchsichtung bei Prenzlau

ELCH MEHRFACH GESICHTET Unser Hörer Philipp aus Prenzlau hat uns Dienstag dieses Video zugeschickt. Hier spazierte ein Elch in Baumgarten bei Prenzlau an der Straße entlang. Heute früh erreichten uns weitere Elch-Sichtungen bei Strasburg. In den vergangenen Jahren wurden schon des öfteren wildlebende Elche in unserem Land und der Uckermark gesichtet. Wir finden: Sehr schöne, imposante Tiere!

Gepostet von Ostseewelle HIT-RADIO Mecklenburg-Vorpommern am Dienstag, 13. August 2019

Die jungen Elchbullen gehen höchstwahrscheinlich auf Wanderschaft und begeben sich auf die Suche nach einem eigenen Revier und nach paarungsbereiten Weibchen, die es natürlich weiter westlich leider nicht gibt. Möglicherweise orientieren sie sich dabei an von ihren Vorfahren ererbtem „Wissen“ von uralten Wechseln, denen sie heute in der Kulturlandschaft noch zu folgen suchen.

Elche durchschwimmen Flüsse und Seen

Nach dem Ende der scharfen Bejagung Anfang der 1990er-Jahre im Nachbarland Polen hat sich die dortige Population an Elchen deutlich vergrößert. Die Tiere durchschwimmen beispielsweise die Oder und haben sich mit einer kleinen Teilpopulation im Brandenburgischen dem Vernehmen nach etabliert. Sie kommen dort also nicht mehr nur als „Gäste“ vor, sondern als Standwild dauerhaft. Es soll sogar schon Nachwuchs im Land Brandenburg gegeben haben.

Vor diesem Hintergrund verwundert es weniger, dass insbesondere männliche Jungtiere auf der Suche nach geeigneten Revieren auch Mecklenburg-Vorpommern aufsuchen. Elche können in ihrer charakteristischen Bewegungsart mit lang ausgreifenden energiesparenden Schritten weite Strecken zurücklegen.

Wann wurde der letzte deutsche Elch erlegt?

Obwohl häufig die Rede davon ist, dass „der letzte deutsche Elch 1746 in Sachen erlegt“ worden sein soll, sprechen viele Quellen von einer kleinen heimischen Population in Mecklenburg bis etwa 1945. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gilt diese als erloschen und wird demnach in der Nachkriegszeit der Fleischbeschaffung anheim gefallen sein.

Gelegentlich in unserer Region auftauchende Elchbesucher wurden zu DDR-Zeiten ebenso wie Wölfe kurzerhand geschossen. Das ist heute anders. Ein Fremder ist der Elch in unserer Region also mitnichten. Zu den genauen wissenschaftlichen Erkenntnissen bezüglich der Navigation von Elchen und ob diese quasi genetisch verankert sein kann, können Experten, beispielsweise von der Hochschule in Eberswalde, Auskunft geben.

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Von Hannes Ewert

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