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Usedom Waldkita in Papendorf: So erleben Kinder in Vorpommern die Natur
Vorpommern Usedom

Waldkita in Papendorf: So erleben Kinder in Vorpommern die Natur

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15:19 12.12.2019
Aus einem Adventssack gibt es kleine Geschenke für die Kinder des Waldkindergartens in Papendorf im Lassaner Winkel. Quelle: Tom Schröter
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Papendorf

Hannes (4) hackt gerne Holz. Gekonnt schwingt der kleine blonde Junge die Axt, um Holzbriketts zu spalten. Anschließend wird der Brennstoff sorgfältig in einen Karton gestapelt. Schließlich begutachtet Hannes stolz sein Werk und ruft: „Die Kiste ist voll!“, woraufhin Erzieher Vincent Schmock die Ladung zu dem Bauwagen bringt, der den Kindern des Naturkindergartens „Lassaner Winkel“ in Papendorf als Unterschlupf dient.

Im kleinen Wäldchen hinter der gemütlich am Dorfrand eingerichteten Schutzunterkunft herrscht quirliges Treiben. Maren lässt sich von Kita-Vorstand Bastian Barucker zeigen, wie man ein Brett durchsägt, während Erzieherin Martina Pfau mit anderen Kindern in einer Schale Holzscheite für ein Lagerfeuer aufschichtet. Ida (5), die es sich in einer Schubkarre bequem gemacht hat, und Jette (5), die sich als Tiger hat schminken lassen, beobachten interessiert die Szenerie.

Basteln, Werken, Spielen

Die Kinder haben immer etwas zu tun. Einige von ihnen schichten Holz auf, andere verwandeln Anis-Sterne in Weihnachtsschmuck oder überlegen, wie die Kinderschubkarre, deren Achse gerade herausgerutscht ist, schnellstmöglich repariert werden kann. „Soll’n wir dir mal unsere Matschkuhle zeigen?“, fragt Jonah und rennt längst los. „Wenn es regnet, ist da richtige Modder drin“, erklärt der kleine Mann. Aber das mache nichts. „Wir haben dicke Sachen und dicke Matschhosen an“, erläutert Ida.

Natur pur erleben 15 Kita-Kinder täglich im Dörfchen Papendorf im Lassaner Winkel und im Wald bei Pulow.

Am 8. Januar 2018 hat die Naturkita in Papendorf ihren Betrieb aufgenommen. „Alle 15 Plätze sind seitdem besetzt“, berichtet Bastian Barucker (36). „Ab dem nächsten Sommer nehmen wir wieder neue Mädchen und Jungen auf.“ Drei Erzieher, wohnhaft in Pulow und in Bauer, kümmern sich um die Kinder, die aus dem Lassaner Winkel und von der Insel Usedom kommen und täglich von 8.30 bis 14.30 Uhr in der Kita betreut werden. „Ich wollte immer gern mit Kindern draußen arbeiten“, berichtet Martina Pfau (40), die von Hiddensee stammt und selbst mit viel Natur groß wurde. „Es ist schön anzusehen, wie sich die Kinder hier frei entfalten können und dies als Erzieher zu begleiten. Aber man muss das so wollen, sonst funktioniert das nicht.“

Vincent Schmock hat hier ebenfalls seinen Traumjob gefunden. Der 29-Jährige, selbst zweifacher Vater, genießt die Urwüchsigkeit der pommerschen Landschaft und den Umgang mit seinen Schützlingen. „Ich wohne jetzt seit anderthalb Jahren in Pulow, im Genossenschaftshaus ,Palazzo’“, erzählt der Erzieher, der bereits in Berlin-Köpenick in einem Waldkindergarten arbeitete, nun aber das vergleichsweise entschleunigte Leben in der küstennahen Provinz schätzen gelernt hat.

Im Papendorfer Bauwagen wird gebastelt, gemalt und musiziert

In der Schutzunterkunft des Naturkindergartens ist es warm und gemütlich. Auch hier können sich die Lütten vielfältig betätigen. Quelle: Tom Schröter

Auch das Leben in der Naturkita hat Struktur: Die Montage und Dienstage verbringen die Mädchen und Jungen auf ihrem Gelände in Papendorf in unmittelbarer Nachbarschaft des Duft- und Tastgartens. An den Tagen von Mittwoch bis Freitag halten sie sich hingegen im Wald nahe Pulow auf. „Wir essen auch gemeinsam draußen“, sagt Martina Pfau. „Wenn es jedoch stürmt und stark regnet, ziehen wir uns in unsere Papendorfer Schutzunterkunft zurück, wo gebastelt, gemalt und musiziert wird.“

„Und hier gibt es auch Regeln“, ergänzt Elfrieda (3). „Im Bauwagen darf man nicht rennen und auch nicht laut sein.“ Wohlig warm ist es in dem noblen Unterschlupf. In einem Ofen knistern die von Hannes portionsgerecht zerhackten Holzbriketts. Es gibt unter anderem Malutensilien, Bücher, Bauklötzer, eine Tobeecke, eine kleine Höhle und ein Regal, in dem jedes Kind seit Neuestem eine eigene Kiste hat, deren Inneres Federn, Tannenzapfen, selbst gemalte Bilder und vieles mehr birgt. Täglich kommen neue Schätze hinzu, von denen es in der spannenden naturbelassenen Umgebung von Papendorf nur so wimmelt.

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Von Tom Schröter

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