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Usedom Wolgast will Ordnung in Kleingärten bringen
Vorpommern Usedom Wolgast will Ordnung in Kleingärten bringen
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16:37 28.03.2019
Hier die Gartenanlage an in Wolgast in Richtung Belvedere aus der Vogelperspektive gesehen. Quelle: Tilo Wallrodt
Wolgast

Die Stadtverwaltung ist mit der aktuellen Situation in mehreren Wolgaster Gartensparten unzufrieden. „Viele Gärten sind gut in Schuss; andererseits sind in mehreren Sparten etliche Gärten inzwischen ungenutzt“, schildert Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos). Dies sei zum Beispiel im Bereich Belvedere der Fall, wo zahlreiche Pächter vor dem Hintergrund der hier geplanten Ortsumgehungsstraße ihre Parzellen schon vor Jahren verlassen haben.

Die kommende Wahlperiode wolle die Stadt unter anderem dazu nutzen, „hier wieder Ordnung reinzubringen“, so Weigler. Kritisch wird auch gesehen, wenn Parzellen an Auswärtige verpachtet werden, die ihre Laube als Ferienwohnung nutzen, oder einheimische Pächter ihren Garten lediglich als Ort regelmäßiger Trinkgelage zweckentfremdeten, wie dies zum Beispiel in der Anlage am Paschenberg hier und da der Fall sei.

Gerhard Wiemer, Vorsitzender des Kreisverbandes der Gartenfreunde Ostvorpommern. Quelle: Antje Brecht

Vor dem Hintergrund, dass in Wolgast Eigenheimbauern kaum noch geeignete Baugrundstücke zur Verfügung gestellt werden könnten, wiege der Umstand der ungenutzten Gärten besonders schwer, so Weigler. Dabei sei die Nachfrage nach Bauplätzen groß. Die Stadt wolle daher handeln; eine Strategie werde derzeit vorbereitet, für die jedoch zunächst Bestandsaufnahmen und Bedarfsanalysen zu erarbeiten seien. Auf jeden Fall sollen Lösungen im Einvernehmen mit den Gartenvereinen gefunden werden, wobei auch Entschädigungen im Raum stehen.

Gerhard Wiemer ist Vorsitzender des Kreisverbandes der Gartenfreunde Ostvorpommern, dessen Zuständigkeitsbereich sich über den Altkreis Wolgast erstreckt. 43 Vereine mit über 3000 Kleingärten sind im Verband organisiert. Der 74-Jährige räumt ein, dass es insbesondere in den Wolgaster Sparten Belvedere, Am Waldessaum, Waldeck und Ziesa-Berg viele freie Gärten gebe. „Gerade in der Sparte Belvedere, wo 60 Gärten der Umgehungsstraße weichen müssen, sind viele Parzellen ungenutzt“, sagt der Verbandsvorsitzende. „Viele ältere Pächter haben ihren Garten hier verlassen, nachdem sie anfangs noch gehofft hatten, entschädigt zu werden. Inzwischen erheben sie auch keinen Anspruch mehr.“

Generell herrsche in den Sparten ein reger Pächterwechsel, berichtet Gerhard Wiemer. „Ältere geben Gärten ab, Jüngere übernehmen sie. Aber viele kommen dann nur zwei, drei Mal zum Grillen und Feiern und sind nach 14 Tagen wieder verschwunden, wenn sie gemerkt haben, dass ein Garten auch Arbeit macht.“

In Gärtnerkreisen wird gemunkelt, die Stadt plane, auf dem Gelände an der Hufelandstraße, auf dem bis vor Kurzem noch das alte Gymnasium stand, Eigenheime anzusiedeln. Die angrenzende Gartensparte wecke da Begehrlichkeiten. Bekanntlich möchte die Stadt der Nachfrage von Bauwilligen gern nachkommen. Im geplanten Wohnpark Wilhelmstraße, wo Bodenbelastungen festgestellt wurden (die OZ berichtete), fanden vor wenigen Tagen in Absprache mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) erneut Bodenuntersuchungen statt. Ziel ist es, Maßnahmen festzulegen, dank derer die 30 Bauplätze am Ende auch vergeben werden können.

Erst kürzlich wurden im geplanten Wohnpark Wilhelmstraße in Wolgast erneut Baugrunduntersuchungen vorgenommen. Quelle: Tilo Wallrodt

Bürgermeister Weigler teilte überdies mit, dass die Stadtvertretung während ihrer jüngsten Sitzung einen Kaufantrag für den Weidehof abgelehnt habe. Auch diese Liegenschaft und umliegende städtische Ländereien böten sich langfristig als Entwicklungsflächen an. Mit einem Verkauf des Weidehofes würde sich die Kommune diese Chance selbst verbauen.

Verbandsvorsitzender Gerhard Wiemer äußerte sich auch zur Verpachtung von Kleingärten an Auswärtige. Dies sei in Wolgast „nur vereinzelt“ ein Thema. „Einige Vereine schützen sich davor und haben in ihrer Satzung festgelegt, dass neue Pächter zum Beispiel im Umkreis von 50 Kilometern wohnen müssen.“ Zwar habe der Bundesgerichtshof erklärt, dass Kleingärten auch aus größerer Entfernung zu bewirtschaften seien. „Aber“, so Gerhard Wiemer, „die Ablehnung eines Aufnahmeantrags muss vom Verein nicht begründet werden.“

Tom Schröter

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