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Usedom Wenn Radler zu Rowdys im Verkehr werden
Vorpommern Usedom Wenn Radler zu Rowdys im Verkehr werden
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00:00 05.08.2015
Auch Radfahrer sind Fahrzeugführer und müssen sich an die Regeln im Straßenverkehr halten. Quelle: Henrik Nitzsche
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Bansin

Heinz Meiering ist sauer! Der Bansiner wohnt in der Seestraße und ärgert sich vor allem in der Sommersaison über rücksichtslose Radfahrer, die sich nicht an die Straßenverkehrsordnung halten.

„Sie fahren in Massen die Einbahnstraßen verkehrt herum und werden auch noch frech, wenn man als Autofahrer nicht schnell genug Platz macht!“, schimpft der 69-Jährige. Nicht nur in der Bansiner Seestraße halte sich kaum jemand an die Regeln; viele missachteten das Schild „Einfahrt Verboten“. „Das ist doch in fast jeder Straße in jedem Seebad so“, hat der Bansiner beobachtet.

Auch die in der Tempo-30-Zone geltende Rechts-vor-Links-Regelung werde meistens ignoriert. „Dabei müssen sich auch Radler an die Straßenverkehrsordnung halten.“ Vor allem in der Seestraße sei das eine gefährliche Angelegenheit. „Ortsunkundige denken, da sie sich auf der breiteren Straße befinden, haben sie automatisch Vorfahrt.“ Aber nicht nur Radfahrer halten sich nicht an die Regeln.

„Fußgänger, die auf dem Weg zum Strand sind, bleiben beim Überqueren einer Seitenstraße nur selten am Bordstein stehen und lassen die Autos vorbei. Da wird einfach blind über die Straße gelaufen und sich rücksichtslos verhalten. Als wenn sie denken, sie sind unverwundbar.“

Um wenigstens das Problem mit den Radfahrern zu lösen, wünscht sich Heinz Meiering, dass in Fahrradverleihen und in Hotels die Regeln für Radler erklärt werden. „Oder man wenigstens mittels eines Aushangs darauf hinweist, dass auch sie Teil des Straßenverkehrs sind und sich auch dementsprechend zu verhalten haben.“ Und er hat noch eine Idee: „Die Polizei sollte nicht nur in Autos Streife durch die Seebäder fahren, sondern auf Fahrrädern für Ordnung sorgen. Das würde Bürgernähe beweisen.“

Dass die Polizei das schon lange Zeit tut, sagt Bernd Nabert, Leiter des Polizeireviers in Heringsdorf: „Wir besitzen zwei Polizei-Räder und für vier Kollegen die passende Ausstattung.“ Sie suchen sich Routen aus, auf denen es zu besonders viel Radverkehr kommt: „Auf den Promenaden oder auch in der Heringsdorfer Bergstraße.“

Dass auch die Seestraße in Bansin oft in falscher Richtung von den Radlern befahren wird, ist Nabert bekannt. Bereits im Juli zogen Beamte des Heringsdorfer Polizeireviers dort Radfahrer aus dem Verkehr. Es waren elf Radler, denen in einer halben Stunde ein Verwarngeld von jeweils 20 Euro in Rechnung gestellt wurde. „Wir führen diese Kontrollen so oft durch, wie es unsere Einsatzlage zulässt.“

Er kann nur an die Vernunft jedes Verkehrsteilnehmers appellieren. „Zum Glück gab es bis jetzt nur sehr wenige Unfälle, die aus der Nichtbeachtung resultierten.“ Häufiger komme es vor, dass Radfahrer mit ausparkenden Autos kollidieren. Auch er würde begrüßen, wenn Hoteliers und Radverleiher auf die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung hinwiesen.

Heinz Meiering ist aber auch mit den Zuständen auf der Bansiner Promenade unzufrieden. „Es gibt oft verbale Auseinandersetzungen zwischen Radfahrern und Fußgängern, weil sie sich gegenseitig im Weg sind. Und das wäre gar nicht nötig!“, findet der Diplom-Ingenieur, der mittlerweile Rentner ist. „Warum wird der Radweg ab dem Kanal nicht auf die Bergstraße verlegt? Auf der Promenade haben meiner Meinung nach Radfahrer nichts zu suchen. Die Gemeinde sollte sich der Probleme endlich annehmen“, ist Meierings Meinung.

Regeln für Radler
Ein Fahrrad ist ein Fahrzeug. Deshalb sind Radler Fahrzeugführer, die sich an die Schilder der Straßenverkehrsordnung halten müssen.

Radwege müssen nur benutzt werden, wenn sie entsprechende blaue Verkehrszeichen besitzen. Sonst dürfen Radler frei wählen. Nur der Gehweg bleibt bei über Zehnjährigen tabu! Kinder unter acht Jahren müssen hingegen auf dem Gehweg fahren.

Das Rechtsfahrgebot gilt auch für Radfahrer. Im stehenden Verkehr (an roten Ampeln) dürfen Radler rechts überholen wenn ausreichend Platz ist.

Nebeneinander dürfen sie nur fahren, wenn Autos mindestens die vorgeschriebenen 1,50 Meter Abstand beim Überholen einhalten können und den Verkehr nicht behindern.



Carolin Riemer

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