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Usedom Wer tut dem Wald so etwas an?
Vorpommern Usedom Wer tut dem Wald so etwas an?
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00:00 25.10.2017
In der Nähe des Wolgaster Ziesaberges wurde dieser Müllhaufen im Wald entdeckt. Quelle: Fotos: Hannes Ewert, K.o. (2)
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Heringsdorf/Wolgast

„In der Vor- und Nachsaison ist es oft am schlimmsten. Da liegt sehr viel Müll im Wald: Maurerreste, Farb- eimer, altes Mobiliar, defekte Spielsachen, Reifen, eigentlich so ziemlich alles. Wahrscheinlich, weil die Menschen ihre Wohnungen renovieren und den ganzen Unrat irgendwo loswerden wollen“, sagt Axel Schiebe und verschafft sich Luft. Der Revierförster aus Trassenheide hat regelmäßig mit den Hinterlassenschaften anderer Mitmenschen zu tun. „Ich melde dies dem Landkreis und diese kümmern sich um die Entsorgung“, sagt er.

Ein Anruf und der Müll wäre von zu Hause abgeholt worden / Hunderte Fälle von Umweltfrevel pro Jahr

Wie Landkreissprecher Achim Froitzheim mitteilt, wurden im vergangenen Jahr knapp 500 Anzeigen im Landkreis aufgenommen. Die Kosten für die Entsorgung gehen in die Tausende. „Besonders schlimm für die Natur sind Grünschnitt und Rasenschnitt im Wald. Die Tiere – besonders die Störche – nehmen das für den Nestbau und im Magen der Tiere sammeln sich pfirsichgroße Ballen ab. Daran können die Tiere leider verenden. Der Rasenschnitt kann auch faulen und schimmeln. Auf der Stelle wächst dann nichts mehr“, erklärt er. „Dieser Kampf gegen den Waldmüll ist ein Kampf gegen Windmühlen. Dabei ist es so einfach: Ein Anruf beim Landkreis (☎ 03 83 55 / 69 521) und die Anwohner müssen den Unrat einfach zur verabredeten Zeit an die Bordsteinkante stellen. Dann wird er abgeholt“, sagt er.

Sollte ein Verursacher ermittelt werden, kann es teuer werden und auch „finanziell weh tun“, sagt er. „Es kann bis zu 50 000 Euro kosten, bei umweltgefährdenden Stoffen sogar noch mehr. Meist bleibt es jedoch im unteren dreistelligen Bereich“, sagt er. „Oft werden Reste von Renovierungsarbeiten gefunden. Es kann sein, dass Firmen – die nicht von hier kommen – ihre Reste auf der Heimfahrt einfach im Wald entsorgen“, so Froitzheim.

Ein aktueller Fall wurde in dieser Woche der Stadt Wolgast gemeldet. In der Nähe des Ziesaberges wurde in der Nähe einer Gartensparte von Spaziergängern Unrat gefunden. Spielsachen, Plastiktüten, Kühlschränke, Gartenstühle und so weiter. „Der Müll wird beseitigt“, sagt Karina Kaiser, Mitarbeitern der Stadt Wolgast, gestern Nachmittag.

Auch in Heringsdorf müssen die Männer des Bauhofes regelmäßig Müll aus den Wäldern holen. „Sehr ,beliebt’ sind der Korswandter Wald und der Heuberg zwischen Bansin und Schmollensee. Zwei bis drei Mal im Monat liegt da Müll: Küchenabfälle, Reifen, Hausmüll, Tapetenreste“, erzählt Frank Bärwald von der Gemeinde. Die Verursacher zu ermitteln, sei Sisyphusarbeit. „Unser Problem ist, dass Leute ihren Hausmüll in den Abfallbehältern der Gemeinde entsorgen. Man könnte vermuten, dass die Ferienwohnungen nicht über genug Tonnen verfügen.“

Meldungen von Umweltfreveln an

☎ 0 38 34 / 87 60 32 01

Hannes Ewert

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