Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Wildbienen blieben Nistwand nach Umzug treu
Vorpommern Usedom Wildbienen blieben Nistwand nach Umzug treu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:28 12.12.2018
Das angelegte Insektenhotel mit den durchlöcherten Lehmblöcken in Papendorf. Quelle: Armin Tesch
Anzeige
Papendorf

Das beschauliche Papendorf im Lassaner Winkel ist zum Ort eines ungewöhnlichen Umzugsprojekts geworden. Damit Kinder aus dem Dorf und dem Umland ihren neuen Naturkindergarten in Besitz nehmen konnten, mussten zuvor andere, angestammte Bewohner aufwendig umquartiert werden. Wo heute die Natur-Kita in Nachbarschaft des Duft- und Tastgartens steht, hatte vorher ein altes baufälliges Lehmhaus seinen Platz, in dessen Südost-Wand Wildbienen lebten. Im Zuge des Kita-Neubaus musste das marode Gebäude weichen – und mit ihm der über Jahre etablierte Lebensraum der Insekten.

Um das Tierrefugium zu erhalten, wurde die besiedelte Fläche der Wand an den Außenkanten mittels Wasserhochdruck ausgeschnitten. Die dabei entstandenen 60 Zentimeter tiefen und etwa zwei Tonnen schweren Lehmblöcke konnten so einige Meter entfernt als Wildbienenhotel wieder aufgestellt werden. Unterstützt und finanziert wurde diese Aktion unter anderem über die Allianz Umweltstiftung „Blauer Adler“ und den Allianz Generalvertreter Armin Tesch, der eine Agentur in Lassan betreibt. Über 2250 Euro, so informiert der Peenestädter, seien für das Projekt zur Verfügung gestellt worden. Die Aktion „Blauer Adler“ ist Bestandteil der 1990 gegründeten Allianz Umweltstiftung, die einen eigenständigen Beitrag zum Schutz der natürlichen Umwelt und der Förderung der Harmonie zwischen Mensch und Natur leistet. Über diese Initiative können Allianz-Vertreter vor Ort kleine regionale Projekte umsetzen. Dank der Initiative in Papendorf können Besucher des Duft- und Tastgartens und die Mädchen und Jungen des Naturkindergartens künftig das Ein- und Ausfliegen verschiedener, zum Teil recht seltener Insekten beobachten. So sind in dem Hotel etwa die Frühlingspelzbiene, einige Seiden- und Trauerbienen sowie allein lebende Wespen, wie die Schornsteinwespe, gefahrlos zu bestaunen. Als Projektberater fungierte der Biologe und Wildbienenspezialist Johann-Christoph Kornmilch. Dass neue Nisthilfen von selteneren Arten angenommen werden, ist nicht selbstverständlich. Auch darum ist es wichtig und zugleich außergewöhnlich, dass hier der alte Lebensraum erhalten wurde.

Die betreffenden Wildbienen leben allein, sie sammeln keinen Honig und sie stechen nicht. Für unser Ökosystem sind sie unentbehrlich, da sie für einen großen Teil der Bestäubung unserer Kulturpflanzen und vieler Wildkräuter sorgen: Rund 330 Wildbienenarten gibt es in unserer Region, davon stehen etwa zwei Drittel auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. 

Ein Grund für ihre Gefährdung ist das Verschwinden geeigneter Nistplätze. Viele Arten legen ihre Brut gern in Nischen an besonnten Wänden von Lehmhäusern oder in die Lehmfugen von Klinkerbauten. Versorgt mit Pollen als Nahrungsvorrat, überdauert der Nachwuchs mehrere Monate, bis von März bis Mai die neuen Bienchen ausfliegen und zum Beispiel unsere Apfelbäume bestäuben.

Tom Schröter

Der Kreistag von Vorpommern-Greifswald hat mehrheitlich mit nur einer Enthaltung für 2019 die Senkung der Kreisumlage beschlossen. Trotzdem müssen manche Gemeinden mehr Geld zahlen als noch 2018.

12.12.2018

Mitarbeiter eines Catering-Unternehmens, das den Kreistag am Montagabend in Pasewalk (Vorpommern-Greifswald) mit Getränken und Essen versorgte, trugen Kleidung, deren Symbole dem Rechtsextremismus zuzuordnen sind.

13.12.2018

Mitarbeiter eines Catering-Unternehmens, das den Kreistag am Montagabend in Pasewalk (Vorpommern-Greifswald) mit Getränken und Essen versorgte, trugen Kleidung, deren Symbole dem Rechtsextremismus zuzuordnen sind.

13.12.2018