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Usedom Wildschafe gewöhnen sich im Wolgaster Tannenkamp ein
Vorpommern Usedom Wildschafe gewöhnen sich im Wolgaster Tannenkamp ein
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00:00 26.11.2016
Am Donnerstagabend traf das junge Mufflon-Trio aus Baruth bei Berlin und Wismar im Wolgaster Tannenkamp ein. FOTOS: TOM SCHRÖTER
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Wolgast

. Erneut Zuwachs für den Wolgaster Familientierpark: Seit Donnerstagabend gehören nun auch Mufflons zum Bestand der Einrichtung im Tannenkamp. Den dreijährigen Widder besorgte Tierparkleiter Mirko Daus aus dem Wildpark Johannismühle in Baruth südlich von Berlin. Die beiden jungen Schafe stammen aus dem Tierpark in Wismar.

Tierpark schafft neue Tiere an / Einheimische Fische wären weitere Attraktion

Leiter Mirko Daus hat noch viele gute Ideen für den Wolgaster Familientierpark.

Seine erste Nacht in Wolgast verbrachte das Trio im neuen Unterstand des vor gut zwei Jahren angelegten Damwildgeheges. „Der Widder und die beiden zweijährigen weiblichen Tiere müssen sich erstmal aneinander gewöhnen“, sagt Daus. Freitagvormittag entließen er und Tierpflegerin Annette Fensch die Wildschafe in das über ein Hektar große Freigehege, wo sie sich mit dem Damwildrudel und dessen Anführer „Kurt“ beschnupperten. Letzterer wollte seinem gehörnten Konkurrenten sofort mit Scheinattacken imponieren.

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Laut Daus ist es nicht unüblich, Mufflons und Damwild für Schauzwecke zu vergesellschaften. „Es kommt dann zu Interaktionen, wenn sich die Arten ein bisschen ums Futter streiten und so weiter.

Für die Besucher sind die Tiere so interessanter“, erklärt der 54-jährige Fachmann. Um dem Naturell der Wildschafe entgegen zu kommen, sollen im Gehege, neben den vorhandenen Baumstubben, einige große Steine platziert werden. Denn Mufflons klettern gern. Dass der sandige Untergrund relativ trocken ist und auch ein überdachter Stall zur Verfügung steht, kommt den Tieren ebenfalls entgegen und beugt der Moderhinke, einer entzündlichen Erkrankung der Klauen, vor.

„Die Mufflons“, so hofft der Tierparkleiter, „sollen bei uns Nachwuchs bekommen. Dies ist frühestens 2018 der Fall.“ Das Gehege ist, wie viele andere im Wolgaster Tierpark, für Gäste begehbar gestaltet. „Es ist auch unser erklärtes Ziel, dass die Besucher sich unseren Tieren bis auf wenige Schritte nähern oder mit ihnen auf Tuchfühlung gehen können“, betont Andreas Pantermehl, Vorsitzender des Tierparkvereins.

Erst kürzlich waren im Tannenkamp, ebenfalls aus dem Wismarer Tierpark kommend, neun Präriehunde eingetroffen. Die Gruppe wohnt mit den Alpakas in trauter Zweisamkeit und gräbt sich derzeit mit Eifer durch das Gelände. Auch diese Gemeinschaftsanlage kann vom Publikum begangen werden. Wer möglichst dicht an die flinken Nager gelangen will, sollte sich ihnen allerdings in Etappen und auf Zehenspitzen nähern, ansonsten sind sie im Nu in einem ihrer Erdhöhlen verschwunden.

Mirko Daus hat viele Ideen, um den Park noch interessanter zu machen. „Eine tolle Sache wäre es, auf einer Freifläche in der Parkmitte mehrere Kaltwasseraquarien aufzustellen, um Fischarten zu zeigen, die im Peenestrom zu Hause sind. Damit haben wir auch wieder einen Bezug zu unserer Region“, sagt er. Sponsorengelder wären hier sicher gut angelegt. Erfahrungen mit Freiaquarien sammelte Daus während seiner 33-jährigen Tätigkeit im Schweriner Zoo, wo er zwei Schaubecken mit einheimischen Fischarten vom Hecht über den Bitterling bis hin zum Stichling besetzt hat.

Tom Schröter