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Usedom „Wir leben die Weltoffenheit“
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00:00 09.09.2016
Wir wollen überzeugende künstlerische Insel-Botschafter gewinnen.“Thomas Hummel, Festival-Intendant
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Heringsdorf

Herr Hummel, Schweden steht im musikalischen Fokus des Festivals 2016. Künstler wie Gäste kommen aber aus vielen Himmelsrichtungen und Ländern. Usedom zeigt sich also weltoffen ...

Interview mit Thomas Hummel, Intendant des Usedomer Musikfestivals / Eröffnungskonzert am 24. September

Thomas Hummel: Genau. Wir werben künstlerisch für das weltoffene Usedom, leben sie gewissermaßen. Dafür kommt uns die große Gastfreundschaft auf der Insel entgegen, hier begegnen sich also tolerante Menschen. Wir sind auf ganz Usedom präsent, und unser Feedback ist seit Jahren ausschließlich positiv. Auch diesmal gibt es wieder eine sehr große Nachfrage.

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Spiegelt sich das auch im Kartenvorverkauf wieder?

Hummel: Ja, durchaus. Der Vorverkauf der Tickets läuft bislang so, dass wir glauben, die bereits sehr guten Zahlen aus dem vergangenen Jahr noch mal toppen zu können. Vor allem „unser“

Orchester, das Baltic Sea Philharmonic, wird unglaublich gut vom Publikum wahrgenommen. Das Eröffnungskonzert am 24. September im Kraftwerk des Peenemünder Museums lockt ganz viele Gäste. Wenige Karten sind noch zu haben.

Schweden war ja bereits 2006 das Gastland des Festivals. War oder ist es ein Risiko, das zu wiederholen?

Hummel: Natürlich haben wir uns zuvor viele Gedanken gemacht, wie das am besten funktionieren kann. Neue Ideen sind ja immer gefragt. Wir orientieren uns diesmal vor allem auf Vokalmusik und auf große Stimmen, haben mehrere Ensembles mit Chorgesang im Programm, darunter die A-Capella-Gruppe „Vocal Six“ mit Beatles-Titeln bis hin zu Abba-Erfolgen. Und mit Ann Hallenberg eine überragende Mezzosopranistin, die übrigens kurz vor ihrem Gastspiel bei uns, zu dem sie via Berlin anreist, noch ein Privatkonzert bei der schwedischen Königin gibt.

Ein Wiedersehen gibt es auch mit der großen Dame des italienischen Krimis, Donna Leon ...

Hummel: Ja, sie ist Konzertpatin für das Hofkonzert bei Schwedens Königin, am 27. September mit Ann Hallenberg in der Zinnowitzer Kirche. Ihre Wiederkehr auf die Insel Usedom gibt uns ein wunderbares Feedback, denn sie wusste ja erst jüngst bei den Literaturtagen im Kaiserbädersaal zu überzeugen. Dass sie wiederkommt, ist wohltuende Bestätigung für uns und die gastfreundliche Insel.

Das ist es eigentlich, was wir auch anstreben, wir wollen möglichst überzeugende künstlerische Usedom-Botschafter gewinnen.

Wie würden Sie das Programm des Herbstfestivals 2016 beschreiben?

Hummel: Eigentlich bleiben wir uns erneut treu: Offenheit, Phantasie und das Verbinden von Neuem mit Alten – das macht unser Programm Jahr für Jahr aus. Es lebt eben auch von ungewöhnlichen Konstellationen, was wir nicht zuletzt unserem großartigen Festival-Dramaturgen, Jan Brachmann, zu verdanken haben.

Ist das Festivalteam schon komplett? Haben Sie erneut eine schlagkräftige Truppe beisammen?

Hummel: Natürlich, das Team steht. Technische Leitung, Pressearbeit, Büro, Praktikanten, Helfer, Künstlerbetreuung. Wir wissen ja, was alles dazu gehört, damit wir gute Gastgeber sind. Es ist mir auch sehr wichtig, hervorzuheben, dass diese Mannschaft 100-prozentig für den Erfolg des Festivals steht. Das ist eine große Herausforderung, aber jeder weiß auch, was er wie zu tun hat.

Sie selbst haben viele Termine, sind mehr im Ausland als auf Usedom. Geht das gut?

Hummel: Auf meine Mitarbeiter ist Verlass, das läuft alles. Wegen der „Discovery-Tour“ des Baltic Sea Philharmonic muss ich tatsächlich nach Kopenhagen und Danzig, Lettland und Litauen. Da geht es auch schon wieder um neue Pläne, Termine und Abstimmungen. Vor Ort wird alles, was bereits vorbereitet ist, nur noch verfeinert.

Erwarten Sie namhafte Ehrengäste?

Hummel: Für uns ist jeder Gast eine Ehre. Aber darüber hinaus freuen wir uns auf den schwedischen Botschafter, den Ministerpräsidenten Erwin Sellering sowie die Landtagspräsidentin von MV.

Was mich auch erfreut ist der Umstand, dass größere Reisegruppen aus Hannover und München anreisen. Sie besuchen mehrere Konzerte und schauen sich die Insel an. So soll es sein. Also partizipieren auch die Hotels und Restaurants vom Festival.

Würden Sie ein Konzert aus der Vielfalt hervorheben wollen?

Hummel: Das ist sehr schwierig, die Angebote sind so vielfältig, dass jeder potenzielle Besucher am besten selbst entscheiden sollte. Mich persönlich reizt unter anderem die „Romantische Serenade“ in der Usedomer Marienkirche am 29. September.

Biografisches zu Thomas Hummel

Der Lebensmittelpunkt von Thomas Hummel (Jahrgang 1963) ist Gummlin auf Usedom bzw. Hamburg. Mit seiner Frau und den vier Kindern wird zwischen beiden Orten gependelt.

Hummels Eltern waren sehr musikalisch. Sein Vater Bertold war Komponist, seine Mutter Inken Geigerin.

Hummels Frau Andrea spielt Bratsche im Hamburger Kammerorchester.

Hummels Freizeit ist sehr knapp bemessen. Deshalb gilt sein Augenmerk besonders der Familie; mit den Kindern eine ausgedehnte Radtour machen, schwimmen gehen und verreisen, das mag er.

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