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Usedom So bringen wir die Wirtschaft Vorpommerns voran
Vorpommern Usedom So bringen wir die Wirtschaft Vorpommerns voran
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13:06 12.06.2019
Vertreter des Unternehmerverbandes Vorpommern unter Leitung von Präsident Gerold Jürgens (rechts) trafen sich erstmalig mit Landrat Michael Sack (CDU, rechts) bei einer Schifffahrt auf der Peene zu Wirtschaftsgesprächen. Quelle: Cornelia Meerkatz
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Insel Usedom/Greifswald

Landrat Michael Sack (CDU) möchte die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft neu und intensiver gestalten. „Die Unternehmen in unserem Landkreis beschäftigen nicht nur tausende Mitarbeiter, sondern tragen auch in erheblichem Maße durch ihre Gewerbesteuern dazu bei, dass der Kreis viele Aufgaben gegenüber seinen Bürgern erfüllen kann“, sagte Sack. Daher werde künftig ein zweimaliges Treffen pro Jahr mit dem Unternehmerverband Vorpommern stattfinden, um Probleme und Lösungen dazu gemeinsam zu besprechen. Beim ersten Treffen vergangene Woche trafen etwa 40 Unternehmer mit dem Landrat und seinem Stellvertreter und Finanzdezernenten Dietger Wille (CDU) zusammen.

Die OSTSEE-ZEITUNG fragte nach dem Gespräch mit Michael Sack acht Unternehmer, welche Entwicklungsmöglichkeiten sie sehen und woran es noch hapert.

Gunther Schrader, Bereichsgeschäftsführer der Wirtschaftsakademie Nord, setzt auf Pflegeberufe und die Eröffnung weitere Pflegedienste, weil sie gebraucht werden. Quelle: Cornelia Meerkatz

Gunther Schrader, Bereichsgeschäftsführer Wirtschaftsakademie Nord Greifswald: Wir brauchen eine noch frühere Berufsorientierung an den Schulen. Wir müssen frühzeitig dafür sorgen, dass junge Leute eine Perspektive in MV sehen, dass die Landeskinder hierbleiben. Sowas kann schon in der Kita vermittelt werden. Zudem ist es wichtig, dass wir uns auf Branchen konzentrieren, in denen wir im Bundesvergleich besonders gut sein können. Ein Beispiel: der Pflegeberuf. Die Politik kann junge Leute motivieren, hier eigene Pflegedienste zu gründen und als Selbstständige erfolgreich zu sein. Der Bedarf ist ja da.

Hoffnung auf Fachkräfte aus Vietnam

Gerold Jürgens, Präsident des Unternehmerverbandes Vorpommern, hat sich dafür stark gemacht, dass in Vietnam ein Büro zur Fachkräftegewinnung für Vorpommern eröffnet wird. Quelle: Cornelia Meerkatz

Gerold Jürgens, Präsident Unternehmerverband Vorpommern mit Firmen in Lubmin, Greifswald und auf Usedom: Es muss uns gelingen, den Fachkräftemangel zu beenden. Wenn drei krank sind, geht in vielen Betrieben nichts mehr. Bedeutet, wir müssen rausgehen und die Fachkräfte zu uns holen. Deshalb werden wir über den Unternehmerverband in Kürze ein Büro in Vietnam eröffnen, um dort Fachkräfte und Auszubildende anzuwerben. Dabei geht es besonders um neue Mitarbeiter im Pflegebereich und in der Gastronomie. Wir erstellen gerade eine Übersicht, welche Kräfte in Vorpommern besonders benötigt werden müssen.

Enorm wichtig ist auch das Thema Verkehrsinfrastruktur. Gerade auf der Insel Usedom benötigen wir bessere Durchlässigkeit. Ein Weg dazu hieße, so viele Kreisverkehre wie möglich zu schaffen. Und die B 110 muss endlich ausgebaut werden.

Flexiblere Arbeitszeiten würden helfen

Hartmut Domke, Fischhändler von der Insel Usedom, wünscht sich eine flexiblere Gestaltung des Arbeitszeitengesetzes, um Spitzenzeiten besser managen zu können. Quelle: Cornelia Meerkatz

Hartmut Domke, Fischhändler Heringsdorf: Die Politik könnte uns sehr helfen, indem sie das Arbeitszeitgesetz ändert. Wir brauchen flexiblere Arbeitszeiten für unsere Mitarbeiter, heißt: dass sie in der Hochsaison viel arbeiten können und dann Stunden abbummeln, wenn nicht so viel Arbeit anfällt. Im Moment sind uns da noch ganz schön die Hände gebunden, was gerade bei dem großen Fachkräftemangel ein Problem ist. Ein neues Einwanderungsgesetz würde uns auch sehr helfen. Wir könnten neue Fachkräfte aus der Ukraine sehr gut gebrauchen.

Vergabe-Verfahren oft zu kompliziert

Heiko Schmidt vom Greifswalder Planungsbüro PHS sind auch die weichen Standortfaktoren wichtig, um gutes Personal zu halten. Quelle: Cornelia Meerkatz

Heiko Schmidt, Planungsbüro PHS Greifswald: Ein wichtiger Schritt für uns wären einfachere Vergabe-Verfahren bei Bauprojekten. Vieles ist zu kompliziert und dauert zu lange. So wird Unternehmertum vom Staat nicht gerade gefördert. Wir brauchen bessere Straßen, um besser erreichbar zu sein. Wichtig sind auch die sogenannten weichen Standortfaktoren. Die Politik muss sich darum kümmern, dass kulturelle Einrichtungen, Sportvereine und andere schöne Dinge in unserer Region vorhanden sind und erhalten bleiben, damit gute Leute gern hierher kommen.

Papierverzicht spart Zeit und Geld

Holger Behrndt von Behrndt & Herud Bürokommunikation Greifswald hofft auf mehr Digitalisierung in den Büros und damit Papiereinsparung. Quelle: Cornelia Meerkatz

Holger Behrndt, Behrndt & Herud Bürokommunikation Greifswald: Unser Business ist die Digitalisierung von Dokumenten in Unternehmen. Die Firmen können damit eine ganze Menge erreichen, da sie Zeit sparen, die sie bislang noch durch in die Verwaltung und Ablage von Papier investieren. Und diese Zeit können sie besser für Innovationen oder andere wichtige Projekte einsetzen. Nur 1 % aller Unternehmen in Deutschland arbeiten schon papierlos, in Vorpommern sind es noch weniger. Wir wollen nicht, dass die Firmen gleich komplett auf Papier verzichten, aber mehr Digitalisierung würde die meisten nach vorne bringen.

Dienstleister für alle Energiefragen

Martin Fromholz von der Fromholz Energie GmbH sieht sich als Dienstleister in allen Energiefragen. Quelle: Cornelia Meerkatz

Martin Fromholz, Fromholz Energie GmbH Pudagla: Unser zwölfköpfiges Team agiert auf einem hart umkämpften Markt. Wir sehen uns als Dienstleister in der 3. Generation für alle Energiefragen vor allem auf der Insel Usedom – vom Gas, Öl, Kohle und Strom bis hin zu Holz und alternativen Energien wie Erdwärme. Wir beliefern auch zahlreiche Ausflugsschiffe. Dadurch sind wir unabhängig vom reinen Wärmemarkt. Wir bedienen vor allem ältere Menschen, die nicht alle Geschäfte online abwickeln, sondern den Energieberater auch noch gern zu Hause empfangen und sich in Ruhe beraten lassen. Was wir aber für unsere weitere Entwicklung unbedingt brauchen, ist endlich ein vernünftiges Verkehrskonzept für die Insel und nicht nur Gerede, was nicht leistbar ist.

Hell und trotzdem sparsam

Ilona Burmeister vom Leuchtenbau Pasewalk freut sich über viele Aufträge in ganz Deutschland und Österreich. Quelle: Cornelia Meerkatz

Ilona Burmeister, Leuchtenbau Pasewalk GmbH: Wir sind mit unseren 40 Mitarbeitern spezialisiert auf Außen- und Innenleuchten. Mit unseren Straßenleuchten konkurrieren wir mit großen Unternehmen und realisieren Aufträge in ganz Deutschland und Österreich. Hier vor Ort haben wir die Europapromenade in Heringsdorf auf LED umgerüstet oder große Teile der Straßenleuchten in Ueckermünde. Die Gemeinden sparen jetzt viel Geld. Unser Vorteil sind eigene Konstruktionen, die wir in Zusammenarbeit mit den Kunden entwickeln. Aber gerade bei europaweiten Ausschreibungen werden kleine Firmen wie wir oft überhaupt nicht einbezogen oder die Vorgaben sind unerfüllbar. Das ist für uns nachteilig, denn Großfirmen/Konzerne sind davon nie betroffen.

Sicherheitsfachkraft ist ein Lehrberuf

Sylvia Lütkehölter von der USD Uni Service Dienstleistung und Verwaltungsgesellschaft mbH Greifswald setzt auf mehr Kommunikation zum Beruf der Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Quelle: Cornelia Meerkatz

Sylvia Lütkehölter, USD Uni Service Dienstleistung und Verwaltungsgesellschaft mbH Greifswald: Als privates Dienstleistungsunternehmen mit 150 Mitarbeitern haben wir vielfältige Aufgaben – sie reichen vom Bluttransport für Kliniken über die Absicherung von Veranstaltungen wie etwa den 20. Internationalen Beachcup in Karlshagen in diesem Sommer bis hin zum Auf- und Zuschluss von Firmen, die Besetzung von Rezeptionen in Hotels oder das Bettenschieben in Krankenhäusern. Wir bilden auch selbst Lehrlinge aus. Drei Jahre dauert es bis zum Abschluss als Fachkraft für Schutz und Sicherheit.

Bei unserer Arbeit werden uns zwei Probleme besonders bewusst: Die seit Jahren durch Bund und Land vernachlässigten Verkehrslösungen auf Usedom, in Wolgast und dem Umland und der Irrglaube vieler Menschen, dass Sicherheitsfirmen mit der Polizei gleichzusetzen sind. Sicherheit ist ein hohes Gut und muss garantiert werden. Aber wir haben strenge Vorgaben bei der eingesetzten Technik, der Kommunikation und der Einhaltung der Menschenrechte und eben andere Aufgaben als die Polizei. Das muss öffentlich mehr bekannt gemacht werden.

Alexander Loew und Cornelia Meerkatz

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