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Usedom Wo Direktoren und Köche vom Himmel fallen
Vorpommern Usedom Wo Direktoren und Köche vom Himmel fallen
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17:41 25.07.2019
Carsten Willenbockel und Tandemmaster Jörg Panzer rasen auf Usedom zu. Quelle: Jörg Panzer
Heringsdorf

„Wo ist mein Bruder?“ Dies war einer der ersten Sätze, die Carsten Willenbockel, Direktor des Steigenberger Grandhotel and Spa in Heringsdorf, über die Lippen brachte, nachdem er am Strand gelandet war. Der besagte Bruder war nämlich, genau wie er selbst, aus gut 4000 Metern vom Himmel gefallen.

Es ist 18.37 Uhr. Der Bodenwind beträgt drei bis vier Meter pro Sekunde. Sprungdienstleiter Gordon Schubert steht mit den Füßen im feinen Strandsand. In der einen Hand das Handy, in der anderen das Funkgerät: „Springer in der Luft“, wird von der Supervan 900 gen Boden gefunkt.

Am Himmel sind winzig kleine Punkte zu erkennen – kein Wunder. Sie sind vier Kilometer entfernt. Mit gut 200 Kilometern pro Stunde sausen sie in Richtung Strand.

Im Video berichtet der Hotelchef von seinem Lieblingsmoment:

Idee kam beim Rumblödeln

Bei einem der kleinen Punkte handelt es sich um Carsten Willenbockel. Gemeinsam mit Tandemmaster Jörg Panzer genießt er den Adrenalinrausch und anschließend den Blick auf die Insel, den man sonst nie hat. Wie es dazu kam? „Wir haben so rumgeblödelt“, sagt Juliane Mund vom Marketing des Hotels. „Und dann haben wir uns gefragt, wie es denn wäre, wenn der Chef aus einem Flugzeug springt.“

Drei Teammitglieder des Steigenberger Hotels genossen den freien Fall über ihrer Wirkungsstätte: Direktor, Kosmetikerin und Koch wagten den Sprung aus 4000 Metern Höhe.

Springen am Strand ist Herausforderung

Die Landefläche ist abgesperrt, Ordner in gelben Western bitten die letzten Strandbesucher darum, den Bereich zu verlassen. „Wir lassen die Springer über dem Wasser raus“, sagt Gordon Schubert. Normalerweise landen die Fallschirmspringer auf einer speziellen Dropzone.

So eine Strandlandung ist immer mit ein bisschen Aufwand verbunden. „Da müssen wir bestimmte Genehmigungen einholen“, sagt Gordon Schubert. Und am Strand ist auch weniger Platz zum Landen. „In der Länge sind es 60 bis 80 Meter, aber in der Breite haben wir eine vorgegebene Wand durch die Strandkörbe.“

Fallenlassen ist der coolste Moment

Als sein Team mit der Idee des Fallschirmspringens an den Hoteldirektor herantrat, war der sofort Feuer und Flamme – und dehnte das Ganze noch etwas aus: Hüpfburg für die Kleinen, Info für die Gäste und Axel Gotsche von Skydive MV demonstrierte, wie Schirme nach dem Spaß am Himmel wieder zusammengefaltet werden.

Der größte Spaß findet aber in der Luft statt: „Der coolste Moment ist auf alle Fälle der, wenn man sich aus der Maschine fallen lässt und in den freien Fall reinkommt“, sagt Willenbockel. „Das ist schon wirklich unbeschreiblich, das kann man auch nicht vergleichen mit irgendwie Achterbahn oder Bungee Jumping oder so was.“

Nach dem Springen in die Küche

Auch Diego Radtke hat sich den Spaß nicht nehmen lassen. Er arbeitet als Koch im Steigenberger. „Ich muss das jetzt erst mal sacken lassen“, sagt der 32-Jährige, als er mit beiden Beinen wieder fest im Sand steht. „Und dann geh’ ich gleich noch ein bisschen in die Küche. Den Jungs helfen.“

Ob dem Hotelchef beim Öffnen der Flugzeugtür auch ein mulmiges Gefühl überkam? Nö. „Weil ich weiß, dass ich an vier Punkten am Tandemmaster dranhänge. Das sind Profis, die strahlen Ruhe aus. Man fühlt sich absolut zu Hause und hat keine Sorgen, sich da rausfallen zu lassen. Das ist ein Riesenspaß.“

Genuss pur

Das hat auch Tandemmaster Jörg Panzer gemerkt. „Er hat sich hervorragend gemacht, er wollte raus und hat das von der ersten Sekunde an genossen“, sagt der Mann mit einer Erfahrung von mehr als 3500 Sprüngen. „Beim Schulterklopfen merkst du das, wenn die dann gleich die Arme rausnehmen und strahlen.“

Inzwischen haben sich die beiden Brüder wieder in die Arme geschlossen. Jörg Willenbockel hat gemeinsam mit seiner Tamdemmasterin Jana Bauer nicht ganz das Lande-T getroffen. „Ich konnte es nicht richtig sehen und bin dann dumm den anderen hinterhergeflogen“, sagt sie. Jörg Willenbockel hatte sofort zugesagt, als sein Bruder ihn fragte, ob er springen will. „Erst ist man geflasht von der Geschwindigkeit“, sagt er. „Und wenn der Schirm kommt, guckt man erst mal, zum Beispiel wo das Hotel ist.“

Boogie geht noch bis zum 31. Juli

Die Sprünge fanden übrigens während des Usedom-Boogies statt – einer zweiwöchigen Sprungveranstaltung, bei der beispielsweise auch Kappenflugseminare durch erfahrene Springer angeboten werden. Termine fürs Tandemspringen sind noch frei.

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Dana Frohbös

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