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Usedom 10 000 Gäste umjubeln die Schlossinsel-Festspiele
Vorpommern Usedom 10 000 Gäste umjubeln die Schlossinsel-Festspiele
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14:07 25.08.2019
Frisch, fröhlich und erfolgreich: Auch das Stück „Ein seltsamer Heiliger“ - oder „Ein irrer Duft von Bibernell“ der Schlossinsel-Festspiele 2019 in Wolgast bleibt den Zuschauern in guter Erinnerung. Quelle: Tilo Wallrodt
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Wolgast

Schlossinsel-Festspiele die dritten, 2019 - das war’s! Vor dem traumhaften Ambiente von Peenestrom und blauer Brücke sowie im Meer funkelnder Wunderkerzen haben sich die Akteure von „Ein seltsamer Heiliger“ oder „Ein irrer Duft von Bibernell“ am Samstagabend vom begeisterten Publikum verabschiedet. Wieder war das Open-Air-Spektakel ausverkauft, erneut gab es Riesenbeifall, Jubel und etliche Zugaben. Die Peenestädter, Insulaner und viele Urlauber haben das Event inzwischen sehr gut angenommen und gemeinsam mit dem Team der Vorpommerschen Landesbühne Anklam dafür gesorgt, dass Wolgast während der Sommersaison ein kulturelles Highlight der besonderen Art zu bieten hat. „Es war wieder ein Zugewinn für unsere schöne, alte Stadt“, resümiert Jan Koplin, Chef der Wohnungswirtschafts GmbH. Sie trug als einer von mehreren einheimischen Sponsoren mit dafür (finanzielle) Sorge, dass die sehr frei nach Rudi Strahl inszenierte Komödie kurzweilige Unterhaltung mit reichlich Schenkelklopfern bot.

Die bereits in den Vorjahren erfolgreich angesetzte Mixtur frecher Sprüche, Schlagerhits im weitesten Sinne und kleiner, vieldeutiger Liebe- und Eifersüchteleien vor dem Hintergrund der Nachwende-Wirren in der Region geriet auch diesmal zu einem wohlschmeckenden Cocktail. Es wurde geschmust und geträumt, gerockt und getanzt, dass es eine Freude war, dem dynamischen Treiben zuzuschauen und zuzuhören. Zu späterer Stunde formierte sich gar aus dem immer lockerer werdenden Publikum ein Chor, der in die Hits von Lindenberg und Nena kräftig einstimmte.

 

Tänze, witzige Dialoge und Ostalgie mit Augenzwinkern erwartete die Besucher der Wolgaster Schlossinselfestspiele 2019. Quelle: Tom Schröter

Unter den Mimen ragte zweifellos Momo Böhnke als platt snackender, arbeitsloser Paul, der dennoch nie den Spaß am Dasein verliert, heraus. Seine Couplets heimsten Szenenbeifall ein, seine Gestik und Mimik stellten vieles von dem, was um ihn herum geschah, in den Schatten. Wie gewohnt mit frechen Sprüchen fix zur Hand und schließlich als Rockmusiker überzeugend: Torsten Schemmel; hervorhebenswert außerdem Heiko Gülland als liebestoller Abgesandter des Vatikans, noch treffsicherer allerdings als super cooler, russischer Mafioso. Entscheidend aber dürfte wohl gewesen sein, dass auf der Bühne und hinter den Kulissen ein stimmiges Team agierte, dem das Ganze offenbar genau so viel Spaß bereitete wie den Zuschauern, von denen viele die Aufführung bereits zum wiederholten Male besuchten. Kann es ein schöneres Kompliment für die Akteure geben?

Choreografin Annika Laß war es gelungen, eine Jugendgruppe ausgelassen tanzen und kokettieren zu lassen. Andreas Mücke zauberte eine ansprechende Bühne an den historischen Ort, auf dem sich im nächsten Jahr allerdings endlich Bauaktivitäten entfalten sollen. Bürgermeister Stefan Weigler hat daher bereits anklingen lassen, dass die Sommerfestspiele 2020 womöglich in den Stadthafen umziehen werden. Das dürfte dem Spektakel jedoch keinen Abbruch tun. Immerhin fanden in diesem Sommer rund 10 000 Gäste den Weg zur Bühne, was unterm Strich als überzeugendes Erfolgsindiz gelten darf. Schließlich braucht Theater nicht nur Phantasie und immer wieder neue Ideen, sondern es kostet auch (nicht wenig) Geld.

Momo Böhnke (links) und Erik Gaetjen überreichen Spendengeld an Mandy Nimz aus Rappenhagen, die schwer an Multipler Sklerose erkrankt ist. Quelle: Steffen Adler

Eine warmherzige Geste sorgte während der Pause für großen Zuspruch. Das bei der Versteigerung der Tafel „Mitarbeiter des Monats“ und in der Pause gesammelte Geld ging an die schwer an Multipler Sklerose erkrankte Mandy Nimz aus Rappenhagen, deren Schicksal seit der Veröffentlichung in der OZ viele Menschen bewegt. Außerdem gab es einen Zuschuss für die Jugendarbeit von Dr. René Börrnert und sein Team im Wolgaster Jugendhaus.

Auch die Versteigerung der Tafel „Mitarbeiter des Monats“ unter anderem mit Torsten Schemmel und Birgit Lenz (Mitte) füllte den Spendentopf. Quelle: Steffen Adler

Für die beiden Hauptdarsteller Marc Robin Östreich und Momo Böhnke war das Finale der Komödienwochen die vorerst letzte Rolle an der Vorpommerschen Landesbühne. Nach vier Jahren Ausbildung an der Theaterakademie Zinnowitz und einem praktischen Jahr, ziehen neue Verträge beide ein Stückchen südwärts. Nicht ausgeschlossen freilich ist ein Wiedersehen in Wolgast, Zinnowitz oder Anklam. Die Liebhaber ihres erfrischenden Spiels würde es sicher freuen.

Von Steffen Adler

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