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Usedom Wolgast: Exotisches Gezwitscher am Lustwall
Vorpommern Usedom Wolgast: Exotisches Gezwitscher am Lustwall
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12:33 13.08.2019
Zu den Pfleglingen von Sandra Kaminski (43) aus Wolgast zählt zurzeit auch der neun Jahre alte Graupapagei Leo. Zudem hält die Vogelliebhaberin, die seit 15 Jahren Vereinsmitglied ist, in ihren Volieren unter anderem prächtige Schwalben-, Königs- und Ziegensittiche. Quelle: Tom Schröter
Wolgast

Vor nunmehr 60 Jahren, am 20. März 1959, trafen sich sieben Vogelliebhaber aus Wolgast und dem Umland, um den Verein „Kanarien- und Vogelliebhaber Wolgast und Umgebung“ aus der Taufe zu heben. Das Jubiläum soll in diesem Herbst gebührend gefeiert werden.

Am 5./6. Oktober wird in der Turnhalle des historischen Gymnasiums am Lustwall zur einer Landesschau eingeladen. Die Wolgaster Vereinsmitglieder sind schon jetzt mit den Vorbereitungen befasst. Bis zu 300 Vögel sollen fachmännisch bewertet werden, darunter Papageien, Sittiche, Kanarienvögel und Finken. Auch die kleinen Steinkäuze des Wolgaster Züchters Roland Karge werden zu sehen sein. Organisiert werden ein Tierverkauf und eine Tombola. Zudem kümmern sich die Gastgeber um die kulinarische Versorgung der Gäste und um das Vergnügen der Kinder.

In diesem Jahr begehen die Mitglieder des Vereins der Ziergeflügel- und Exotenzüchter Wolgast und Umgebung ihr 60-jähriges Vereinsjubiläum. Quelle: privat

Als der Verein vor sechs Jahrzehnten gegründet wurde, gehörte er zunächst zum Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK) Wolgast mit Sitz in Hollendorf. Zu den Gründungsmitgliedern zählten Otto Liebaum, Günther Lerch, Adolf Lüders sowie Günter und Hilde Schimmelpfennig aus Wolgast, Iris Bremer aus Loddin und Paul Wasmund aus Nepzin. Zeitweise war auch der Maler Otto Niemeyer-Holstein aus Lüttenort bei Koserow Mitglied im Wolgaster Vogelverein.

Adolf Lüders war erster Vereinsvorsitzender

Zum ersten Vereinsvorsitzenden wurde Adolf Lüders gewählt. Zuchtfreund Lüders, der in Wolgast auch als Orthopädie-Schuhmachermeister bekannt war, führte den Verein bis 1983. Auf ihn folgte bis 1989 Albert Wienholz. Durch die Wendezeit, als der Verein in „Verein der Ziergeflügel- und Exotenzüchter Wolgast und Umgebung e.V.“ umbenannt wurde, stand bis 1992 Manfred Riecks den hiesigen Vogelfreunden vor. Dann lenkten bis 1999 Roland Karge und seitdem Carsten Porath die Vereinsgeschicke.

In den Jahren vor dem politischen Umbruch waren mehrfach Hürden bei der Zucht und Haltung der exotischen und einheimischen Vögel zu überwinden. So mussten die Mitglieder zum Beispiel auf einen Beschluss des VKSK-Zentralvorstandes anlässlich des 35. Jahrestages der DDR hin bestimmte Verpflichtungen im sozialistischen Wettbewerb erfüllen beziehungsweise möglichst überbieten.

Von Jahr zu Jahr mussten mehr Vögel, wie Wellen- und Nymphensittiche, aber auch Zebrafinken, für den Export gezüchtet und abgeliefert werden. Nur wenn dies erreicht wurde, gab es die notwendige Zuweisung von Futter. Dem Futterwart kam die Aufgabe zu, die angewiesene Vogelnahrung unter den Mitgliedern aufzuteilen.

Ein Prachtrosella kostete bis zu 400 DDR-Mark

Auch die Beschaffung von guten Zuchttieren war nicht immer einfach und kostete bisweilen viel Geld. Wenn man heute etwa für einen guten Prachtrosella rund 50 Euro bezahlt, kostete dieser zu DDR-Zeiten schon mal bis zu 400 Mark. Da es im Verein auch Rentner gab, die ab und zu in die damalige BRD reisen durften, gelang es auch auf diesem Weg, an hochwertige Tiere zu kommen. So wurden aus der Bundesrepublik beispielsweise Eier von Schauwellensittichen beschafft und hierzulande versucht, diese mit Hilfe von anderen Vögeln auszubrüten, was allerdings nicht immer gelang.

Mit dem Fall der Mauer 1989 öffneten sich auch für die hiesigen Vogelzüchter neue Türen. Sie konnten nun reisen und sich auf den Schauen und Börsen in den alten Bundesländern Tiere beschaffen sowie einige Ratschläge einholen. Auch Futter, das meist aus Hirse, Sonnenblumenkernen und Ähnlichem bestand, konnte in fast jeder Stadt ohne Abgabe von Verpflichtungen gekauft werden.

Bald wurde eine Freundschaft mit dem Vogelverein der Wolgaster Partnerstadt Wedel bei Hamburg geschlossen. 2008 gründete sich im Verein die AZ-Ortsgruppe Wolgast, dessen Mitglieder, außer dem Wolgaster Verein, auch dem der Gesamtdeutschen Vereinigung der AZ angehören. Die Ortsgruppe wird seit 2008 von Roland Janetzky geführt.

Der Wolgaster Verein lud nahezu alljährlich zu einer Vereinsausstellung ein. Seit der Gründung der AZ-Ortsgruppe bewerben sich die Mitglieder auch in regelmäßigen Abständen um die Ausrichtung einer Landesschau. Auf dieser können Züchter aus ganz MV ihre selbst gezüchteten Tiere den anerkannten Zuchtrichtern zur Bewertung vorstellen.

Von Roland Janetzky und Tom Schröter

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