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Usedom Zu viele Ungereimtheiten: Wolgaster Fraktionen fordern Bergemanns Rücktritt
Vorpommern Usedom Zu viele Ungereimtheiten: Wolgaster Fraktionen fordern Bergemanns Rücktritt
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14:35 29.10.2019
Lars Bergemann im interkulturellen Garten an der Wolgaster Puschkinstraße. Dem Ruf nach Rücktritt will er nicht folgen. Quelle: Tom Schröter
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Wolgast

Für den Wolgaster Stadtvertreter Lars Bergemann (Fraktion SPD/Grüne/Einzelbewerber) nimmt der politische Gegenwind an Stärke zu. Jetzt sieht er sich auf breiter Front einem Sanktionsantrag ausgesetzt.

Darin fordern ihn die Stadtvertreter-Fraktionen von AfD, CDU, KfW, BfW und Die Linke gemeinschaftlich auf, als Abgeordneter zurückzutreten. Die Kritiker – 21 der insgesamt 24 Stadtvertreter – werfen dem 47-Jährigen indirekt Wählertäuschung vor.

Bergemann: „Mich traf das nicht ganz unvorbereitet“

In dem auf der Stadtvertretersitzung am Montagabend verlesenen Antrag heißt es wörtlich: „Herr Bergemann hat aufgrund seiner nicht unerheblichen strafrechtlichen Verurteilung das Vertrauen der weiteren Mitglieder der Stadtvertretung verloren. Aufgrund seines Verhaltens, die strafrechtliche Verurteilung vor der Kommunalwahl nicht offenzulegen und sich im Amtsausschuss für eine Funktion im Rechnungsprüfungsausschuss wählen zu lassen, fordert die Stadtvertretung Herrn Bergemann auf, unverzüglich sein Mandat in der Stadtvertretung niederzulegen.“

Lars Bergemann im interkulturellen Garten in Wolgast-Nord, für den er sich stets stark engagierte. Quelle: Tom Schröter

Bergemann nahm den Antrag wortlos auf. „Mich traf das nicht ganz unvorbereitet“, sagte er im Anschluss auf Nachfrage. „Aber ich habe das Mandat der Bürger und werde nicht zurücktreten.“

2019 wegen Unregelmäßigkeiten in Vereinskasse verurteilt

Der Wolgaster Kommunalpolitiker war bereits im März 2019 vom Amtsgericht Greifswald verurteilt worden. Der Grund waren Unregelmäßigkeiten in der Kasse des Vereins Regenbogenpark Wolgast, der an der Puschkinstraße einen interkulturellen Garten betreibt und dessen Vorsitzender Bergemann war. Das Gericht setzte als Strafmaß 90 Tagessätze zu jeweils 60 Euro fest. Zudem musste er dem Verein das fehlende Geld ersetzen.

Dass ein Gerichtsverfahren gegen ihn eingeleitet gewesen sei, sei vor den am 26. Mai dieses Jahres stattgefundenen Kommunalwahlen längst öffentlich bekannt gewesen, argumentierte Bergemann jetzt. Mit der zwischenzeitlich erfolgten Urteilsverkündung an die Öffentlichkeit zu gehen, dafür habe er keine Veranlassung gesehen. „Ich habe zur Wahl meine Unterlagen eingereicht und diese wurden geprüft. Den Wahlprüfungsausschuss hat das nicht interessiert; ich wurde deshalb nicht angesprochen“, sagte er.

Bei den jüngsten Kommunalwahlen in Wolgast holte Bergemann als Einzelbewerber 984 Stimmen, was einem Stimmenanteil von sieben Prozent entsprach.

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Von Tom Schröter

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