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Usedom Wolgast: Nach Messer-Attacke in Psychiatrie
Vorpommern Usedom Wolgast: Nach Messer-Attacke in Psychiatrie
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16:10 27.03.2019
In der Wohnung des Wolgasters stellten die Polizeibeamten unter anderem eine Wasserpfeife, eine sogenannte Bong, sicher. Auch die Tatwaffe wurde gefunden. Quelle: Tilo Wallrodt
Wolgast

Ein 37-jähriger Wolgaster hielt am Mittwoch Beamte der Landes- und der Bundespolizei in Wolgast in Atem. Zunächst löste der offenbar psychisch kranke Mann morgens gegen 6.50 Uhr am Hauptbahnhof einen Polizeieinsatz aus, wo er mit einem anderen Fahrgast aneinander geriet. „In der Folge dieser Auseinandersetzung hatte der Zug 34 Minuten Verspätung“, berichtet Jörgen Boße, Geschäftsführer der Usedomer Bäderbahn.

„Der Mann bedrohte einen Anderen mit einem Messer und schlug diesen mit der flachen Hand ins Gesicht. Danach flüchtete er“, teilt Torsten Tamm mit, Sprecher der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt. Bundes- und Landespolizei hätten daraufhin gemeinsam nach dem Geflüchteten gefahndet und diesen schließlich auch dingfest gemacht.

Im Verlauf des Vormittags durchsuchten die Polizeibeamten die Wohnung des Mannes in der Heberleinstraße, wo unter anderem eine Wasserpfeife, eine sogenannte Bong, sichergestellt wurde. „Im Zuge weiterer Ermittlungen wurde auch die Tatwaffe gefunden“, so Polizeihauptkommissar Tamm. Darüber hinaus habe ein Test ergeben, dass der Tatverdächtige unter Drogen stand.

Wie Polizeihauptkommissar Frank Knuth vom Polizeirevier Wolgast auf Nachfrage mitteilt, sei der junge Mann den hiesigen Ordnungsbeamten hinlänglich bekannt. Mehrere Polizeieinsätze gingen in der Vergangenheit demnach auf sein Konto. „Der Mann, der gesundheitliche Probleme hat, wurde mehrfach in die Greifswalder Johanna-Odebrecht-Stiftung eingewiesen, die er jedoch stets nach drei Tagen wieder verlassen hat“, schildert der Beamte.

Der 37-Jährige war in der Vergangenheit mehrfach von der Polizei dingfest gemacht worden. Dieses Foto entstand Anfang März. Quelle: Tilo Wallrodt

 

Am Mittwoch nun sei in Absprache mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald seine zwangsweise Unterbringung in besagter psychiatrischer Klinik organisiert worden, die sich unter anderem um die Betreuung beziehungsweise Therapie psychisch Kranker und junger Drogenabhängiger kümmert. „Diese Unterbringung muss durch einen Richter bestätigt werden. Dann erfolgt auch eine konkrete Begutachtung“, so Knuth.

Der 37-jährige arbeitslose Mann ist Mieter der Wohnungswirtschafts GmbH (WoWi). Mitbewohner fühlen sich seit mehreren Wochen von ihm terrorisiert. Die Rede ist zum Beispiel von einer eingeschlagenen Fensterscheibe, lauter Musik, Bedrohungen, Schmierereien, aus dem Fenster geworfenen Palmen, Randale in umliegenden Gärten und zerstörten Briefkästen. Um Hilfe bittend, wandten sich deshalb Mitbewohner an das Sozialmanagement der WoWi.

„Es wurden dort auch eine Briefkastenanlage in die Luft gesprengt und ein Kellerfenster zerstört, weshalb wir bei der Polizei entsprechend Anzeige erstattet haben“, informiert WoWi-Geschäftsführer Jan Koplin auf Anfrage. Die Wowi habe mehrfach Kontakt zu dem mutmaßlichen Unruhestifter aufgenommen. „Wir haben auch versucht, über unser Sozialmanagement eine soziale Betreuung für ihn zu bekommen, was aber bis jetzt nicht funktioniert hatte“, so der Geschäftsführer.

Tom Schröter

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