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Usedom Wolgast will Erholungsort werden
Vorpommern Usedom Wolgast will Erholungsort werden
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19:45 20.03.2019
Blick von St. Petri Wolgast auf den Marktplatz mit dem historischen Rathaus. Quelle: Tom Schröter
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Wolgast

Am 10. April erhält die Stadt Wolgast wichtigen Besuch: „An diesem Tag kommt der Beirat für Kur- und Erholungsorte MV zu uns, um unsere Stadt zu besichtigen“, verkündet Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos). Hintergrund ist das Vorhaben, für die Stadt Wolgast die staatliche Anerkennung als „Erholungsort“ zu bekommen.

Das schon seit längerem verfolgte Vorhaben erweist sich als einigermaßen ambitioniert. 2009 und 2010 wurden bereits zwei vergebliche Anläufe unternommen; die Kommission lehnte die Anerkennung mit Verweis auf zu geringe Urlauber-Übernachtungszahlen ab. Doch die Stadt gibt nicht auf. Drei Jahre ist es her, dass Wolgast beim Schweriner Wirtschaftsministerium erneut den Antrag stellte, den Status „Erholungsort“ zugesprochen zu bekommen. Weigler ärgert sich über die lange Bearbeitungszeit und hofft nun, dass es diesmal klappen wird.

Ein Ziel: Weiter von Bärderregelung profitieren

Laut Aussage des Bürgermeisters könnten Wolgast aus diesem offiziellen Status mehrere Vorteile erwachsen. „Wir hätten als ,Erholungsort’ zum Beispiel die große Chance, wieder von der Bäderregelung zu profitieren und zu erreichen, dass Märkte bei uns auch weiterhin am Sonntag öffnen dürfen“, erklärt er. Bekanntlich gilt seit Januar 2019 eine neue Bäderverkaufsordnung, gemäß der die Geschäfte in Wolgast ab Mitte April bis Ende Oktober sonntags geschlossen bleiben müssen.

Für die Stadt am Peenestrom, so argumentiert das Stadtoberhaupt, bedeute dies einen Attraktivitätsverlust gegenüber den benachbarten Seebädern, geringere Gewerbesteuereinnahmen und den Verlust von Arbeitszeiten. Nicht wenige Sommerfrischler, die die Stadt am Sonntag auf der B 111 von und zur Insel Usedom passieren, versorgten sich bisher im Netto-Markendiscount oder bei Lidl mit Lebensmitteln. Und der eine oder andere Kunde habe den Zwischenstopp auch gleich für einen Abstecher auf den historischen Marktplatz oder in die Petrikirche genutzt, so Weigler. Dies drohe künftig wegzufallen.

Stadt ließ mehrere Gutachten anfertigen

Für die Prädikatisierung als „Erholungsort“ sind mehrere Bedingungen zu erfüllen. „Mit unseren jährlich 25000 bis 35000 Urlauber-Übernachtungen liegen wir weit unterhalb der Vorgabe von mehr als 100000 Übernachtungen. Alle anderen Kriterium erfüllen wir jedoch, was für die Anerkennung ausreicht“, sagt Weigler. Die Stadt habe Gutachten für Lärm- und Gewässerschutz und zur Luftqualität anfertigen lassen und könne mit vielen touristischen Angeboten aufwarten, wie einer eigenen Badestelle, mehreren musealen Stätten, dem Tierpark, einem Lesesaal und kommunalen Einrichtungen, die auch von Urlaubern genutzt werden.

Laut Kommunalabgabengesetz des Landes MV sind Gemeinden, die als Kur- oder Erholungsorte anerkannt sind, darüber hinaus berechtigt, Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe zu erheben. „Mit der Fremdenverkehrsabgabe könnten wir unsere Werbung in Sachen Tourismus finanziell besser ausstatten, wovon dann auch wieder unsere Händler und Gewerbebetriebe profitieren“, so Weigler weiter.

Laut Information des Wirtschaftsministeriums haben in MV bisher 70 Städte und Gemeinden eine staatliche Anerkennung nach dem Kurortgesetz erhalten. Davon wurden sieben als Seeheilbad, zwei als Heilbad, vier als Luftkurort, zwei als Kneipp-Kurorte, 24 als Seebad und 31 als Erholungsort prädikatisiert.

Tom Schröter

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