Wolgaster Jugendhaus hat keinen Fußboden mehr
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Usedom Nach Wasserschaden: Wolgaster Jugendhaus hat jetzt keinen Fußboden mehr
Vorpommern Usedom

Wolgaster Jugendhaus hat keinen Fußboden mehr

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12:03 20.01.2021
Kenneth Böge vom Usedomer Trocknungsservice nimmt auch im Eingangsbereich des Wolgaster Jugendhauses den Fußboden auf.
Kenneth Böge vom Usedomer Trocknungsservice nimmt auch im Eingangsbereich des Wolgaster Jugendhauses den Fußboden auf. Quelle: Tom Schröter
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Wolgast

Im Wolgaster Jugendhaus „Peenebunker“ dröhnt der Presslufthammer. Mitarbeiter des Usedomer Trocknungsservice sind dabei, den Fußboden in weiten Bereichen des Erdgeschosses zu entfernen. Der Estrich wird herausgestemmt und auch die darunter befindlichen Styroporplatten haben ausgedient.

Im vergangenen Herbst war festgestellt worden, dass eine im Estrich verlegte Wasserleitung an einigen Stellen schadhaft war. „Zunächst wurde die Leitung an zwei Stellen repariert. Doch unsere Wasseruhr lief trotzdem weiter, so dass schnell klar wurde, dass die Leitung noch an weiteren Stellen defekt ist“, berichtet Jugendhaus-Leiterin Viola Fiebiger.

Ausgetretenes Wasser hatte sich großflächig verteilt

Das Wasser hatte sich unter der Styroporlage längst großflächig verteilt und stieg in den angrenzenden Wänden auf, so dass letztlich die inzwischen angelaufene Generalsanierung notwendig wurde. „Nur die Toiletten, die Küche und die Werkstatt blieben von dem Wasserschaden verschont“, schildert die Leiterin.

Auch die Bar und der Saal im „Peenebunker“ sind vom Wasserschaden betroffen. Quelle: Tom Schröter

„Die Versicherung hat den Schaden anerkannt“, informiert Bürgermeister Stefan Weigler (CDU). Das Schadensgutachten, das letztlich auch die Schadenshöhe enthält, liege der Stadt allerdings noch nicht vor. Weigler schätzte die Reparaturkosten bisher auf mehrere Zehntausend Euro. Einen bestimmten Kostenanteil werde die Stadt übernehmen müssen; schließlich ist das stadteigene Jugendhaus „Peenebunker“, das vom Kreisdiakonischen Werk Greifswald-Ostvorpommern betrieben wird, inzwischen etwa 25 Jahre alt.

Wie lange sich die Bauarbeiten hinziehen werden, kann laut Weigler zum jetzigen Zeitpunkt niemand konkret sagen. Zunächst sollen Kondenstrockner aufgestellt werden, um der Bodenplatte und den Wänden die eingesickerte Feuchtigkeit zu entziehen. „Dann kommt der neue Estrich rein, der bis zu sechs Wochen lang trocknen muss“, so der Bürgermeister. Auch die Wasserleitung und die Fußbodenheizung seien zu erneuern und die betreffenden Bereiche anschließend neu zu fliesen, was ebenfalls einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

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Ausweichquartier entstand am Thälmannplatz

Jugendhaus-Leiterin Viola Fiebiger hofft unterdessen, dass im Sommer der Wiederbezug möglich ist. Kürzlich wurde am Thälmannplatz ein Übergangsquartier eingerichtet, in das auch die Sitzmöbel vorübergehend umgezogen sind. Aber ob diese Räumlichkeiten jemals von jugendlichen Besuchern genutzt werden können, steht angesichts der Corona-Pandemie völlig in den Sternen.

Jugendhaus-Mitarbeiter Andreas Keil nutzt die Zeit, um aus Altholz Möbel unter anderem für die Bar und den Probenraum zu bauen. Quelle: Tom Schröter

Jugendhaus-Mitarbeiter Andreas Keil ist derweil dabei, neues Mobiliar für das Jugendhaus zu bauen. Die alte Einrichtung war ebenso in die Jahre gekommen, wie zum Beispiel der Akustikschutz des Musik-Probenraums. Unter Keils geschickten Händen entstanden bereits Tresen, Barhocker, Wandregal, Infowand und eine Garderobe für die neue Hausbar. Aktuell sind Halterungen für Instrumente, Kommoden, Tische mit Schubfächern und Regale im Bau.

„Das Ganze nennt sich Upcycling. Das heißt, dass ich ausschließlich Altholz aus dem Abfall verwende, wie zum Beispiel ausrangierte Paletten und Schalungsbretter“, erklärt Andreas Keil, der bedauernd hinzufügt: „Eigentlich sollten die neuen Möbel in unserer Holzwerkstatt zusammen mit den Jugendlichen gebaut werden. Wegen Corona ist dieses Vorhaben aber leider ins Wasser gefallen.“

Von Tom Schröter