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Usedom Wolgaster Kinder machen via Whatsapp Jagd auf Müll
Vorpommern Usedom Wolgaster Kinder machen via Whatsapp Jagd auf Müll
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11:05 16.08.2019
Sie sammeln regelmäßig Müll im Wolgaster Stadtgebiet (von links): Amelie Brunstermann, Jasmin Sandhop, Nico Hohensee, Laurens Fuhr, Emilia Resetnikov, Hedy Schröter, Tyron Meinke und Zoe Chanioti. Quelle: Tom Schröter
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Wolgast

Es ist Donnerstag gegen 15.20 Uhr, als die Zehn- und Elfjährigen in dieser Woche zu ihrer jüngsten Sammelaktion ausschwärmen. Treffpunkt ist in diesem Fall an der Wolgaster Stadtbibliothek in der Hufelandstraße. Die Kinder, die in die Klasse 5a der Regionalschule Kosegarten gehen, haben sich in einer WhatsApp-Gruppe organisiert. Einmal pro Woche kommen sie an einem zuvor verabredeten Punkt zusammen, um im Stadtgebiet Jagd auf Müll zu machen. Fix sind Handschuhe angezogen und Abfallsäcke entfaltet – und schon kann es losgehen.

Seit Beginn der Sommerferien sammeln die Klassenkameraden wöchentlich zwei Stunden lang Müll in Wolgast. Sie wollen etwas für die Umwelt tun, sagen die Kinder, die sich komplett selbst organisieren. Quelle: Tom Schröter

Bereits in den Büschen an der Bibliothek werden die Sammler fündig. Kaugummipapier, Plastetüten, Zigarettenschachteln, Strohhalme und Bierdeckel, die andere achtlos weggeworfen haben, werden aufgelesen und in die mitgebrachten Müllsäcke verstaut. Seit Beginn der Sommerferien geht das so. „Meistens treffen wir uns donnerstags. Insgesamt sind wir zwölf Leute, von denen immer etwa sechs bis sieben kommen“, erzählt Hedy, die organisatorisch ein bisschen den Hut auf hat.

Munter zieht die Truppe ihre Bahn. Auch auf dem Weg, der von der Hufelandstraße zum Jugendhaus führt, haben die Mitstreiter alle Hände voll zu tun. Bierflaschen, Verpackungen aller Art, Kaffeebecher, Dosen, Taschentücher, Bonbonpapier und vieles mehr wandern in die blauen Säcke, die sich zusehends füllen. „Die Umwelt liegt uns sehr am Herzen“, sagt Hedy. „Wir wollen sie schützen und deshalb so viel Müll wie möglich aufsammeln.“

Die mitgebrachten Müllsäcke sind schon nach kurzer Zeit recht gut gefüllt. Quelle: Tom Schröter

Anfangs griffen die Kinder auch nach jedem Zigarettenstummel. Aber hier haben sie inzwischen kapituliert. „Es sind tausende Kippen, die am Weg liegen. Da werden wir nie fertig“, schildert Hedy. Auch Nico gehört zu den kleinen Aktivisten. „Ich will nicht, dass die Welt von Plastik vermüllt ist“, sagt er. Im Internet bei YouTube und im Fernseher habe er gesehen, wie zum Beispiel Meerestiere Plastik aufnehmen und daran zugrunde gehen. Nun will er selber helfen, die Umwelt sauberer zu machen.

Zwei Mädchen aus Groß Ernsthof, Jasmin und Zoe, gehören ebenfalls zu der kleinen Schar, die in den vergangenen Wochen auch auf der Schlossinsel und rings um das historische Rathaus schon aktiv war. Ganz kleine Plasteteile und Konfetti bleiben liegen. „Damit wäre man überfordert. „Wir fokussieren uns auf größere Sachen“, berichtet Laurens, der gemeinsam mit Tyron loszieht und, neben etlichem anderen Unrat, auch ein Metallgitter findet. Auch Emilia hat schwer zu schleppen; Aus dem hohen Gras zog sie einen Satz Zeltstangen.

Laurens und Tyron mit ihrer „Beute“ – sogar Sperrmüll haben sie wieder aufgelesen. Quelle: Tom Schröter

„Der Müll, den wir finden, kommt in die öffentlichen Behälter, wo er auch hingehört“, erläutert Hedy. Bald biegt der Trupp in die Straße am Paschenberg ein. Auch hier säumt Abfall aller Couleur die Fahrbahn und den Gehweg. Plötzlich kommt es zur Diskussion, ab wann Müll denn eigentlich entsteht. „Ich glaube, vieles ist schon Müll, wenn wir es kaufen“, meint Hedy. Ihre Mutter Ulrike begrüßt die Aktion der Fünftklässler. „Diese Kinder tun in ihrer Freizeit ganz praktisch etwas für die Umwelt“, sagt sie. Dies sei aus ihrer Sicht besser, als während der Schulzeit nur zu protestieren.

Zoe zeigt einigen Abfall, der am Weg in Richtung Jugendhaus lag. Quelle: Tom Schröter

Inzwischen sind die Abfallsäcke gut gefüllt, obwohl erst eine ziemlich kurze Wegstrecke hinter den kleinen Teenagern liegt. Auch der zeitweise Regen konnte den Enthusiasmus in der Gruppe nicht trüben. In den nächsten Wochen soll die Aktion weitergehen. „Es wäre natürlich besser, wenn wir noch mehr Leute sein würden“, sagt Tyron. Manchmal gebe es von Passanten für den freiwilligen Einsatz sogar ein Lob.

Von Tom Schröter

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