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Usedom Käpt’n Traumschiff geht von Bord
Vorpommern Usedom Käpt’n Traumschiff geht von Bord
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15:41 10.07.2019
Ariane und Hubert Flohr genießen die Zeit auf ihrem Sauziner Grundstück. Im Hintergrund ist die Wolgaster Brücke zu sehen. Quelle: Henrik Nitzsche
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Sauzin

Er sitzt unter einem Apfelbaum, schaut auf den Peenestrom und zitiert Loriot: „Ich will hier nur sitzen.“ Das kann er jetzt auch nach gut 50 Jahren auf dem Meer. Hubert Flohr hat sich hochgedient – vom Matrosen zum Nautiker bis zum Kapitän. Der Sauziner hat die Welt gesehen, war auf allen Kontinenten und hat 16 Jahre lang das Kommando auf dem ZDF-Traumschiff gehabt. Nun ist er von Bord gegangen. Seit Juli ist der 68-Jährige nun Pensionär.

„Rentnerlehrling“ sagt er, lacht und schaut seine Frau an. Sie sitzt mit ihm im Garten, hier, wo sie nun ein kleines Café eröffnet haben. Die Versorgung hungriger und durstiger Vorbeikommer liegt in den Händen von Ariane Flohr. Der Käptn hilft, wenn Not am Mann ist. Der Blick vom Grundstück in Sauzin ist beeindruckend – Wolgaster Werft und Peenebrücke liegen zu Füßen. „Wir wollten einen großen Garten mit Blick aufs Wasser haben“, so Flohr, der in seinem Job genug Wasser gesehen hat.

Hubert Flohr aus Sauzin mit Schauspielerin Christine Neubauer auf dem ZDF-Traumschiff. Quelle: privat

Nach seiner Zeit bei der Marine in Peenemünde wechselte er nach der Wende in die zivile Seefahrt. Dass er mal Bestandteil einer beliebten ZDF-Serie wird und mit Schauspielgrößen wie Siegfried Rauch (starb 2018), Harald Schmidt, Barbara Wussow, Sabine Postel, Christine Neubauer oder Sascha Hehn zu tun haben wird, hätte er niemals gedacht.

1995 war es soweit – er kam auf das Kreuzfahrtschiff „Berlin“. Dort wurde für das ZDF-Traumschiff gedreht. „Anfangs schleppte die Crew für den Dreh rund 50 Tonnen Technik an Bord. Zuletzt brauchten sie nur noch 25 Tonnen an Equipment“, sagt der Sauziner zum technischen Fortschritt. Dazwischen liegen 16 Jahre als Traumschiff-Kapitän. Eine Rolle, die allerdings nicht vor der Kamera spielte. Er machte seinen Job, „die vom ZDF ihren“. Im Januar und Februar wurde meist auf den Schiffen gedreht. Nach der MS „Berlin“ und der „Deutschland“ wird nun die Traumschiff-Reihe auf der „Amadea“ gedreht, einem Schiff der Phoenix-Flotte.

An Bord und auf See

Keine Rolle für den echten Kapitän

Für Flohr war es der dritte Dampfer im Scheinwerferlicht. Der gebürtige Sachse – geboren in Riesa – hatte 2007 bei Phoenix angeheuert. Dort war er hauptsächlich als Kapitän auf der „Amadea“ unterwegs. Die wurde 2015 zufällig vom ZDF als neue Bühne für die Dreharbeiten auserkoren. Und wieder war es Hubert Flohr, der eben auf der Brücke das Kommando hatte. Knapp 40 Kabinen sind jedesmal für die Fernsehcrew reserviert. Gedreht wird meistens, wenn die Gäste Ausflüge unternehmen und von Bord sind. In der Fernsehreihe ist der echte Kapitän niemals zu sehen. „Bei den Specials zu den Reihen bin ich das eine oder andere Mal zu Wort gekommen“, so der Sauziner, der vor allem sein Team vermisst. Als Käpt’n war er verantwortlich für rund 300 Mitarbeiter.

Das aktuelle ZDF-Traumschiff – die „Amadea“ von Phoenix. Quelle: privat

Auch wenn nun mehr Zeit bleibt für sein Boot und das Angeln, so ist der Traumschiff-Kapitän auch weiter gefragt. Wenn vorerst auch nur am Telefon. Wenn es um eine neue Folge geht, wird sein Rat benötigt, ob die Szene denn auch realistisch ist. „Unser Schiff musste einmal mit einem Fischerboot kollidieren. So stand es im Drehbuch. Natürlich gab es diesen Zusammenstoß nur im Fernsehen, real nicht“, so Flohr. Das gilt auch für Szenen, die die Brücke auf hoher See zeigen. „Gedreht wird auf der Brücke nur, wenn wir im Hafen liegen. Wir müssen ja unseren Job machen.“

Dass er den neuen Traumschiff-Kapitän der Reihe, Florian Silbereisen, nicht mehr kennenlernen durfte, ist für den Sauziner kein Problem. Bei Bedarf könnte der Pensionär auch wieder rasch aufs Schiff – für die nächsten fünf Jahre gilt sein Kapitänspatent auf alle Fälle noch.

Henrik Nitzsche

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