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Usedom Ziehen Kreisbehörden in Einkaufszentrum?
Vorpommern Usedom Ziehen Kreisbehörden in Einkaufszentrum?
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00:00 07.10.2015
Vor dem Anklamer Lilienthal-Center wird gegenwärtig die Straße gebaut. Quelle: Günter Manthei
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Greifswald

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald beschäftigt sich mal wieder mit sich selbst. Das 2013 erarbeitete Standortkonzept — wo hat welches Amt seine Büros — steht auf dem Prüfstand. Debattiert wird, ob der chronisch klamme Kreis auch die Gebäude 1 und 3 der Kürassierkaserne in Pasewalk kaufen soll, in denen bereits Teile der Verwaltung angesiedelt sind. Zudem wird ein Umzug in Anklam von Behörden ins teilweise leerstehende Lilienthal-Center im Stadtzentrum diskutiert. Ebenfalls im Raum steht die Einrichtung von Bürgerbüros, um mehr Nähe zu den Einwohnern zu haben. Der Kreistag hat sich auf seiner Sitzung am Montagabend in Greifswald dafür ausgesprochen, diese Optionen zu prüfen.

Einig sind sich die Politiker zunächst darin, dass alle drei Behörden-Standorte — Greifswald, Anklam und Pasewalk — erhalten bleiben sollen. Zuletzt meldeten sich Politiker verschiedener Parteien zu Wort, die Anklam als Verwaltungsstandort aufgeben wollten (die OZ berichtete). Die Gründe dafür — die maroden Gebäude in der Lilienthalstadt und freie Kapazitäten in Pasewalk — führten nun auch zu den neuerlichen Ideen. Zudem hat die Beraterfirma Rödl&Partner empfohlen, mehr Ämter nach Pasewalk zu verlagern oder dort zu konzentrieren. Die Firma hat „Optimierungspotenziale“ in Höhe von 1,7 Millionen Euro „identifiziert“.

Beate Schlupp (CDU) wies darauf hin: „Der Kauf der Gebäude in Pasewalk war schon oft Thema. Bedingung ist, dass die Aufsichtsbehörde der Finanzierung zustimmt.“ Landrätin Barbara Syrbe (Die Linke) soll auf der nächsten Sitzung am 30. November einen entsprechenden „Kaufvertragsentwurf nebst Vergleichsrechnungen zu Kauf beziehungsweise Beibehaltung als Leasingobjekte“ vorlegen, so der Antrag der CDU. Kaufpreise oder Kostenschätzungen wurden nicht genannt.

SPD und Grüne wollen zudem die Bürgerfreundlichkeit der Verwaltung durch die Einrichtung von Bürgerbüros verbessern. Es soll auch geprüft werden, diese in den größeren Städten des Landkreises einzuführen, die bisher kein Verwaltungsstandort sind.

„Wenn Bürgerbüros unter anderem als zentrale Annahmestelle von Anträgen dienen, würden sich die Bürger in unserem Landkreis lange Fahrwege ersparen“, so Patrick Dahlemann (SPD). Für Kritik sorgt immer wieder, dass Einwohner aus dem Greifswalder Umland, um ihr Auto anzumelden, zur Kfz-Zulassungsstelle nach Anklam fahren müssen. Dieses Problem wäre allerdings nicht durch die Einrichtung von Bürgerbüros zu lösen.

Zudem will die CDU von der Landrätin detaillierte Informationen zur Nutzung des Lilienthal-Centers in Anklam für die Kreisverwaltung haben. Vergleichbar wäre dies in etwa damit, als wenn Greifswalder Behörden nicht in die Alte Post, sondern in die Dompassage gezogen wären.

Die Union will zum Beispiel wissen: Gibt es ganze Etagen, die genutzt werden könnten? Wie hoch würde die Miete ausfallen? Wie viel ließe sich sparen, wenn bisher in Anklam genutzten und in Eigentum des Landkreises befindlichen Gebäude aufgegeben würden? Antworten soll Barbara Syrbe ebenfalls auf der nächsten Sitzung Ende November vorlegen.

Enorme Ausmaße

160 Kilometer sind es etwa von Riemserort im Norden von Vorpommern-Greifswald nach Penkun im Süden. Wer die Strecke auf sich nehmenn will, muss ungefähr zwei Stunden Auto fahren. Mit einer Fläche von 3927 Quadratkilometern ist der Kreis VG der drittgrößte in Deutschland. Noch größer sind die Nachbarkreise Mecklenburgische Seenplatte (5468) und Vorpommern-Rügen (4750). Die enorme Größe und die langgezogene Form sind der Grund, weshalb die
Verwaltung nicht an einem Standort konzentriert wird.



Kai Lachmann

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