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Usedom 100. Geburtstag in Zinnowitz: Lieselotte Niciejewski feiert mit Bowle und Musik
Vorpommern Usedom

Zinnowitzerin feiert 100. Geburtstag mit Bowle und Musik

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17:04 16.01.2020
Lieselotte Niciejewski wurde am 16. Januar 100 Jahre alt. Zu den Gratulanten gehörte auch Betreuungsleiterin Peggy Schmidt. Quelle: Henrik Nitzsche
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Zinnowitz

Die niederländische Fluggesellschaft bringt erstmals Passagiere nach London, in der britischen Hauptstadt findet das erste Welttreffen der Pfadfinder statt und im belgischen Antwerpen gehen die Olympischen Sommerspiele über die Bühne. All das passierte vor 100 Jahren.

1920 – in dem Jahr wurde auch Lieselotte Niciejewski, damals unter dem Namen Kruse, geboren. Gestern hat sie ein Jahrhundert vollendet. Mit Kuchen, Bowle und vielen Liedern wurde der runde Geburtstag im Zinnowitzer Altenpflegeheim „Haus sorgenfrei“ gefeiert. Und mittendrin die Jubilarin, der man wahrlich nicht ansieht, dass sie die Goldenen Zwanziger Jahre (von 1924 bis 1929) mit dem Wirtschaftsaufschwung in Deutschland schon als Kind miterlebte.

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„Was, ich bin schon 100?“, fragt sie mit einem Lächeln und schaut ihr Gegenüber an. „Sie ist immer für einen Spaß zu haben“, sagt Betreuungsleiterin Peggy Schmidt über die älteste Bewohnerin im Heim. Der Jüngste im Haus ist Anfang 60. Seit sieben Jahren lebt Lieselotte Niciejewski im „Haus sorgenfrei“ – seit vier Jahren bewohnt sie ein Doppelzimmer mit Annelies Köpp (92). Beim Geburtstagskind heißt die Mitbewohnerin nur „Köppi“. „Sie sind beste Freundinnen und verbringen viel Zeit miteinander“, sagt Peggy Schmidt.

Aufgewachsen ist die Jubilarin in Wöbbelin bei Ludwigslust. Seit Anfang der 50er-Jahre lebte sie in Wolgast und führte dort mit ihrem zweiten Ehemann erfolgreich ein Taxiunternehmen. Ihr Mann verstarb 1996, die beiden Söhne sind ebenfalls schon verstorben. Auch ihre Schwester ist nicht mehr da.

„Gesundheit ist mein größtes Geschenk“

Deshalb genießt Lieselotte Niciejewski die Gemeinschaft im Altenpflegeheim. „Hier bin ich unter Menschen und wunschlos glücklich“, sagt sie. Geschenke wollte sie nicht. „Die Gesundheit ist mein größtes Geschenk.“ Mehr als zwei Tabletten am Tag braucht sie nicht. Sie liest regelmäßig die Zeitung, schaut gerne Musiksendungen im Fernsehen und ist bei den meisten Beschäftigungsangeboten im Haus dabei. Nur mit dem Laufen geht es nicht mehr so gut. Sie sitzt größtenteils im Rollstuhl. „Zwei, drei Schritte im Zimmer gehen aber noch“, wirft die 100-Jährige ein.

Als Kind habe sie ihren Eltern in der Landwirtschaft geholfen. Sie ging zur Volkshochschule und arbeitete als Verkäuferin und Näherin. Das Geheimnis ihres hohen Alters: „Viel Obst, viel Gemüse – ich habe einfach gesund gelebt.“ Und natürlich mal ein Glas Wein, das geht auch heute noch. „Im Wein liegt die Wahrheit“, bemüht sie das Sprichwort. Ihr Leben lang ging sie in die Kirche. „Jeden Freitag besucht sie den Gottesdienst in unserem Haus“, sagt Peggy Schmidt.

Lieselotte Niciejewski wurde am 16. Januar 100 Jahre alt. Der Zinnowitzer Bürgermeister Peter Usemann gratulierte auch. Quelle: Henrik Nitzsche

Sie hat zum Jubiläum mit ihren Mitarbeitern im Haus den kleinen Pavillon geschmückt. In der Mitte des Raumes hängt eine große 100, Blumen stehen auf dem Tisch. Geburtstagslieder werden angestimmt. In die launige Runde kommt der Zinnowitzer Bürgermeister Peter Usemann. Er hat Glückwünsche dabei, von der Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und von der Gemeinde. Nun gibt es doch Geschenke für Lieselotte Niciejewski: 50 Euro und ein Schreiben gibt es von der Landesmutter, vom Gemeindeoberhaupt einen Blumengutschein.

Dann setzt sich Usemann zur Jubilarin und sagt: „Wir sind zwei Steinböcke“. Zwei Steinböcke könnten auch im Dezember aufeinander treffen, wenn der Bürgermeister wieder ins Altenpflegeheim kommt, um Glückwünsche zu überbringen. Dann wird wieder eine Heimbewohnerin 100.

Von Henrik Nitzsche

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