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Usedom Tierpark: Stadtvertreter fordern Sacharbeit
Vorpommern Usedom Tierpark: Stadtvertreter fordern Sacharbeit
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19:00 29.01.2019
Die Zooschule im Wolgaster Tierpark ist beliebt. Zahlreiche Schulklassen besuchen die Einrichtung. Quelle: Tom Schröter
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Wolgast

Die Beziehung gilt als zerrüttet, die Partner haben sich auseinandergelebt, würde man beim Zerbrechen einer Ehe sagen. Im Falle des Tierparkvereins und Lars Bergemann, der als Stadtvertreter dem Vorstand der Einrichtung angehört, haben sich die Partner nicht nur auseinandergelebt, sondern tragen mittlerweile eine offene Fehde aus. Dabei könnte alles so gut sein, denn der Wolgaster Tierpark soll in den kommenden Jahren mit mehreren Millionen Euro komplett umgestaltet werden.

Doch Bergemann fühlte sich bislang im Tierpark zu Dingen berufen, für die er keinen Auftrag hatte und die am Ende viel zusätzliches Geld kosteten. So geschehen beispielsweise bei der Buchung von Mitwirkenden für Veranstaltungen oder der Auslösung von Pflegemaßnahmen für das Tierparkgelände. Der Vereinsvorstand wiederum, insbesondere Vorsitzender Andreas Pantermehl, hat durch monatelange berufliche Fortbildung außerhalb Wolgasts die Zügel nicht straff genug gehalten und längere Zeit ohne Stellvertreter agiert. Daraufhin hatte der Abgesandte der Stadt de facto die Leitung an sich genommen.

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Tiefe Gräben auf beiden Seiten

Am Ende beherrschten tiefe Gräben auf beiden Seiten das Prozedere. Die sind weder der Stadtvertretung und Verwaltung noch Freunden und Honoratioren des Tierparks verborgen geblieben. Auch auf der Stadtvertretersitzung am Montagabend war dieser Zwist deutlich zu spüren. Aus diesem Grund stand die Abberufung Bergemanns und die Neuberufung eines anderen Stadtvertreters auf der Tagesordnung. In den Fachausschüssen war lange und intensiv über das Für und Wider diskutiert worden, der Rechnungsprüfungsausschuss hat Fehler auf beiden Seiten aufgelistet.

Bergemann bleibt Vorstandsmitglied

Unbestritten sind die Verdienste Bergemanns bei der Entwicklung des Tierparks zu einer familienfreundlichen Einrichtung. Andererseits: „Er hat geschaltet und gewaltet. Er hat die Macht, die durch das Fehlen des Vorsitzenden auf der Straße lag, ergriffen. Was am Ende auf beiden Seiten abgelaufen ist, hat mit Anstand wenig zu tun“, sagte Gerhard Hämmerling (CDU). Am Ende stimmten die Abgeordneten bei drei Enthaltungen und zwei Gegenstimmen mehrheitlich dem Vorschlag des Sozial- und Bildungsausschusses zu. Dieser empfahl, Lars Bergemann die knapp vier Monate bis zur Kommunalwahl im Mai als Vertreter der Stadt im Vorstand des Tierparkvereins zu belassen.

Stadtvertreter fordern Sacharbeit

Die unmissverständliche Ansage an beide Seiten lautet Sacharbeit. Klar benannt wurden die beiden Aufgaben, die der Vertreter der Stadt im Tierparkvorstand wahrzunehmen hat: Es sind die Aufsichts- und die Berichtspflicht gegenüber den Stadtvertretern. Veranstaltungsorganisation, Auftragsvergabe und Betreiben der Facebookseite gehören nicht dazu. Der Vorstand des Tierparks wiederum hat schnell eine Sachbearbeiterstelle für die Buchhaltung auszuschreiben. Vereinsvorsitzender Andreas Pantermehl und Lars Bergemann sicherten zu, die Auflagen erfüllen zu wollen.

Zuschüsse für Tierparkbetrieb freigegeben

Im Gegenzug gaben die Stadtvertreter grünes Licht für die sofortige Auszahlung eines Teils der städtischen Zuschüsse in Höhe von 30 000 Euro. Mit der Summe kann der reibungslose Betrieb des Tierparks auch in der besucherarmen Jahreszeit gesichert werden.

Kommentar zum Thema:
Kein Affentheater!

Cornelia Meerkatz