Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Usedom: Eine Insel – zwei Welten
Vorpommern Usedom Usedom: Eine Insel – zwei Welten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:40 07.09.2019
Saskia Eckert (19) und Florian Zimmer (20) sind zwar nicht das erste Mal an der Ostsee, feiern aber Premiere in Swinemünde. Quelle: Dana Frohbös
Anzeige
Heringsdorf/Swinemünde

 20 Jahre lang kam Margrit Winkler nach Ahlbeck, um Urlaub zu machen. Doch das hat sich nun geändert. „Ich wollte nie nach Polen“, sagt die 78-Jährige. Und jetzt ist die Frau aus Tangermünde in Sachsen-Anhalt völlig begeistert von ihrem Urlaub in Swinemünde.

So wie ihr geht es vielen, denn Swinemünde hat in den letzten Jahren unheimlich aufgeholt und sich als Urlaubsort bewährt. Doch auch die Fans der Kaiserbäder gibt es. Sie schätzen die historische Atmosphäre mit der wunderschönen Bäderarchitektur in den drei Orten.

Idylle in den Kaiserbädern

Auf der deutschen Seite der Grenze erlebt man Idylle pur: Musiker mit Schifferklavier und duftende Kiefernwälder, die immer wieder von Strandabgängen durchbrochen werden. Das schätzen auch Paula, Clara, Maren und Christian Bär. Die Familie aus Wiesbaden urlaubt in Bansin.

Paula (9), Maren (44), Clara (12) und Christian Bär (41) urlauben in Bansin. Die Familie aus Wiesbaden ist begeistert von der Urlaubsregion auf Usedom. Quelle: Dana Frohbös

Dennoch verbrachten die vier auch einen Urlaubstag in Swinemünde – und haben dort sehr unfreundliche Polen erlebt. „Wir haben uns da etwas angeschaut, aber nichts gekauft“, sagt Mutter Maren. Daraufhin sei die Familie beschimpft worden. Aber auch die Kaiserbäder hätten ihr Negatives: Der Verkehr ist den Urlaubern extrem aufgefallen. „Selbst ich fahre auf dem Bürgersteig, weil mir das auf der Straße zu gefährlich ist“, sagt Maren Bär.

Familie begeistert von der Urlaubsregion

Ansonsten ist die Familie begeistert von ihrem Urlaub – auch von der großen Stadt hinter der Grenze, denn die Erwartungen waren nicht hoch. „Wir haben gedacht, man fährt über die Grenze und sieht kaputte Häuser“, sagt der Familienvater. Aber der Unterschied sei überhaupt nicht zu spüren gewesen – zumindest zunächst. „In Swinemünde sind wir noch ein bisschen mit dem Fahrrad durch den Ort gefahren und da sind dann auch relativ schnell so Hochhaussiedlungen“, sagt Maren Bär. Die Orte könne man aber nur schwer vergleichen.

Eindrücke von der Swinemünder Strandpromenade im Video:

Nächtigen kann man in Swinemünde preiswerter

In einem relativ großen Hotelkomplex sind auch Saskia Eckert (19) und Florian Zimmer (20) untergebracht. Das junge Paar aus Bitterfeld ist zwar nicht das erste Mal an der Ostsee, feiert aber quasi Premiere in Swinemünde. Erst eine Woche vor Antritt des Kurzurlaubs haben die beiden gebucht. „Das ‚Rybniczanka‘ war quasi das letzte Hotel, das noch frei war“, sagt Florian Zimmer. „Es ist in Ordnung und reicht auf jeden Fall für den Preis“, sagt Saskia Eckert. 180 Euro pro Person für vier Nächte haben die beiden bezahlt – inklusive Frühstück.

Günstiger in Deutschland: Eis und Klo

Definitiv ein Argument für die polnische Stadt, vermutet Familienvater Christian Bär. „In Swinemünde waren auch viele deutsche Autos, wahrscheinlich ist es dort einfach günstiger.“ Hier ist es vielleicht zu teuer und da drüben übernachtet man für die Hälfte. „Die Strände sind ja mehr oder weniger gleich.“ Doch es gibt auch Überraschungen: Während man an der Ahlbecker Seebrücke einen Euro für ’ne Kugel Eis zahlt, muss man an der Promenade in Swinemünde 1,25 Euro hinlegen. Und auch für den Toilettengang muss man 50 Cent dabeihaben – in den Kaiserbädern gibt es kostenlose Örtchen.

Super Service in polnischen Hotels

Abends gehen Saskia Eckert und Florian Zimmer auswärts essen. „Das kann man ja recht preiswert in Polen“, sagt die junge Frau. Für einen halben Tag radelten die beiden nach Ahlbeck und Heringsdorf. „Ich finde, man sieht keinen Unterschied“, sagt Saskia Eckert. „Doch“, meint ihr Freund. „In Swinemünde sind weniger Strandkörbe.“

Das spiele für die Entscheidung, wo geurlaubt wird, aber keine Rolle. Auch für Margrit Winkler nicht. Die 78-Jährige legt Wert auf andere Dinge. „Die Polen sind sehr nett und zuvorkommend.“ Sie hatte sich an ihrem Fernseher vertippt und unten an der Rezeption gefragt, ob sie etwas kaputt gemacht habe. „Ich kam zurück, da war er schon wieder in Ordnung.“

Margrit Winkler (78) und Elke Willke (75) haben sich gerade erst kennengelernt. Die Begeisterung für den Urlaub in Swinemünde teilen die beiden Frauen aus Sachsen-Anhalt. Quelle: Dana Frohbös

Baulärm auf der Promenade

Auf dem Weg zum Strand darf man als Swinemünde-Urlauber aber nicht empfindlich sein: Am Strandabgang schneiden Bauarbeiter Gehwegplatten zurecht. Abgesperrt ist nichts, die Urlauber schlängeln sich um die Männer herum. Entschädigt wird man wenig später. Der Hauptabgang zum Strand ist sehr schön breit und bietet auch Platz für Begegnungen und Überholmanöver. Ob der Strandabschnitt allerdings auch für Hunde freigegeben ist, scheint den Einheimischen egal.

Auch Elke Willke – die beiden Frauen haben sich gerade erst im Bus kennengelernt – wurde belehrt: „Wir haben nur getestet, die eine Woche, und wir kommen auf jeden Fall wieder“, sagt die 75-jährige Frau aus Halberstadt in Sachsen-Anhalt. Auch in Kolberg hat Margrit Winkler schon geurlaubt. „Da ist es auch schön, aber kein Vergleich“, sagt sie.

Kaiserbäder müssen sich warm anziehen

Kurt und Thea Drews aus Sorgwohld in Schleswig-Holstein sind das erste Mal in den Kaiserbädern zu Gast. „Ich bin überrascht von all den alten Gebäuden, die noch erhalten sind“, sagt Thea Drews. „Und auch Swinemünde ist so gepflegt und ordentlich. Das habe ich nicht erwartet. Ich hab’s mir einfacher vorgestellt.“ Zu ihrem ersten Besuch nach Swinemünde ist sie mit Vorbehalten aufgebrochen. „Aber ich habe mich da sehr wohl und sicher gefühlt.“

Kurt und Thea Drews aus Sorgwohld (Schleswig-Holstein) sind das erste Mal in den Kaiserbädern zu Gast. Quelle: Dana Frohbös

Das Paar aus dem hohen Norden will es nicht bei diesem einen Besuch in Swinemünde belassen – genau wie die beiden frischgebackenen Freundinnen. „In Swinemünde wird noch viel gebaut“, sagt Elke Willke. „Wenn das alles fertig ist, dann müssen sich unsere Ostseebäder auch was einfallen lassen.“

Auffallend in Swinemünde: Baustellen

In der Stadt an der Swine fallen vor allem die vielen Baustellen auf. Und dennoch: Der Ort ist aufgeräumt und bei Touristen sehr beliebt. Und man kann hier sehr günstig übernachten.

In den Kaiserbädern erlebt man Idylle pur

Die drei Orte in der Gemeinde Heringsdorf sind von der historischen Bäderarchitektur geprägt. Zudem bieten sie guten Service für Touristen. Und die Preise sind nicht so hoch, wie man gemeinhin denken mag.

Von Dana Frohbös

Am Freitagabend wurde im Steigenberger Hotel in Heringsdorf der Welcome-Abend für das diesjährige Usedom Cross Country gefeiert. Am Sonnabend begeben sich 80 Pferde, 50 Hunde auf eine unblutige Schleppjagd durch das Achterland. Ausgangspunkt ist das Wasserschloss in Mellenthin. Zuschauer können das Spektakel ab 10.30 Uhr vorm Schloss verfolgen.

07.09.2019

Conrad Feininger ist ein berühmter Enkel, denn sein Großvater war Lyonel Feininger. Zwischen 1908 und 1913 besuchte dieser die Insel Usedom. Er erkundete die Region mit seinem Fahrrad und zeichnete Bilder zwischen Ostsee und Hinterland. Am Donnerstag war Conrad im Kaminzimmer des Ahlbecker Hofs.

06.09.2019

Nach der Urteilsverkündung für die Mörder der 18-jährigen Maria aus Zinnowitz gehen die Meinungen zur Höhe der Strafe auseinander. Kati A., die Opfer und Täter kannte, spricht aus, was viele denken.

27.12.2019